
Seit dem 18. Jahrhundert hat sich der Orgelbau nach traditionellem mechanischem Prinzip kaum weiterentwickelt. Jetzt hat der Organist und Komponist Daniel Glaus mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Förderagentur für Innovation (KTI) eine Orgel entwickelt, auf der ein Spieler allein mittels Tastensteuerung Einfluss auf die Klangfarbe, die Dynamik und die Tonhöhe nehmen kann. Die international einzigartige Orgel hat das Potenzial zur Revolutionierung der Orgelmusik.

Die mechanischen Eigenschaften von Spinnenseide sind beeindruckend und übertreffen diejenigen künstlich hergestellter Materialien. Nun haben Forschende der ETH Zürich in einem Nationalfonds-Projekt mit Hilfe einer neuen Methode der NMR-Spektroskopie die komplizierte Struktur der Spinnenseide genauer charakterisiert.
Öffentlichkeitsarbeit wird in der Schweiz vor allem von Laien durchgeführt. Eine Aus- oder Weiterbildung im Bereich Public Relations haben nur wenige der PR-Leute. Das ist ein Resultat einer Studie des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ). Das Forschungsprojekt war Teil des Schwerpunktprogramms "Zukunft Schweiz" des Schweizerischen Nationalfonds.
Der Nationale Latsis-Preis 2003 geht an die 35-jährige Neurobiologin Silvia Arber vom Biozentrum und vom Friedrich-Miescher-Institut in Basel. Sie wird für ihre entscheidenden Beiträge zum Verständnis neuronaler Schaltkreise im Rückenmark ausgezeichnet. Der Nationale Latsis-Preis mit einer Preissumme von 100'000 Franken wird vom Schweizerischen Nationalfonds im Auftrag der Genfer Latsis-Stiftung verliehen.
Drei Jahre nach dem Start attestieren internationale Expertengremien den Nationalen Forschungsschwerpunkten auch im weltweiten Vergleich Spitzenleistungen. Das Bundesamt für Bildung und Wissenschaft und der Schweizerische Nationalfonds sehen die bevorstehende zweite Ausschreibung dieses Programms durch die momentane finanzielle Unsicherheit nicht in Frage gestellt. Berücksichtigt werden in der zweiten Ausschreibung ausschliesslich Projekte aus den bislang untervertretenen Geistes- und Sozialwissenschaften.
Bisher wurde der themensetzenden Wirkung von Massenmedien in Schweizer Wahlkämpfen nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Nun liegt die Studie des Politikwissenschaftlers Peter Selb vor: Am Beispiel der National- und Ständeratswahlen 1999 im Kanton Zürich zeigt Selb, dass die unterschiedliche Betonung politischer Themen in den Printmedien die individuellen Einschätzungen von Themenwichtigkeit beeinflusst. Dennoch lässt sich gleichzeitig auf der gesellschaftlichen Ebene eine erstaunlich stabile Themenpriorität beobachten, die keineswegs den Trends in den Medien entspricht.

Ein neuer Chip kommt den Tricks bakterieller Krankheitserreger auf die Spur. Entwickelt wurde er in einem Nationalfonds-Projekt von Jacques Schrenzel und seinem Team am Universitätsspital Genf. Der Chip misst, welche Gene aktiv sind, wenn sich Bakterien in Kolonien zusammenrotten, um sich auf Implantaten oder Herzschrittmachern gegen Antibiotika zu schützen. Dies könnte der Entwicklung neuer Medikamente dienen.
Während vier Jahren wurde die Forschungstätigkeit an den kantonalen Fachhochschulen (FH) und den Pädagogischen Hochschulen (PH) vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) gemeinsam gefördert. Diese erste enge Zusammenarbeit zwischen KTI und SNF wurde mit einem sehr positiven Ergebnis belohnt. 119 Projekte wurden mit insgesamt 6,2 Millionen Franken der öffentlichen Hand unterstützt (KTI und SNF), 5,5 Millionen wurden von den Programmpartnern beigesteuert. Ab 2004 wird eine Fachkommission des SNF diese Art von Forschungsprojekten weiter fördern.

Mit Hilfe eines komplexen Messsystems in einem Hang oberhalb von Randa (VS) haben Forschende der ETH Zürich ein 3D-Modell der Bewegungen im Inneren des Berges entwickelt. Mit überraschendem Resultat: Die Bewegungen in der Tiefe sind ausgeprägter als jene an der Oberfläche. Fernziel der Grundlagenforschung ist die zuverlässigere Prognose grosser Felsrutsche.
Fünfzehn europäische Länder, darunter die Schweiz, lancieren gemeinsam ein neues Forschungsförderungsprogramm. Mit 5,2 Millionen Euro sollen jährlich 25 vielversprechende Forschende mit ihren Teams gefördert werden.
Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) ist besorgt über die Auswirkungen, die das Sparpaket 2003 auf die Zukunft der Forschung in der Schweiz haben könnte. Er appelliert an die Parlamentarierinnen und Parlamentarier, welche die Vorlage im September beraten, der Forschungsförderung weiterhin Priorität einzuräumen.

Während eines wesentlichen Teils der Altsteinzeit war es üblich, dass wenige Männer viele Frauen hatten. Zu dieser Erkenntnis gelangte die Forscherin Isabelle Dupanloup von der Universität Ferrara (Italien) im Rahmen ihrer vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Arbeit zum Y-Chromosom.
Was die Handlungsfreiheit der Ärzte und den Zugang von Patientinnen und Patienten zu verschiedenen Techniken der Reproduktionsmedizin betrifft, erscheint die Schweiz im internationalen Vergleich als restriktives Modell. Im Hinblick auf die aktuellen Debatten um die Stammzellenforschung und im Kontext wachsender internationaler Konkurrenz ist dies ein Forschungsergebnis von einiger politischer Brisanz.
Beschwerden des Bewegungsapparats sind ein grosses gesundheitliches Problem, das sich mit dem steigenden Anteil älterer Menschen in Zukunft noch verstärken dürfte. Deshalb schreibt der Schweizerische Nationalfonds das Nationale Forschungsprogramm «Muskuloskeletale Gesundheit - chronische Schmerzen» aus. Das Programm erforscht die Ursachen und liefert die Grundlagen für neue Präventions- und Behandlungsstrategien. Es hat ein Budget von 12 Millionen Franken und dauert fünf Jahre.

Eine revolutionäre photovoltaische Solarzelle der ETH Lausanne hat in ihrer zwölfjährigen Entwicklung auch die letzte Hürde genommen: den Hitzebeständigkeitstest. Sie wird somit zur ernsthaften Konkurrenz für die traditionellen Solarzellen. «Die Herstellungskosten könnten auf einen Fünftel sinken», schätzt ein Experte. Zahlreiche Unternehmen aus der ganzen Welt interessieren sich für die mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds durchgeführten Arbeiten.
4200 meist junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiteten im Jahr 2002 an Forschungsprojekten, die vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) unterstützt wurden. Im vergangenen Jahr hat der SNF 368,5 Millionen Franken für die Forschungsförderung aufgewendet.
Mit der Einführung von leistungsorientierten Managementinstrumenten hat die obligatorische Weiterbildung in den Verwaltungen an Bedeutung gewonnen. Hingegen bleibt wenig Raum für freiwillige Initiativen. "Die Aufwertung der Weiterbildung durch das New Public Management fällt insgesamt schwach aus", lautet das Fazit einer Nationalfondsstudie zum Weiterbildungsverhalten bei Kadern in staatlichen Verwaltungen und öffentlich-rechtlichen Unternehmen.
Was ist aus den Kindern der italienischen und spanischen Gastarbeiter der Sechzigerjahre geworden? Eine Studie kommt zu überraschenden Ergebnissen, die gerade im Hinblick auf die Ständeratsdebatte zur erleichterten Einbürgerung von Interesse sind: Secondos haben eine gute Ausbildung, sind beruflich erfolgreich und bringen Job und Familie besser unter einen Hut als ihre Schweizer Altersgenossinnen und -genossen. Was ihnen fehlt, sind die politischen Rechte - mit Folgen für die gesamte Gesellschaft.

Bechstein-Fledermäuse ziehen mehrmals in der Woche um. Zuvor einigen sich die Tiere auf eine neue Schlafhöhle, hat ein Nationalfonds-Projekt ergeben. Dieser Informationsaustausch könnte den Schutz der bedrohten Fledermausart erleichtern
Menschen mit HIV oder Aids leiden unter verschiedenen, zum Teil schwerwiegenden rechtlichen Schwierigkeiten, die zu einer exis-tenziellen Bedrohung führen können. Die in einer Nationalfonds-Studie festgestellten Probleme und Lücken im System sozialer Sicherheit treffen aber mehrheitlich auf alle Menschen mit chronischen Krankheiten zu.
Im Nationalen Forschungsprogramm "Antibiotikaresistenz" wird in den nächsten drei Jahren ein schweizweites Überwachungssystem für antibiotikaresistente Krankheitserreger entwickelt. Die Methodologie, die dem Monitoring zugrunde liegt, ist international einmalig und bildet die Grundlage für die Erforschung, Erarbeitung und Kontrolle von Präventionsmassnahmen.

Die "Geographia" des griechischen Naturforschers Klaudios Ptolemaios hat das Bild der Erde von der Antike bis in die frühe Neuzeit geprägt. Nun ist eine der ältesten noch erhaltenen Handschriften in einem Nationalfonds-Projekt erstmals eingehend geprüft worden.

Die Aufzeichnung des Herzmagnetfeldes lässt Herzbeschwerden bereits im Frühstadium erkennen. Diese Form der Herzdiagnostik kommt jedoch nur selten zur Anwendung, da sie sehr aufwändig und teuer ist. Nun wurde die Methode in einem Nationalfonds-Projekt stark vereinfacht, so dass sie auch für gewöhnliche Spitäler erschwinglich wird.
Menschen handeln nicht nur im Eigeninteresse. Altruistisches Handeln ist häufiger als erwartet. Kooperatives Verhalten nimmt aber schnell ab, wenn es mit Strafen erzwungen werden soll. Das zeigt eine Nationalfonds-Studie der Universität Zürich.
Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung hat 43 neue Förderungsprofessuren vergeben. Jungen hochqualifizierten Forschenden wird so die Gelegenheit geboten, mit einer Unterstützung von durchschnittlich 1,2 Mio. Franken ein Team zusammenzustellen und ein eigenes Forschungsprojekt in der Schweiz zu lancieren.

Im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Neuenburg hat Jean-Luc Perret eine Versuchsanordnung geschaffen, die Einblicke in das verborgene Leben der Zecken gewährt. Dabei hielt er die berüchtigten Überträger von Viren und Bakterien während zehn Tagen in einem geschlossenen Raum gefangen, variierte verschiedene Umweltbedingungen und beobachtete ihre nächtlichen Wanderungen. Eine Weltpremiere!
Regelmässig bilden sich an den Finanzmärkten Spekulationsblasen, die, wenn sie platzen, grosse volkswirtschaftliche Schäden anrichten. Lassen sich derartige Blasen durch neue Finanzinstrumente verhindern, durch Vorschriften mildern, oder sollte gar die Nationalbank eingreifen? Ein Projekt des nationalfonds-unterstützten Nationalen Forschungsschwerpunkts FINRISK lässt erste Aussagen zu.

Die vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Physiker des kantonalen Observatoriums von Neuenburg haben eine einzigartige Atomuhr entwickelt. Die aussergewöhnliche Uhr wird diesen Frühling dem Bundesamt für Metrologie und Akkreditierung übergeben und dient dann als Grundlage für die Abstimmung der internationalen Zeit.
Die migrationspolitische Entwicklung der Schweiz läuft in eine ähnliche Richtung wie jene in alten Einwanderungsländern, zum Beispiel in Kanada oder den USA: An der Grenze wird stärker selektioniert, im Land rascher integriert und eingebürgert. Eine zukunftsweisende Migrationspolitik müsste noch klarer als heute definieren, welche Zuwanderer in der Schweiz erwünscht sind. Das sind Schlussfolgerungen aus dem Nationalen Forschungsprogramm 39 "Migration und interkulturelle Beziehungen", die an einer Medienkonferenz in Bern präsentiert wurden.

Das Lawinenrisiko an steilen Hängen kann besser abgeschätzt werden: Mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds haben Forschende des Eidg. Instituts für Schnee- und Lawinenforschung erstmals modelliert, wie Schnee auf steilen Hängen verfrachtet wird - eine wichtige Ursache für labile Schneebretter.
Der Nationale Latsis-Preis 2002 wird am 16. Januar 2003 im Rathaus Bern an den Physiker Jérôme Faist übergeben. Der Schweizerische Nationalfonds verleiht ihm im Auftrag der Genfer Latsis-Stiftung diesen Wissenschaftspreis, mit 100'000 Franken einer der höchstdotierten der Schweiz, für seine herausragenden Beiträge in der Festkörperphysik.
Frauen sind in der Forschung untervertreten. Diesem Problem tritt der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung mit dem speziell für Frauen geschaffenen Marie-Heim-Vögtlin-Programm entgegen. In diesem Jahr wird das Förderungsprogramm auf die Geistes- und Sozialwissenschaften ausgeweitet.