Zu seinem 60-jährigen Bestehen setzte sich der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am 11. Januar 2012 in Bern gemeinsam mit 250 Teilnehmenden aus Forschung, Hochschulen und Politik mit der zukunftsgerichteten Frage «Nachwuchsförderung: Wo drückt der Schuh?» auseinander. Junge Forschende formulierten in Workshops ihre Anliegen. Die nachfolgenden engagierten und konstruktiven Diskussionen mit Entscheidungsträgern wurden abgerundet durch den ersten Auftritt des neuen Bundesrats Alain Berset an einem öffentlichen Anlass.

Das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54) hat sich mit der Lebensqualität als Parameter für eine nachhaltige Entwicklung beschäftigt.
Das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54) hat untersucht, wie sich die Siedlungen in der Schweiz entwickeln. Ist die Zersiedelung des Landes unausweichlich?
Das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54) hat sich mit dem langfristigen Unterhalt und dem Ausbau von Infrastrukturen beschäftigt.
Schlaganfälle und Lungenentzündungen können glimpflich oder aber lebensgefährlich verlaufen. Eine Vorhersage ist oft sehr schwierig. Die Ärztin Mirjam Christ-Crain erforscht neue Diagnosemöglichkeiten. Für ihre wegweisenden Erkenntnisse, dass Hormone frühzeitig Informationen über den Verlauf der Krankheiten liefern können, wurde sie bereits 2009 mit dem Latsis-Preis ausgezeichnet.
Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nichtionisierende Strahlung – Umwelt und Gesundheit» (NFP 57) haben Prof. Dr. Peter Achermann und sein Team untersucht, ob sich die elektromagnetische Strahlung, die während eines halbstündigen Mobiltelefongesprächs ins Hirn eindringt, auf den Schlaf auswirkt. Sie haben in ihrer Studie festgestellt, dass die Strahlung zwar die im Elektroenzephalogramm (EEG) beobachteten Hirnstromwellen verändert, dass sich dies aber nicht auf die subjektiv empfundene Schlafqualität auswirkt.
Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nichtionisierende Strahlung – Umwelt und Gesundheit» (NFP 57) haben Prof. Dr. Niels Kuster und sein Team mit Computermodellen simuliert, wieviel elektromagnetische Strahlung, die von unterschiedlichen elektrischen Geräten abgegeben wird, in die verschiedenen menschlichen Körperteile gelangt. Dabei haben sie auch schwangere Frauen und deren ungeborenen Kinder im Bauch berücksichtigt.
Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nichtionisierende Strahlung – Umwelt und Gesundheit» (NFP 57) haben Prof. Dr. Martin Röösli und sein Team untersucht, ob alltägliche Funk- und Handystrahlen die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Sie haben in ihrer Studie keinen Zusammenhang zwischen der Strahlenexposition und dem Auftreten von gesundheitlichen Beschwerden feststellen können, wie er in einem Interview erklärt.
Schmerzen im Rücken und Verletzungen an der Wirbelsäule sollen bald noch besser kuriert werden können: In einem Forschungsprogramm des SNF haben 26 Projektgruppen fünf Jahre nach neuen Ansätzen zur Behandlung des Bewegungsapparates gesucht. Die Spezialsendung zeigt die Arbeit eines Teams des Institutes für chirurgische Technologien und Biomechanik der Universität Bern in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich an einem revolutionären Verfahren.
Forschung schafft Hoffnung: Gelähmte Patienten sollen lernen, wieder mobil zu werden, etwa nach einem Schlaganfall, einer Querschnittlähmung oder einem Schädel-Hirntrauma. Der halbstündige Film zeigt die Entwicklung und Anwendung von Bewegungsrobotern im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts "Neuro" des Schweizerischen Nationalfonds.

«Suchen Sie Gold?» Wenn Adrian Pfiffner mit dem Hammer in der Hand durch die Berge stapft, bekommt er von Wanderern immer dieselbe Frage zu hören. Doch Adrian Pfiffner sucht weder nach Gold noch nach Kristallen; er erforscht die Architektur der Erde. Er ist Professor und Direktor des Instituts für Geologie in Bern. «Die Leute wissen gar nicht, was ein Geologe tut», sagt der im Bergsturzgebiet von Reichenau/GR geborene Pfiffner.
Am Anfang standen Theater und Oper: Sie inspirierten den Psychologen Klaus Scherer zu seinen ersten Forschungsarbeiten über den Emotionsausdruck in der Stimme. Kein Zweifel, unser Leben wird sehr stark von Emotionen bestimmt – und nicht nur von rationalem Denken. «Schauen Sie die Werbung an», sagt Klaus Scherer. «Sie appelliert viel stärker an die Gefühle als an die Vernunft.»
«In den Archiven fesselt einen manchmal ein besonderes Dokument», erzählt die Historikerin Brigitte Studer. «Manchmal ist auch nur die Schrift faszinierend. Dahinter steckt eine vergangene Lebenserfahrung, oft ein Konflikt.»
«In den Archiven fesselt einen manchmal ein besonderes Dokument», erzählt die Historikerin Brigitte Studer. «Manchmal ist auch nur die Schrift faszinierend. Dahinter steckt eine vergangene Lebenserfahrung, oft ein Konflikt.» Sendung: Sonntag, 29. März 2009, um 17.00 Uhr auf SF 1
«Ich wollte eigentlich immer Forscher werden; ein Forscher, der in den Urwald geht oder unbekannte Kontinente erforscht», sagt der Neurowissenschaftler Martin Schwab. «Heute sagt man richtig, dass unser Gehirn einer der letzten, grossen unbekannten Kontinente ist.»

Insekten und Pflanzen begleiten Martine Rahier auf ihrer gesamten wissenschaftlichen Laufbahn. Die gebürtige Belgierin studierte in Brüssel Agronomie, wechselte dann 1979 in die USA an die Cornell University in Ithaca, kam schliesslich nach Basel und ist seit 1994 in Neuenburg zu Hause. In den USA entdeckte sie ihre Faszination für Insekten. Oder genauer: für die Interaktion zwischen Insekten und Pflanzen. «Hier spielt sich Entscheidendes ab», erklärt sie. «Denn unsere ganze Ernährung beruht auf Pflanzen, und die Insekten sind dabei unsere grössten Gegenspieler.»
«Über Schönheit lässt sich streiten; was Bilder von Schönheiten im Gehirn auslösen, ist hingegen universell», sagt Alumit Ishai, Assistenz-Professorin für kognitive Neurowissenschaften an der Universität Zürich. Die in Israel geborene Neurobiologin benutzt Bilder von Gesichtern, Gemälde und Alltags-Gegenstände, um zu ergründen, wie das menschliche Gehirn visuelle Informationen verarbeitet.
Hitze, Blutegel und Mücken muss Carel van Schaik ertragen, wenn er seine liebsten Forschungsobjekte in freier Wildbahn beobachten will: die Orang-Utans von Suaq in Indonesien. Ihnen verdankt der Anthropologe seine zentrale These: Soziales Verhalten ist der Schlüssel für die Evolution von Intelligenz.
Die Nanowissenschaften gelten als Schlüssel zur industriellen Zukunft. Sie könnten so bedeutend werden wie die Computer- und die Kunststoff-Industrie, und sie sind wie geschaffen für einen Tüftler und Denker wie Christian Schönenberger.
Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gab es keine Bildforschung, die diesen Namen verdiente. Vielmehr glaubte man, «dass sich die Wahrheit ausschliesslich in Sprache manifestiere», wie es der Bildforscher Gottfried Boehm formuliert. «Das Credo, dass die Welt das ist, was sich sagen lässt, prägte unsere Kulturgeschichte.»
«1982 wurde ich zum ersten Mal mit Aids konfrontiert», erinnert sich Bernhard Hirschel. «Das war genau ein Jahr nach der ersten Publikation, welche dieses neuartige Syndrom beschrieben hatte.» Er übernahm den ersten diagnostizierten Genfer Patienten, eine Frau. «Damals konnten wir nur die schrecklichen Folgen der Krankheit lindern. Und trotz unserer Anstrengungen verloren wir jeden Tag Patienten. Es war nicht gerade ermutigend.»
Im Jahr 2001 wurde das Erbgut des Menschen, die DNA, vollständig entschlüsselt – ein grosser Erfolg des menschlichen Forschergeistes. Doch der Durchbruch im Bereich der Biomedizin war nur ein vermeintlicher, erklärt die Genetikerin Susan Gasser. «Nachdem wir das menschliche Erbgut entschlüsselt hatten, merkten wir, dass es nicht ausreicht, die Gensequenzen des Erbguts zu kennen.» Die Erbinformation alleine liefert keine Erklärung, warum wir Krebs entwickeln, warum wir bestimmte Krankheiten haben oder weshalb verschiedene Menschen unterschiedlich reagieren auf Stress oder auf Umwelteinflüsse.
Ulrike Lohmann ist eine der weltweit führenden Forscherinnen auf dem Gebiet der Wechselwirkungen von Aerosolen mit Wolken und deren Wirkung auf das Klima. Sie promovierte am Max-Planck-Institut in Hamburg. Im kanadischen Victoria bildete sie sich in Klimamodellierung fort und arbeitete als Professorin in Halifax. Seit 2004 leitet sie das Institut für Atmosphärenphysik in Zürich. Dass die ETH weltweit eine Pionierrolle in der Klimaforschung einnimmt, ist unter anderem Ulrike Lohmann zuzusprechen. Sie ist eine der Hauptautoren des letzten UNO-Klimaberichts IPCC, der mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.
Dunkelblauer Stahl und viel Glas: Das Istituto di Ricerca in Biomedicina (IRB) in der Innenstadt von Bellinzona wirkt von aussen kühl und wenig einladend. Tritt man jedoch durch den Haupteingang in den Innenhof, fühlt man sich sofort wohl, ein bisschen wie in der Wohnküche einer grossen WG.

Als Michael Grätzel seine Arbeiten im Wissenschaftsmagazin «Nature» im Jahr 1991 veröffentlichte, erregte er grosses Aufsehen. Die Medien verkündeten bereits eine neue Ära günstigerer und zuverlässigerer Sonnenenergie. Der aus Deutschland stammende Forscher hat nämlich der Solarzellenwelt, in der das Silizium dominierte und noch immer weitgehend dominiert, eine radikal andere Lösung vorgeschlagen. «Die Industrie war sehr schnell daran interessiert», sagt der an der ETH Lausanne tätige Professor für physikalische Chemie. «Aber diese Technologie musste erst noch ausreifen. Das brachte auch Enttäuschungen mit sich. Und dann hegten auch viele Forscher Zweifel an der Gültigkeit unserer Experimente.»
«Ich war ein Weltverbesserer, und ich bin einer geblieben», sagt Ernst Fehr. Als Vertreter der «psychologischen Wende» in den Wirtschafts- wissenschaften entdeckte Fehr den Einfluss von Fairnessvorstellungen auf soziales und wirtschaftliches Verhalten. Er gehört zu den wenigen Ökonomen deutschsprachiger Universitäten, die in den Wissenschafts-zeitschriften nicht nur regelmässig publizieren, sondern ebenso häufig Aufsehen erregen.
Am 6. Oktober 1995 geben zwei Schweizer Astrophysiker eine Entdeckung bekannt, welche die moderne Astronomie revolutionierte. Michel Mayor und Didier Queloz beobachten den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems. Dieser Exoplanet kreist um einen Stern, der 42 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Sie taufen ihn 51 Peg b. Diese Meisterleistung schlägt das dritte grosse Kapitel der Geschichte der zeitgenössischen Astronomie auf - nach Einsteins Relativitätstheorie und dem Verständnis des Sternenlichts. Eine sagenhafte Suche beginnt: jene nach anderen Welten, auf denen möglicherweise sogar Leben existiert.
«Die Religionen betonen heute ihren Absolutheitsanspruch und ihre einzigartige Identität», sagt Othmar Keel. «Stattdessen könnten sie sich auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen.» Mit seiner Forschung hat Keel nachgewiesen, dass die abrahamitischen Religionen, also Judentum, Christentum und Islam, den gleichen Stammbaum besitzen, der über Israel bis in die heidnischen Glaubensvorstellungen des Alten Orients zurückreicht.
«Jede Krebszelle hat ihre eigene Geschichte», sagt Carlo Catapano. «Meine Aufgabe ist es, diese zu studieren und wenn möglich die Geschichte zu beenden.» Er leitet das Laboratorium für experimentelle Krebsforschung am Onkologischen Institut der Italienischen Schweiz (IOSI) in Bellinzona. Hier hat er seit 2003 eine Forschergruppe aufgebaut, die untersucht, wieso eine Krebszelle plötzlich zu wuchern beginnt und wie man sie davon abhalten kann.
Pierre Thomann erforscht die Zeit bis auf den Punkt genau. Zusammen mit seinem Team baut er Uhren auf der Basis von lasergekühlten Atomen. Atomuhren, welche die Länge einer Sekunde genau festlegen, gibt es zwar schon seit Jahrzehnten. Die Länge einer Atomsekunde entspricht exakt 9'192'631’770 Schwingungen des Atoms Cäsium-133 zwischen zwei bestimmten Energieniveaus des Atoms.
Wieso nur schlagen sich junge Männer gegenseitig die Köpfe ein? Was ist falsch gelaufen, dass jemand kriminell wird? Nützen Strafen? Und wenn nicht: Wie kann Gewalt verhindert werden?
Der gebürtige Walliser Denis Duboule ist weltweit einer der herausragendsten Spezialisten bei der Erforschung der genetischen Grundlagen der Entwicklung von Tier und Mensch. An der Universität Genf untersucht er die sogenannten Architekten-Gene. Diese heissen nicht etwa so, weil sie aus jedem Bauarbeiter einen Botta oder Calatrava machen. Sie sind vielmehr für den korrekten Körperbau eines Organismus verantwortlich – egal ob bei der Maus oder beim Menschen.
«Einige Leute halten unser Labor für etwas verrückt», sagt Rolf Pfeifer angesichts des sprichwörtlich kreativen Chaos am Labor für Künstliche Intelligenz an der Universität Zürich. In seinen Räumen befindet sich der Besucher inmitten von hüpfenden, rennenden und schwimmenden Kreaturen aus Plastik, Metall, Motoren und Sensoren: Stumpy, Wanda und Puppy etwa heissen Tanzroboter, Roboterfisch und ein Hündchen aus Blech. Sie warten in mehrfacher Ausführung – zum Teil aktionsbereit, zum Teil in die einzelnen Bestandteile zerlegt – die nächsten Experimente ab. Der Robotiker Rolf Pfeifer untersucht mit diesen selbst entwickelten Billigst-Robotern, wie der Körper das Denken beeinflusst.
Forschende aus allen Kontinenten zieht es in die Ameisenmetropole Lausanne, zu Laurent Keller, Professor für Ökologie und Evolution der Universität Lausanne. «Wenn man alle in einem Wald auffindbaren Organismen sammeln würde, könnte man feststellen, dass drei Viertel der gesamten Biomasse Ameisen sind», erklärt Keller. «Würde man die Ameisen von der Erde entfernen, wäre das wahrscheinlich für Hunderttausende von Arten das Ende.»
Dass sich die Medien auf ihn stürzen, liegt nicht nur daran, dass Thomas Stocker einer der renommiertesten Klimaforscher der Welt ist. Er hat das grosse Talent, die nicht gerade einfache Klima-Problematik sachlich und präzise auf den Punkt zu bringen.
Als Felicitas Pauss am Morgen des 2. Mai 1983 ihren Dienst am CERN bei Genf antrat, merkte sie sogleich, dass etwas anders war als sonst: Gestikulierend und diskutierend drängelten sich ihre Kollegen im Kontrollraum des CERN, der sonst um diese Zeit nur spärlich besetzt ist – nicht so bei dieser Frühschicht. In der Nacht waren Spuren eines bisher noch nie beobachteten Teilchens gesichtet worden.