2001 lancierte der Schweizerische Nationalfonds im Auftrag des Bundes die ersten 14 Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS). Nun geben zwei Broschüren erstmals einen Überblick über Themen, Ziele und Charakteristika der einzelnen NFS und zeigen dabei anschaulich, an welchen Fragen Schweizer Spitzenforschende zurzeit arbeiten.
Frauen können künftig unabhängig von ihrem Alter ein Gesuch um ein Forschungsstipendium für angehende und fortgeschrittene Forschende einreichen. Mit dem Entscheid, die Altersgrenze für Frauen aufzuheben, leistet der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in Europa Pionierarbeit. Der SNF möchte auf diese Weise die Frauen stärker als heute ermuntern, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Die Massnahme tritt im Januar 2002 in Kraft und ist auf zwei Jahre befristet. Das entscheidende Kriterium für die Gewährung eines Stipendiums bleibt jedoch die wissenschaftliche Qualität des Projekts.

In einer Nationalfonds-Studie haben Zürcher Forschende herausgefunden, wie Viren in den gut abgeschirmten Zellkern gelangen: Sie docken an die Kernhülle an, legen ihren Mantel ab und reisen als blinde Passagiere ins Kerninnere.

Mit Kristallen einer besonderen Art könnte radioaktives Jod, ein Abfallprodukt der kommerziellen Nutzung der Kernenergie, effizient und umweltschonend absorbiert werden. In einem Experiment hat eine Forschungsgruppe der Universität Bern nämlich den Nachweis erbracht, dass Kristalle, sogenannte organische Zeolithe, die aussergewöhnliche Fähigkeit besitzen, Jod in ihrer Struktur aufzunehmen. In diesen neuartigen Zeolithen sind die Moleküle gitterartig miteinander zu Strukturen verbun-den, die Hohlräume umschliessen. Das Berner Team unter der Leitung von Jürg Hulliger untersucht im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Supramolekulare funktionale Materialien» (NFP 47) des Schweizerischen Nationalfonds noch weitere Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten derartiger molekularer Zeolithe, insbesondere die Entwicklung elektronischer Bausteine im Nanometerbereich.
Auch wenn die Existenz von "Ausländerquartieren" andere Annahmen nahelegt: Nicht die Nationalität, sondern das Einkommen bestimmt die Wahl des Wohnquartiers, wie eine neue Nationalfondsstudie bestätigt. Auch in den Immigrantenquartieren hängt die soziale Rangordnung nicht vom Pass, sondern vom Anpassungsgrad an die bestehende Ordnung ab. Dies gilt selbst für die "Secondos", die sich bewusst vom kleinbürgerlichen Schweizer Alltag abgrenzen.

Zwei Pflanzenkrankheiten machen den Winzern weltweit zunehmend Probleme: Esca und Eutypiose. Auch in der Schweiz scheinen diese zwei Pilzkrankheiten auf dem Vormarsch zu sein. Forschende des Nationalen Forschungsschwerpunktes «Überlebenserfolg von Pflanzen» suchen nach Wegen, um die Reben davor zu schützen. Chemiker der Universität Neuenburg analysieren die von den Pilzen produzierten Gifte und suchen parallel dazu nach Fungiziden, welche die Pilze wirksam schädigen. Fachleute für Pflanzenkrankheiten der ETH Zürich forschen nach Gegenspielern, welche die Toxine unschädlich machen. Esca und Eutypiose sind in vielen Ländern ein grosses Problem, zum Beispiel in Frankreich, Italien oder Südafrika. Über die Situation in der Schweiz ist wenig bekannt. Olivier Viret von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Pflanzenbau Changins hat deshalb vor kurzem mit einer Untersuchung begonnen. In rund der Hälfte der bisher betrachteten Rebberge ist er auf befallene Pflanzen gestossen.
Der diesjährige Nationale Latsis-Preis geht an die 37jährige Sprachwissenschaftlerin Lorenza Mondada, noch bis Ende Jahr Assistenzprofessorin an der Universität Basel, seit September 2001 ordentliche Professorin an der Universität Lyon. Mit sprach- und fachübergreifenden Untersuchungen zur Wissensbildung im Forschungsbetrieb sowie weiteren Arbeiten auf dem Feld der interaktionalen Linguistik hat sich die mehrsprachige Tessinerin als eine der herausragenden Persönlichkeiten ihres Fachgebiets etabliert.
SNF. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) will die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen (ESZ) zukünftig unterstützen. Entsprechende Projekte müssen aber strenge Bedingungen erfüllen. Dies hat der Stiftungsrat an seiner ordentlichen Sitzung vom 28. September entschieden. Ein dem SNF vorliegendes Projekt von Genfer Forschenden entspricht diesen hohen Anforderungen und wird vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Gleichzeitig mit seinem grundsätzlichen Ja zur ESZ-Forschung empfiehlt der SNF dem Gesetzgeber, die Forschung mit menschlichen ESZ gesetzlich klar zu regeln.

Ein neues bildmedizinisches System ermöglicht die Lokalisation von Hirnstrukturen, die mit bisherigen Methoden schwer zu unterscheiden waren. Dies ist besonders für die Neurochirurgie von grossem Nutzen. Zum Beispiel, um zur Behandlung der Parkinsonkrankheit Elektroden gezielt in tiefe Hirnregionen einzusetzen. Entwickelt wurde das neue System von Forschenden des Laboratoriums für Signalverarbeitung der ETH Lausanne und des neurochirurgischen Dienstes des waadtländischen Kantonsspitals mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds. Das Forschungsteam hat zuerst auf Grund von Gewebeschnitten einen Atlas des Gehirns erstellt und anschliessend eine Software entwickelt, mit welcher die Bilder durch gezielte Veränderungen an die individuelle Gestaltung des Gehirns eines Patienten angepasst werden.
Thomas Mann gilt als liberaler, philosemitischer Geist. Doch im erzählerischen Werk des deutschen Klassikers lässt sich eine nationalistische Grundhaltung beobachten, die dem bekannten Bild widerspricht. Dies zeigen erste Resultate einer Nationalfonds-Studie des Berner Literaturforschers Yahya Elsaghe.

Ein neues, sogenannt optoakustisches Verfahren liefert aussagekräftige Bilder von Gewebestrukturen. Sowohl pathologische Hautveränderungen als auch Tumoren in tiefer liegenden Gewebeschichten können anhand ihrer unterschiedlichen Absorptionseigenschaften präzise lokalisiert werden. Auch Blutgefässe werden abgebildet, und dabei sind sogar die Adern von den Venen unterscheidbar. Das hochempfindliche, nicht invasive Verfahren, das am Institut für angewandte Physik der Universität Bern mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds und der Bernischen Genossenschaft für Technologievermittlung (BETECH) entwickelt wurde, kombiniert unter Benützung eines Lasers die Vorteile von zwei klassischen bilddiagnostischen Methoden: die grosse Tiefenwirkung des Ultraschalls und den hohen Kontrast der optischen Tomographie.

Wie hoch wird die Welle, wenn grosse Fels-, Schnee- oder Eismassen in einen gefüllten Stausee eintauchen? Das ist eine der Fragen, welche die Forscher an der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (VAW) der ETH Zürich beschäftigt. Nun ist es ihnen gelungen, den Beginn solcher Wellen zu simulieren. Mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds haben sie einen Rutschgenerator entwickelt, der in einer Versuchsanlage Wellen dieser Intensität auslösen kann. Der Rutschgenerator presst mit Druckluft ein Granulat in der Grösse von Kieselsteinen in ein Wasserbecken, und das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 Stundenkilometer. Reflektierende Kunststoff-Kügelchen im Wasser erlauben es, die Wasserbewegungen innerhalb der beginnenden Welle zu beobachten. Zwar wurden bisher schon solche Impulswellen im Modell berechnet. Mit Hilfe des Rutschgenerators ist es nun aber erstmals möglich, sie auch physikalisch kontrolliert zu simulieren.

Sie sind 30'000 in der Schweiz und Millionen in der ganzen Welt, die sich tœglich Insulin spritzen müssen. Nun œndert eine neue Therapie das Leben dieser Diabetiker: die Transplantation von Langerhans-Inseln, Zellhaufen der Bauchspeicheldrüse, deren Versagen Ursache der Krankheit ist. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Implantate und Transplantate» arbeiten Forschende des Genfer Universitœtsspitals und der ETH Lausanne zusammen, um die Aussichten dieser Therapie zu verbessern. Die Langerhans-Inseln werden in winzigen Polymerkapseln eingeschlossen und dadurch vor Abwehrreaktionen des Körpers geschützt. Mit dieser Technik soll es auch möglich werden, Inseln zu transplantieren, die nicht von einem menschlichen Spender, sondern von Schweinen stammen. Damit wœre das Haupthindernis von Transplantationen überwunden, nœmlich der Mangel an Organspendern.
SNF. Dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung liegt erstmals ein Beitragsgesuch zu einem Forschungsvorhaben vor, das den Einsatz von aus dem Ausland importierten menschlichen embryonalen Stammzellen vorsieht. Der für die Zusprache von Förderungsmitteln des Nationalfonds zustœndige Ausschuss des Nationalen Forschungsrats hat an seiner heutigen Sitzung entschieden, das entsprechende Projekt vorlœufig nicht zu finanzieren, um der politischen Diskussion über die ethischen und juristischen Aspekte des Vorhabens nicht vorzugreifen.
45 Start-up-Firmen, 100 Patente und Lizenzen, über 380 Produkte, die erste Langzeitbeobachtung der Schweizer Gesellschaft, mehr als 700 Doktorate und knapp 1000 Diplome. Dies sind einige der Resultate der vier Schwerpunktprogramme des Schweizerischen Nationalfonds, die ab 1992 gestartet wurden. Drei davon - Umwelt, Biotechnologie und Informations- und Kommunikationsstrukturen - werden bis Ende Jahr abgeschlossen, das SPP Zukunft Schweiz dauert noch drei Jahre. Die neu erschienene Publikation Prisma Spektrum 1992-2001 zieht Bilanz und legt Rechenschaft über die Forschungstœtigkeit ab.
4400 meist junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiteten im Jahr 2000 durchschnittlich an Forschungsprojekten, die vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) unterstützt werden. Für die Finanzierung von Forschungsprojekten und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist der Nationalfonds im Jahr 2000 Förderungsverpflichtungen von 360 Millionen Franken eingegangen. Der Anteil der in SNF-unterstützten Forschungsprojekten beschäftigten Frauen stieg im Jahr 2000 weiter leicht an. Die Einrichtung der ersten SNF-Förderungsprofessuren und die Evaluation und Auswahl einer ersten Serie von Nationalen Forschungsschwerpunkten (NFS) prœgten die Förderungsaktivitœten des vergangenen Jahres.

Die Bakterienkrankheit Feuerbrand ist die gefürchtetste Krankheit von Apfel- und Birnbœumen. Da bis jetzt kein wirkungsvolles Pflanzenschutzmittel zur Verfügung steht, und Antibiotika im Schweizer Pflanzenbau nicht zugelassen sind, testen Experten der Forschungsanstalt für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wœdenswil alternative Abwehrstrategien. So setzen sie harmlose Bakterien ein, die dem Feuerbrand auf den Apfel- und Birnenblüten Konkurrenz bieten. Unterstützt werden sie dabei vom Schwerpunktprogramm «Biotechnologie» und Forschenden der ETH Zürich. Diese untersuchen mit Hilfe gentechnischer Methoden, wann die Bakterien am besten ausgebracht werden sollten, und ob auch Bienen zur Verbreitung der «guten» Bakterien beitragen könnten.
Chemikalien wie das Pestizid DDT, kunststoffweichmachende Phthalate oder das zur CD-Herstellung verwendete Bisphenol A können im menschlichen und tierischen Organismus die Hormonfunktionen verœndern und dadurch ernsthafte gesundheitliche und ökologische Störungen verursachen. Allerdings fehlt bis heute eine Übersicht über die Belastungssituation durch hormonaktive Chemikalien. Auch ist der Zusammenhang zwischen Belastung und beobachteten Effekten ebenso ungeklœrt wie zahlreiche weitere Fragen. Das neue Nationale Forschungsprogramm «Hormonaktive Stoffe: Bedeutung für Menschen, Tiere und Ökosysteme» (NFP 50) soll solche Fragen klœren und für Behörden und Industrie eine Entscheidungsgrundlage für den künftigen Umgang mit hormonaktiven Stoffen erarbeiten. Für die fünfjœhrigen Forschungsarbeiten stehen 15 Millionen Franken zur Verfügung.
Wo hält sich die Erinnerung an den ersten Kuss versteckt? Wo liegt das Bewusstsein? Was passiert bei einem Schlaganfall oder wenn jemand an Alzheimer erkrankt? Die neue, attraktiv gestaltete Broschüre «Wunderwelt Gehirn» des Nationalen Forschungsprogramms «Krankheiten des Nervensystems» (NFP 38) erklœrt, wie wir unsere Umgebung wahrnehmen, wie Stimmungen und Gefühle entstehen, weshalb wir Neues lernen und uns erinnern können, oder was der Unterschied zwischen einer reflexartigen und einer bewussten Bewegung ist. Einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Gehirns leisten auch die Forschungsresultate des NFP 38, die in diese Broschüre eingeflossen sind. Sie ist in Deutsch und Französisch erhältlich und kann kostenlos beim Schweizerischen Nationalfonds bezogen werden.

Kalter Kaffe oder aktuelle Infos - diese Unterscheidung macht das Gehirn auch bei aufkommenden Gedanken. Ein Filter sortiert Erinnerungen und Gedanken, die von der Gegenwart handeln, bevor sie uns überhaupt bewusst werden. Dadurch können wir in Erinnerungen schwelgen, ohne sie mit unserer aktuellen Situation zu verwechseln. Dies haben Armin Schnider und sein Team vom Universitœtsspital Genf herausgefunden. Mit Unterstützung des Nationalen Forschungsprogramms «Krankheiten des Nervensystems» (NFP 38) untersuchen sie Patienten, die nach einer Hirnverletzung in einer Welt der Erinnerungen leben. Mit Hilfe von Verhaltensexperimenten fanden die Hirnforscher heraus, dass diese Menschen nicht - wie früher angenommen - an Gedœchtnisverlust leiden, sondern vielmehr am Überhandnehmen der Erinnerungen. Die Patienten haben eines gemeinsam: eine Verletzung im vorderen limbischen System des Gehirns. Doch meist erholen sie sich nach ein paar Monaten wieder.
Nicht etwa sozial vereinsamt, sondern vielmehr gut integriert sind die meist jungen Leute, die einen grossen Teil ihrer Freizeit in Internet-Gesprœchsforen verbringen. Wer sich im Netz kennengelernt hat, wird sich früher oder spœter meist auch persönlich treffen. Dies zeigt eine soziologische Studie, die als Teil des Nationalfonds-Schwerpunktprogramms «Zukunft Schweiz» kürzlich abgeschlossen wurde.

Alpenregionen reagieren unterschiedlich auf eine allfœllige Klimaerwœrmung. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Anteil der Gletscher. Dies hat eine Nationalfonds-Studie der Fachgruppe für Bildwissenschaft der ETH Zürich ergeben. Für die wenig vergletscherten Untersuchungsregionen wurde für die Jahre 2030 und 2100 ein Rückgang des Wasserabflusses berechnet. Bei starker Vergletscherung wie im Wallis nimmt der Abfluss jedoch zu, aber nur, solange noch genügend Eis vorhanden ist. Dann geht auch in dieser Region der gesamte Wasserabfluss zurück. Zudem scheint sich eine Klimaerwœrmung positiv auf die Stromproduktion auszuwirken: Niederschlœge fallen auch im Winter vermehrt als Regen und werden direkt abflusswirksam. Und die Schneedecke ist weniger mœchtig. Dadurch sind die sommerlichen Spitzen und die winterlichen Niedrigwasser nicht so ausgeprœgt. Lauf-Kraftwerke können deshalb in Zukunft ihre Anlagen besser ausnutzen.

Die Auffassung, dass in den deutschsprachigen Lœndern eine einheitliche, am deutschen Deutsch orientierte Standardsprache gelte, ist heute zwar am Schwinden, prœgt jedoch immer noch die gœngigen Sprach-Regelwerke. Im Rahmen eines internationalen Forschungsprojekts entsteht erstmals ein Wörterbuch der deutschen Standardsprache, das alle Ausprœgungen des Hochdeutschen als gleichwertige Varianten behandelt. Sowohl der Schweizerische Nationalfonds als auch dessen Paralleorganisationen in Deutschland und Österreich unterstützen das Projekt.

Um Strassen vor Schneeverwehungen zu schützen oder Schnee-bretter zu vermeiden, werden oft Schneezœune errichtet. Allerdings ist es im gebirgigen Relief schwierig vorherzusagen, wo solche Verbauungen am besten positioniert werden. Mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds haben Informatiker der Universitœt Genf ein Computerprogramm geschaffen, das Schneeverwehungen simuliert und den Effekt von Lawinenbauten testen lœsst. Sie haben dazu einen völlig neuen Ansatz gewœhlt und idealisierte Schneeflocken kreiert, die sich nach einfachen physikalischen Regeln verhalten. Das Programm hat sich bereits in der Praxis bewœhrt: Es hat dem Walliser Forstdienst geholfen, den optimalen Standort von Verwehungsbauten in der Nœhe von Verbier zu bestimmen.

Die gesellschaftliche Situation von Frauen in der Schweiz ist facettenreich. In der Westschweiz sind Frauen mit kleinen Kindern hœufiger erwerbstœtig als in der Deutschschweiz. Am wenigsten ins Berufsleben integriert sind die Mütter im Tessin, obwohl dort bei weitem die besten Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder bestehen. Dies sind einige der zahlreichen Resultate des ersten Schweizer Frauen- und Gleichstellungsatlas der Schweiz, der im Rahmen des Schwerpunktprogramms «Zukunft Schweiz» des Schweizerischen Nationalfonds entstanden ist und hauptsœchlich auf den Daten der Volkszœhlung beruht. Die geografischen Unterschiede schlagen sich in verschiedenen Messgrössen wie der Verteilung der Familienformen, der beruflichen Stellung, der Ausbildung oder des Abstimmungsverhaltens nieder. In einem Gleichstellungsindex zusammengefasst lœsst sich daraus eine gleichstellungspolitische Rangliste erstellen, die von den Westschweizer Stœdten angeführt wird. Am Ende stehen die Stadtrandgürtel und nicht stœdtischen Gemeinden der Deutschschweiz - mit Ausnahme der touristischen und landwirtschaftlichen Gemeinden.

Lithiumionen-Batterien werden zunehmend in Mobiltelefonen und Laptops eingesetzt. Diese leichten, kompakten Stromquellen interessieren auch die Automobilbranche: Mittelfristig werden sie als Bordnetzbatterien in Kraftfahrzeugen verwendet, lœngerfristig sind sie zum Antreiben von Elektromobilen vielversprechend. Dazu müssen sie allerdings billiger und noch leistungsfœhiger werden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nanowissenschaften» des Schweizerischen Nationalfonds gelungen: Eine Forschungsgruppe des Paul Scherrer Instituts (PSI) hat eine Methode entwickelt, mit welcher Prozesse in Lithiumionen-Batterien in einer Auflösung von wenigen Millionstel Millimetern beobachtet werden können. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, technischen Problemen dieser Batterien auf den Grund zu gehen und gezielt nach Lösungen zu suchen.

Die natürliche Selektion wird durch Gene gesteuert, wie sich am Verhalten von Ameisen beobachten lœsst. Für seine hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Evolutionsökologie erhielt Professor Laurent Keller, Direktor des Instituts für Ökologie der Universitœt Lausanne, den Nationalen Latsis-Preis 2000. Die mit 100'000 Franken dotierte Auszeichnung wurde ihm am 17. Januar 2001 in Bern vom Schweizerischen Nationalfonds im Auftrag der internationalen Latsis-Stiftung überreicht.