Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat das Reformprogramm «SNF futuro» bzw. die Umsetzung der damit verbundenen Massnahmen im Dezember 2010 formell abgeschlossen. Die meisten Teile des Reformpakets in den Bereichen Gesuchsverwaltung, Evaluationsprozess und Forschungspolitik konnten erfolgreich umgesetzt werden und haben die erhofften Effekte gezeigt. Für 2012 plant der SNF eine umfassende Evaluation seiner Leistungserbringung.
Das 2006 gestartete Reformprogramm «SNF futuro» verfolgte das Ziel, den SNF bzw. dessen Organisation und Prozesse fit zu machen für die künftigen, stetig wachsenden Aufgaben und Herausforderungen im Bereich der Forschungsförderung. Im Weiteren wurden eine erhöhte Transparenz der Abläufe gegenüber den Kundinnen und Kunden, eine bessere Verankerung von Querschnittsaufgaben im Nationalen Forschungsrat des SNF sowie die Harmonisierung der Prozesse zwischen den Abteilungen der Geschäftsstelle angestrebt. Da von politischer Seite künftig zusätzliche Aufgaben an den SNF herangetragen werden, hatte das Reformprogramm auch eine Stärkung der forschungspolitischen Rolle und Sichtbarkeit des SNF zum Ziel.
Um die genannten Zielsetzungen von «SNF futuro» zu erreichen, hat der SNF bis Ende 2010 u.a. die folgenden Massnahmen erfolgreich umgesetzt:
- Bildung von Fachausschüssen für die Bereiche «Interdisziplinäre Forschung» (vormals KID-Kommission), «Personenförderung» und «Internationale Zusammenarbeit»; werden als Evaluations- und Fachgremien des SNF eingesetzt
- konsequenter Einsatz von Begutachtungspanels für spezifische Programme und von Evaluationskommissionen in der Personenförderung
- professionalisierte Unterstützung der Suche nach externen Expertinnen und Experten
- gleiche Bewertungsskalen für Gesuche in allen Abteilungen und Fachausschüssen
- verstärkte elektronische Unterstützung von Gesuchsverwaltung und Evaluationsprozess (insbesondere via die Web-Plattform mySNF)
- verstärkte forschungspolitische Rolle und Sichtbarkeit des SNF u.a. durch: Bildung einer «Steuerungsgruppe Kommunikation» aus Mitgliedern von Stiftungsrat, Forschungsrat und Geschäftsstelle; mehr Raum für wissenschaftspolitische Diskussionen im Forschungsratspräsidium; Einbindung der Fachausschüsse in das Forschungsratspräsidium u.a. zur Bereicherung der wissenschaftspolitischen Diskussion.
SNF futuro hat eine Dynamik in Gang gesetzt, die eine isolierte Beurteilung der Wirkung des Reformprogramms bzw. der einzelnen umgesetzten Massnahmen wenig sinnvoll erscheinen lässt. Daher hat sich der SNF entschlossen, 2012 eine umfassende Evaluation seiner Leistungen im Bereich «Evaluationsverfahren» und «Betriebliche Unterstützung durch die Geschäftsstelle» durchführen zu lassen.