Sprachenpolitik


Die Schweiz lebt ihre Sprachenvielfalt und profitiert davon. Gleichzeitig hat sich Englisch in der Wissenschaft zur dominierenden Sprache entwickelt. Der Forschungsplatz Schweiz muss ein Gleichgewicht zwischen regionaler Verankerung und fortschreitender Internationalisierung finden. In diesem Zusammenhang hat der Schweizerische Nationalfonds (SNF) Ende 2010 seine Sprachenpolitik formuliert.

Grundprinzipien der Sprachenpolitik des SNF
Beim SNF wird eine lebendige Sprachenvielfalt praktiziert. Angesichts der Globalisierung der Wissenschaft erachtete es die Institution als notwendig, ihre Sprachenpolitik festzuhalten. Diese ist nicht dogmatisch, sondern pragmatisch ausgerichtet. Die darin enthaltenen Prinzipien bieten einen flexiblen, aber anforderungsreichen Handlungsrahmen:

  • Die Sprachenvielfalt ist ein Vorteil für die Forschung in der Schweiz, den es auszuschöpfen gilt. Sie muss mit der Internationalisierung der Forschung einhergehen, um deren Qualität und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Als «Lingua franca» der Wissenschaft ist das Englische zwar unabdingbar, aber nicht ausreichend. Der SNF fördert zwar dessen Gebrauch, achtet aber gleichzeitig darauf, dass die Wissenschaftskultur des Landes im Zuge der Globalisierung nicht standardisiert wird.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit des SNF erfolgt auf Deutsch und Französisch, für das Ausland auf Englisch sowie vereinzelt auf Italienisch. Der SNF bietet zunehmend Leistungen auf Englisch an, um ausländischen Forschenden, die erst seit Kurzem in der Schweiz sind, besser entgegenzukommen. Die wissenschaftliche Kommunikation mit den Forschenden findet im Allgemeinen in Englisch statt, ausser in den Geistes- und Sozialwissenschaften (hier mit Ausnahmen).
  • Intern fördert der SNF die Praxis und Weiterentwicklung einer Kultur der Sprachenvielfalt. In seinen Gremien sind die unterschiedlichen Sprachen ausgewogen vertreten, und dieses Gleichgewicht möchte der SNF auch beibehalten. Er möchte aus dem Ausland stammenden Mitgliedern des Nationalen Forschungsrats, die nicht fliessend Französisch oder Deutsch sprechen, ein optimales Arbeitsumfeld bieten. Die wissenschaftliche Diskussion zur Projektevaluation findet im Allgemeinen in Englisch statt, ausser in den Geistes- und Sozialwissenschaften (hier mit Ausnahmen).

Auf der Grundlage dieser Prinzipien wurden Verbesserungsmassnahmen erarbeitet. Ein Ausschuss übernimmt das jährliche Monitoring.


Sprachenvielfalt: ein Mehrwert für die Wissenschaft
Die Sprache ist ein wichtiges Element für die Produktion und die Vermittlung von Wissen. Erfahrungen und Studien belegen es: Sprachenvielfalt fördert die Qualität der wissenschaftlichen Tätigkeit, sei es in Forschungsteams, im Kontakt mit Fachkolleginnen und -kollegen oder im Rahmen der Kommunikation mit Studierenden oder der Öffentlichkeit. Der Forschende erlangt dabei umfassende Sprachkompetenzen: eine hervorragende Beherrschung seiner Muttersprache, sehr gute Englischkenntnisse sowie Kenntnisse weiterer Sprachen. Der SNF ruft somit die Forschenden und die Forschungsinstitutionen auf, sich die Mehrsprachigkeit des Forschungsplatzes Schweiz zunutze zu machen.

In diesem Zusammenhang hinterfragt der SNF auch seine eigene Sprachenverwendung, insbesondere bei wissenschaftlichen Diskussionen im Nationalen Forschungsrat. Es werden zur Zeit Überlegungen angestellt für ein experimentelles, in internationaler Zusammenarbeit durchgeführtes Projekt in diesem Bereich.

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