Evaluationsmandate


Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) übernimmt im Rahmen von Evaluationsmandaten die wissenschaftliche Qualitätskontrolle von grossen Forschungsinitiativen, die er nicht selbst finanziert und nicht immer verwaltet. Zur Zeit evaluiert der SNF im Auftrag des Bundes Projekte aus den Forschungsinitiativen SystemsX.ch (im Bereich Systembiologie) und Nano-Tera.ch (im Bereich Ingenieurwissenschaften) sowie aus bilateralen Programmen im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit.

Dynamische Netzwerke der biologischen Prozesse in Zellen, Geweben und Organismen

 

 

 

 



Evaluationsmandate
Der SNF ist in der Schweiz die einzige unabhängige nationale Evaluationsinstanz für die wissenschaftliche Forschung. 2007 hat er die Grundsätze festgelegt, unter denen er bereit ist, neben seinen gesetzlich festgelegten Kernaufgaben zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung auch externe Evaluationsmandate zu übernehmen. Der SNF legt einerseits Wert darauf, dass er bereits in einer frühen Phase, wenn wichtige wissenschaftliche Weichenstellungen erfolgen, zu einer Beurteilung des gesamten Vorhabens beigezogen wird. Damit andererseits seine wissenschaftliche Unabhängigkeit gewahrt bleibt, bestimmt der SNF letztlich  die Qualitätskriterien sowie die Art und den genauen Ablauf des Evaluationsverfahrens. Zudem müssen die Evaluationsergebnisse verbindlich sein.

Erstmals hat der SNF 2008 Evaluationsdienstleistungen für Forschungsinitiativen erbracht, deren Finanzierung nicht über sein Budget erfolgt.

Grundsätze des SNF für die Erbringung von Evaluationsdienstleistungen und die Durchführung von gemeinsamen Programmen mit externen Partnern (PDF, 163 KB)
Der SNF erbringt Evaluationsdienstleistungen zugunsten Dritter und führt mit externen Partnern gemeinsame Programme durch. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen hat der SNF Mitte Dezember die Grundsätze und Voraussetzungen für die Übernahme solcher Aufgaben präzisiert. Sie gelten ab sofort für alle neuen Mandate oder Partnerschaften wie auch für die Verlängerung von Verträgen.

SystemsX.ch
Die Initiative SystemsX.ch soll die Systembiologie in der Schweiz an die Weltspitze bringen. Für die Förderung von SystemsX-Projekten hat das Bundesparlament für 2008-2011 hundert Millionen Franken gesprochen. Evaluiert werden die Gesuche auf Wunsch des Bundesrats vom SNF. Die Forschungsinitiative wurde 2003 unter dem Namen SystemsX von der ETH Zürich und den Universitäten Basel und Zürich gestartet. Im Februar 2006 öffnete sich SystemsX für neue Partner und heisst seither SystemsX.ch. Die Initiative steht heute somit allen interessierten Forschenden der Schweiz offen.

Die Systembiologie versucht, die dynamischen Netzwerke der biologischen Prozesse in Zellen, Geweben und Organismen in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Ziel ist es, die Wechselwirkungen dieser Elemente zu quantifizieren. Dazu muss die Systembiologie das Know-how vieler verschiedener Forschungsdisziplinen sowie Konzepte aus Biologie, Informatik und Systemwissenschaften zusammen führen. Das Fernziel ist, ganze lebende Systeme am Computer zu simulieren und ihre Reaktionen auf Veränderungen der Umwelt zu verstehen und vorherzusagen.

Nano-Tera.ch

Das Kooperationsprojekt Nano-Tera.ch verfolgt ehrgeizige Ziele im Bereiche der Gesundheit und Sicherheit des Menschen sowie der Umwelt. Dank ingenieurwissenschaftlichen, kooperativ angelegten Projekten sollen innovative Systeme mit Komponenten sehr kleiner Längenskala ("Mikro" und "Nano") und Systeme mit sehr grossen Datenmengen ("Tera") erforscht und entwickelt werden.

Fortgeschrittene Technologien in der Mikro- und Nano-Elektronik, elektro-mechanische Systeme (MEMS/NEMS) wie auch die Entwicklung von (Bio-)Sensoren und Aktuatoren und deren Systemintegration stehen dabei im Zentrum des Interesses. Die Zusammenführung dieser Technologien in verschiedensten Anwendungsfeldern soll innerhalb des Programms mit der Herstellung von technologischen Realisierungen  (Demonstratoren) erreicht werden.

Das Parlament bewilligte für die erste vierjährige Phase von Nano-Tera.ch 60 Millionen Franken, die durch Eigenmittel der Hochschulen und weitere Drittquellen ergänzt werden. Eine erste Serie von RTD-Projekten (Research, Technology, Development) startete Mitte 2009 nach der Evaluation durch den SNF.

Forschungsprogramme mit Bulgarien und Rumänien
Bulgarien und Rumänien sind Partnerländer des Schweizer Erweiterungsbeitrags, mit welchem sich die Schweiz am Abbau der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in den neuen Ländern der erweiterten EU beteiligt. Neben anderen Themen möchten beide Länder gemeinsame Forschungsprojekte mit Forschungsgruppen in der Schweiz fördern. Für die Evaluation der Gesuche wie auch für das übrige Programmmanagement wird der SNF in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Partnerorganisation in Bulgarien bzw. Rumänien zuständig sein. Die beiden Programme werden von 2011 bis 2016 dauern und Joint Research Projects ermöglichen.

Für Rumänien steht ein Budget von CHF 10,4 Millionen, für Bulgarien von CHF 4,2 Millionen zur Verfügung. Für die Ausschreibung mit Rumänien sind die Themengebiete "Zivilisationskrankheiten", "Auswirkungen von Abfall und Schadstoffen auf Umwelt und Klima",  "Nachhaltige Energie" sowie "Wirtschaftliches Wachstum und gesellschaftliche Ungleichheiten" vorgesehen; für Bulgarien sind es die Themengebiete "Ökologische Forst-/Landwirtschaft und Abfallbewirtschaftung", "Gesellschaftliche Ungleichheiten und regionale Unterschiede", "Heilmittelentwicklung" sowie "Innovative Baumethoden und -materialien".

Bulgarien
Rumänien

Gemeinsame Forschungsprojekte im Rahmen der bilateralen Programme des Bundes zur Förderung der Forschungszusammenarbeit mit Schwerpunktländern
Die Botschaft des Bundesrats über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2008-2011 erwähnt unter anderem China, Indien, Russland und Südafrika als potenzielle Partner, mit denen die Schweiz ihre Forschungszusammenarbeit gezielt erweitern und vertiefen möchte. Mit den meisten Schwerpunktländern hat die Schweiz ein Rahmenabkommen abgeschlossen, auf dessen Grundlage verschiedene bilaterale Forschungsprogramme zwischen den Schweizer Hochschulen (die Leading Houses) und ihren Partnereinrichtungen in den jeweiligen Ländern gestartet worden sind.

Die Forschungsprogramme bieten Förderungsinstrumente für Forschende in der Schweiz, die mit Forschenden aus den obengenannten Schwerpunktländern zusammenarbeiten möchten. Gemeinsame Forschungsprojekte (Joint Research Projects) werden von allen vier Ländern angeboten. Die geförderten Projekte haben eine Lebensdauer von drei Jahren, wobei der Schweizer Beitrag eine Höhe von CHF 250'000 erreichen kann.

Auf Schweizer Seite wurde der SNF mit der wissenschaftlichen Evaluation der Projektgesuche betraut. Bisher war der SNF an sechs solcher Ausschreibungen beteiligt. Parallel dazu wurden die Gesuche auch im jeweiligen Partnerland evaluiert. Gestützt auf die beiden Evaluationsverfahren wurde der definitive Entscheid von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe getroffen.

Kontakt

Nano-Tera.ch
Abteilung Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften
E-Mail: div2@snf.ch

SystemsX.ch
Abteilung Programme
Urs Christ
E-Mail: uchrist@snf.ch

Rumänien/Bulgarien/bilaterale Programme
Abteilung Internationale Zusammenarbeit 
E-Mail: swisscontribution@snf.ch

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