Eine im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54) erarbeitete Quartiertypologie ermöglicht, die Quartiere der Schweizer Städte analog zu den Gemeinden darzustellen und in ihrer demografischen und städtebaulichen Entwicklung zu beobachten. Ein Resultat besagt, dass die Städte bezüglich der sozialen Durchmischung grosse Unterschiede aufweisen.
Noch ist in der Schweiz wenig Widerstand gegen die verschiedenen Modelle der Kirchenfinanzierung auszumachen. Doch der Legitimationsdruck wächst in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft. Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte und nun als Buch vorliegende Studie vergleicht die Finanzierungssysteme der reformierten Kirchen in verschiedenen Kantonen und zeigt Wege auf, wie diese Systeme neu zu gestalten wären.
Die aus Europa stammende Gefleckte Flockenblume ist in Nordamerika innerhalb eines Jahrhunderts zu einer regelrechten Plage geworden – sie ist aber auch ein ideales Forschungsobjekt für die Modellierung der ursprünglichen, gegenwärtigen und zukünftigen Verbreitung. Im Rahmen einer Studie des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Überlebenserfolg von Pflanzen» haben Forschende der Universität Lausanne Verbreitungskarten bis zum Jahr 2080 erstellt.
Fast doppelt so viele Frauen wie Männer lassen sich von den Sterbehilfeorganisationen Exit Deutsche Schweiz (Stadtzürcher Fälle) und Dignitas in den Tod begleiten. Zu diesem Schluss kommt ein vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstütztes Forschungsprojekt, das erstmals die Praktiken der beiden Organisationen untersucht und miteinander vergleicht. Die Studie* zeigt auch, dass immer mehr nicht an einer tödlichen Krankheit leidende Menschen von Exit Suizidbeihilfe in Anspruch nehmen.
Der Nationale Latsis-Preis 2008 geht an Franz Pfeiffer. Der Physiker hat einen Weg gefunden, die in der Spitzenforschung angewandten Verfahren der Röntgentechnik auch für gewöhnliche Röntgengeräte nutzbar zu machen. Der mit 100'000 Franken dotierte Preis wird jährlich vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) im Auftrag der Latsis-Stiftung vergeben.
Ein Forschungsteam der Universität Lausanne hat herausgefunden, dass der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) ein genetisches System zur Geschlechtsbestimmung besitzt, das sich erst vor zwei oder drei Millionen Jahren entwickelt hat. Die vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte Studie wirft ein neues erstaunliches Licht auf die Theorie der für die Entstehung der beiden Geschlechter verantwortlichen Gene.
Positives europäisches Signal für die Schweizer Forschung: Dieter Imboden, Präsident des Nationalen Forschungsrats des Schweizerischen Nationalfonds (SNF), ist am 8. Oktober in Wien zum neuen Präsidenten von EuroHORCs (European Heads Of Research Councils) gewählt worden. Damit präsidiert erstmals ein Schweizer Vertreter diese etablierte wissenschaftspolitische Plattform, die ein wichtiger Partner der Europäischen Union in der europäischen Forschungspolitik ist.
Die Zersiedelung der Schweiz schreitet voran. Die Überbauung der Landschaft greift vom Mittelland her in die Alpentäler hinein. Auch das Südtessin und das Unterwallis sind zunehmend betroffen. Dies belegt eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54). Ohne Gegenmassnahmen wird die Zersiedelung der Schweiz weiter stark zunehmen.
Ein Forscher des Universitätsspitals Lausanne untersucht die Wirkungen einer 2004 in der Schweiz eingeführten neuen Strahlentherapie auf den Organismus. Diese Radioimmuntherapie, die sich gegen bestimmte Arten von Lymphomen (Krebserkrankungen des Lymphsystems) richtet, beruht auf der Injektion von Antikörpern, an die ein radioaktives Atom gekoppelt ist, in die Blutbahn. Ziel des vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Projekts ist die Optimierung der Behandlung durch eine individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Dosis.
Therapien, die ein bis zwei Wochenstunden in Anspruch nehmen und durchschnittlich zwei Jahre dauern, sind sehr gefragt. Auf diesem Markt bieten auch psychoanalytisch geschulte Therapeutinnen und Therapeuten ihre Dienste an. Ein vom Schweizerischen Nationalfonds unterstütztes Forschungsprojekt belegt nun, dass psychoanalytische Psychotherapien eine heilsame Wirkung entfalten – besonders bei schweren psychischen Störungen.
In den letzten fünfzehn Jahren hat sich der Energieverbrauch im Zusammenhang mit der Klimatisierung von Gebäuden mehr als verdoppelt. Diese steile Zunahme wird sich fortsetzen, obwohl Forschende darauf hinweisen, dass die Klimatisierung gar keinem wirklichen Bedürfnis entspricht. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54) durchgeführt wurde.
Kinder und Jugendliche wachsen in der Schweiz unter ungleichen Bedingungen auf. Sowohl der Erziehungsstil der Eltern als auch die soziale und kulturelle Herkunft prägen die schulische und berufliche Biographie und entscheiden massgeblich über das Gelingen eines Lebens. Dies weist der neueste Bericht des Nationalen Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52) nach.
In der öffentlichen Debatte finden Konflikte zwischen Alt und Jung viel Beachtung. Das Stereotyp der Alten als Profiteure hat dasjenige der rebellischen Jugend verdrängt. Tatsächlich verändert die Alterung der Gesellschaft das Leben aller Generationen, doch ihr Miteinander ist in der Schweiz mehrheitlich solidarisch. Zu diesem Schluss kommt der «Generationenbericht Schweiz» des Nationalen Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52).
Bei einem Hochwasser ist es für die Krisenstäbe nicht immer einfach, den Überblick über das Geschehen zu behalten. Forschende der ETH Zürich und der Universität Bern entwickeln nun mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ein neues Tool, das aktuelle Abflussdaten und Wettermessungen übersichtlich auf einer elektronischen Karte zusammenfasst.
Die Einführung des Englischen als erster Fremdsprache in den Primarschulen der Kantone Zürich und Appenzell Innerrhoden erfolgte nicht wissenschaftlich fundiert, sondern vor allem aufgrund optimistischer Erwartungen. Die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler widersprechen manchen Argumenten der Bildungspolitiker, eröffnen aber auch neue Perspektiven. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Nationalen Forschungsprogramm «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56) erstellte Fallstudie.
Seit 2007 werden in der freien Forschung erstmals wissenschaftliche Projekte auf europäischer Ebene gefördert. Der dafür zuständige European Research Council (ERC) tagt zur Zeit auf Einladung des Staatssekretariats für Bildung und Forschung in der Schweiz und hat zum gegenseitigen Austausch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) besucht. Der SNF begrüsst die Erweiterung der Wettbewerbsplattform für Spitzenforschung und sieht die neuen Förderungsangebote des ERC als wertvolle Ergänzung seiner nationalen Förderungsanstrengungen.
Hormonaktive Chemikalien, die im Körper Schaden anrichten können, sind weit verbreitet: Sie kommen in Kunststoffen, Pestiziden oder Kosmetika vor – und gelangen von dort in Mensch und Tier. Das nun abgeschlossene Nationale Forschungsprogramm «Hormonaktive Stoffe: Bedeutung für Menschen, Tiere und Ökosysteme» (NFP 50) zeigt unter anderem, dass die Belastung von Flüssen und Trinkwasser in der Schweiz eher tief ist. In Muttermilch aber fanden Forschende beunruhigend hohe Konzentrationen solcher Substanzen.

Die Fruchtfliege Drosophila melanogaster ist eine Akrobatin der Lüfte. Doch was befähigt das winzige Insekt zu seinen erstaunlichen Flugkünsten? Am Institut für Neuroinformatik der Universität und der ETH Zürich haben Forschende mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) eigens einen Windkanal zum Flugsimulator aufgerüstet, mit dem Ziel, die physiologischen Grundlagen des flinken Fliegenflugs zu entschlüsseln.
Am Labor für Umwelthydraulik der ETH Lausanne simulieren Forschende mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) Murgänge und Lawinen. Ihr Ziel: die Vorgänge aus Sicht der Strömungslehre bis in feine Details zu verstehen. Durch ein tieferes Verständnis der Schlüsselprozesse könnten die kostspieligen Konsequenzen dieser Abflussphänomene eingedämmt werden.
Behördliche Integrationsbemühungen können schnell in Ausgrenzung umschlagen. Was in den Anfängen des Schweizer Sozialstaates der Fall war, könnte sich heute wiederholen, wenn die Sozialpolitik nicht neu ausgerichtet und die Sozialhilfe gestärkt wird. Erwerbslose Jugendliche sind besonders von sozialem Ausschluss gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt das Nationale Forschungsprogramm «Integration und Ausschluss» (NFP 51).
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat 2007 vielversprechende Forschungsprojekte und talentierte Nachwuchsforschende mit insgesamt 531 Mio. Franken unterstützt. Besonders erfreulich für die Forschenden: die Erfolgsquote ist trotz neuerlichem Rekordeingang angestiegen. In der Projektförderung der freien Forschung lag sie bei rund 50%.
Die Ultras dominieren die Szene der militanten Fussballfans in der Schweiz. Für die in der Regel gut integrierten jungen Schweizer Bürger steht die bedingungslose Identifikation mit ihrem Klub und ihrer Stadt im Vordergrund. Gewalt ist für sie, wie sie betonen, kein Selbstzweck, sondern wird nur ausgeübt, wenn sie sich provoziert fühlten. Rassistische und rechtsextreme Haltungen sind im Vergleich zu den neunziger Jahren im Rückgang begriffen. An der Nationalmannschaft sind die Ultras kaum interessiert.
Forschende der ETH Lausanne haben mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds eine Methode zur frühzeitigen Erkennung von Bronchialkarzinomen gefunden. Da die späte Diagnose dieser Form von Lungenkrebs massgeblich für die damit verbundene hohe Sterblichkeit verantwortlich ist, besteht ein besonderes Interesse an einer Früherkennung. Nach mehreren Jahren intensiver Forschung, klinischer Studien und technischer Entwicklung ist die Methode nun für die Markteinführung bereit.
Die schweizerische Bevölkerung steht bezüglich Fremdsprachenkenntnisse in Europa an dritter Stelle. Die in der deutschen und in der italienischen Schweiz lebenden Personen beherrschen im Schnitt 2,2 Fremdsprachen, die in der Romandie lebenden Personen 1,7. Das Englische hat für die Schweizer und Schweizerinnen nicht die Funktion einer "Lingua franca", die ihm oft zugeschrieben wird. Zu diesen Ergebnissen kommt eine im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz" (NFP 56) erstellte Studie.

In Städten liegen die Temperaturen normalerweise höher als im Umland – ein Phänomen, das als "urbane Hitzeinsel" bekannt ist. Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung" (NFP 54) untersuchen Forschende der ETH Lausanne, wie sich mit der "Hitzeinsel" besser umgehen lässt. Ziel ist eine Verringerung des Energieaufwands für die Wärmeregulierung in den Gebäuden.
Der für die Amtsperiode 2008-2011 neu besetzte Stiftungsrat des SNF trat am 25. Januar 2008 zu seiner ersten Sitzung zusammen. Er hat den Sankt Galler Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling zu seinem neuen Präsidenten gewählt. Ab Januar setzt der SNF auch seine Reform „SNF futuro“ um.
Anhand historischer Dokumente (Fotos, Gemälde, Texte usw.) haben Forschende der Universität Bern mit Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds die Ausdehnungen des Gletschers Mer de Glace in Chamonix (Frankreich) zwischen 1570 und 2003 rekonstruiert. Mit diesem Ansatz lassen sich neue Erkenntnisse zu den klimatischen Veränderungen in der Kleinen Eiszeit gewinnen, zu der noch keine gesicherten wissenschaftlichen Messdaten vorliegen. Die Wissenschafter wollen diese Methode nun auch bei anderen Gletschern in den Alpen und in Skandinavien anwenden.
Jugendliche Rechtsextreme sind keine «Modernisierungsverlierer», also keine Opfer von ökonomischen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Hingegen beeinflussen die Familie und das nahe soziale Umfeld rechtsextreme und rassistische Deutungen und Handlungen Jugendlicher stark. Zu diesem Schluss kommt eine im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen» (NFP 40+) erstellte Studie.
Am 10. Januar erhält Giuliano Bonoli, Professor am Institut de hautes études en administration publique (IDHEAP), im Berner Rathaus den Nationalen Latsis-Preis 2007. Der Schweizerische Nationalfonds verleiht dem Politologen den mit 100'000 Franken dotierten Preis im Auftrag der Latsis-Stiftung für seine vergleichenden Untersuchungen zur Rolle des Sozialstaats in Europa.