Die Sprachenpolitik in der Schweiz ist mit neuen Herausforderungen konfrontiert: mit dem Aufstieg des Englischen zur führenden Globalsprache und der Anwesenheit von anderssprachigen Migranten. Wie die Politik damit seit den 1960er Jahren umgeht, zeigt eine im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56) durchgeführte Studie.
Die Eidg. Stiftungsaufsicht stellt dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) bezüglich Abwicklung des per Ende September 2009 eingestellten Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «sesam» ein gutes Zeugnis aus. Sie hält in ihrer Schlussfolgerung zur von einer Basler Interessengruppe eingereichten Aufsichtsbeschwerde fest, dass es keine Hinweise für den darin geäusserten Vorwurf gibt, der SNF habe im Rahmen des NFS rechtliche Vorschriften verletzt.
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat einen Zwischenbericht des Nationalen Forschungsprogramms «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» (NFP 59) eingereicht. Erste Studien stellen unter anderem fest, dass eine Mehrheit der Bevölkerung der grünen Gentechnologie gegenüber negativ eingestellt und für eine Wahlfreiheit beim Kauf von gentechnisch veränderten oder unveränderten Produkten ist. Festgestellt wird auch, dass die geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen nicht genügen, um die Koexistenz von landwirtschaftlichen Anbauformen mit und ohne gentechnisch veränderten Pflanzen zu regeln.
Unter dem so genannten TIRF-Mikroskop werden Kalziumionen sichtbar, die durch die Zellhülle in Muskelzellen einströmen. Worin sich gesunde von kranken Muskelzellen unterscheiden, erscheint dank dieses neuartigen, mit Hilfe von Fördergeldern des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erstandenen Mikroskops in einem ungekannten Licht.
Rätoromaninnen und Rätoromanen sind ihrem Dialekt tief verbunden, stehen der Einheitsschriftsprache Romantsch Grischun jedoch skeptisch gegenüber. Sie zeichnen sich durch eine überdurchschnittlich hohe Mehrsprachigkeit sowie ihr anpassungsbereites sprachliches Verhalten aus. Zu diesen Schlüssen kommt eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56).
Beschwerden des Bewegungsapparats treten in der westlichen Welt sehr häufig auf. In der Schweiz führen sie zu Kosten von mehreren Milliarden Franken pro Jahr. Das nun abgeschlossene Nationale Forschungsprogramm «Muskuloskelettale Gesundheit – Chronische Schmerzen» (NFP 53) hat aufgezeigt, dass der Bewegungsapparat lebenslang geschützt und erhalten werden muss, um Leiden zu vermeiden und die Kosten zu vermindern.
Wie schon Baudelaire oder Proust wussten, sind Geruchswahrnehmung und Gefühle eng miteinander verbunden. Gerüche sind grosse Stimulatoren des menschlichen Geistes. Jetzt ist Forschern des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «Affektive Wissenschaften» zum ersten Mal der Nachweis gelungen, dass die Einschätzung der Geruchswahrnehmungen einem strengen Muster folgt.
Menschen, die an schwerer Arthrose leiden, sollten sehr zurückhaltend mit Opiaten behandelt werden. Der Nutzen dieser Schmerzmittel ist gering und steht einem hohen Risiko für Nebenwirkungen gegenüber, wie ein Forschungsteam an der Universität Bern nun herausgefunden hat.
Laut Strafrecht macht sich ein HIV-positiver Mensch strafbar, der durch ungeschützte sexuelle Kontakte die Verbreitung von Aids riskiert – auch wenn die andere Person freiwillig mitmacht und von der Erkrankung weiss. Damit bürden die Gerichte die Verantwortung für die Aids-Prävention oft einseitig den HIV-positiven Menschen auf. Zu diesen Ergebnissen kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Studie.
Der Schweizerische Nationalfonds hat 28 zusätzliche Technologietransfer-Projekte für Nationale Forschungsschwerpunkte bewilligt, von denen er sich kurz- und mittelfristige Impulse für die Wirtschaft erhofft. Die Vorhaben werden im Rahmen der konjunkturellen Stabilisierungsmassnahmen des Bundes finanziert. Insgesamt werden damit 25 Mio. Franken in die Entwicklung neuer Technologien investiert.
Die Ärztin Mirjam Christ-Crain untersucht, welche körpereigenen Botenstoffe bei Lungenentzündungen oder Schlaganfällen frühzeitig Aussagen über den Krankheitsverlauf zulassen und somit klare Entscheidungsgrundlagen für die Behandlung dieser Krankheiten liefern. Für ihre wegweisenden Arbeiten erhält sie den mit 100'000 Franken dotierten Nationalen Latsis-Preis, den der Schweizerische Nationalfonds (SNF) im Auftrag der Latsis-Stiftung jährlich vergibt.
Forschern des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Nord-Süd» ist es erstmals gelungen, 70 Facetten der Armutsverteilung geographisch hoch aufgelöst für Laos in einem Atlas zusammenzufassen. Damit steht Entwicklungspolitkern in der Schweiz sowie Entscheidungsträgern vor Ort ein Instrument zur Verfügung, um Entwicklungsprojekte im Entwicklungsschwerpunkt Südostasien optimal zu steuern.
Die auch als Raucherlunge bezeichnete fortschreitende Verengung der Atemwege – in Englisch: chronic obstructive pulmonary disease (COPD) – befällt im Alter knapp die Hälfte aller Rauchenden. Obwohl Krankheitsbild und Schweregrad stark variieren, behandeln die Ärzte heute alle Patienten ungefähr gleich. Eine vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Studie ebnet den Weg, um dies zu ändern.
Die erste kartographische Darstellung der Eidgenossenschaft von 1480 verfolgt das Ziel, das noch junge politische Gebilde im europäischen Mächtekonzert zu etablieren. Zu diesem Zweck wird der Bund mit einer heilsgeschichtlichen Bedeutung aufgeladen, wie ein im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Mediality» durchgeführtes Forschungsprojekt zeigt.
Imame und muslimische Religionslehrerinnen und -lehrer könnten künftig an schweizerischen Hochschulen ausgebildet werden. Das befürworten mehrheitlich nicht nur die in der Schweiz lebenden Musliminnen und Muslime, sondern auch schweizerische Behörden, Hochschulen und Rechtsexperten. Zu diesem Ergebnis kommt eine religionswissenschaftliche Untersuchung, die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft » (NFP 58) realisiert wurde.
Die Schweiz muss in naher Zukunft mit steigenden Arbeitslosenzahlen rechnen. Viele Kantone reagieren mit Beschäftigungsprogrammen. Deren Wirksamkeit aber ist zweifelhaft. Als Zwangsmassnahme sind sie kontraproduktiv, vor allem bei jungen Erwachsenen. Eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte soziologische Studie zeigt, wie man solche Programme verbessern könnte.
In den Schweizer Agglomerationen nimmt der über Liefer- und Lastwagen abgewickelte Güterverkehr markant zu. Dessen Luft- und Lärmbelastung sowie steigende Unfallzahlen beeinträchtigen die städtische Lebensqualität. Gleichzeitig fehlt dem Güterverkehr der Raum, um die Versorgung der Innenstädte zu garantieren. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54). Es entwickelt darüber hinaus Strategien und Massnahmen zur Lösung dieses Verkehrsproblems.
Erstmals in der Schweiz haben Forschende im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nichtionisierende Strahlung – Umwelt und Gesundheit» (NFP 57) gemessen, welcher hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung die Bevölkerung ausgesetzt ist. Der Hauptteil dieser Strahlung ist selbst verursacht und geht von Mobil- und Schnurlostelefonen aus. Die durchschnittliche Stärke der Strahlung ist zwar um ein Vielfaches gestiegen, liegt aber immer noch deutlich unter den Grenzwerten.
Der Dickdarm ist dicht besiedelt und bietet eigentlich Neuzuzügern keinen Platz. Mit erstaunlichen Strategien gelingt es den Salmonellen trotzdem, sich dort zu vermehren. In einem vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützten Projekt deckt die Gruppe um Wolf-Dietrich Hardt von der ETH Zürich auf, wie die gefürchteten Durchfallerreger die Abwehrkräfte des Darms überlisten.
Mit über 660 Millionen Franken förderte der Schweizerische Nationalfonds (SNF) im Jahr 2008 Forschungsvorhaben in Rekordhöhe. Zur Zeit unterstützt er unter anderem rund 5700 junge Forschende. Dennoch befürchtet der SNF, dass die Schweiz mittelfristig beim wissenschaftlichen Nachwuchs in einen Rückstand geraten könnte. Er will deshalb die Nachwuchsförderung verstärken.
Das Risiko, an Asthma zu erkranken, ist umso höher, je mehr die Luft am Wohnort mit Feinstaub aus dem Strassenverkehr verschmutzt ist. Das gilt für Kinder, aber auch für erwachsene Nichtraucher. Zu diesem Schluss gelangt eine Untersuchung der vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Sapaldia-Kohortenstudie.
Die Vorbereitung komplexer Operationen stellt grosse Anforderungen an das räumliche Vorstellungsvermögen auch von erfahrenen Chirurgen. Im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes «Computer-aided and image guided medical interventions» (NFS Co-Me) bedienen sich Forschende bei der präoperativen Planung dreidimensionaler Gipsmodelle. Eine ursprünglich für die Herstellung von Musterbauteilen in der Industrie eingesetzte Technologie hält nun Einzug in den Operationssaal.
Primarschulkinder werden mit zwei Fremdsprachen nicht überfordert. Sie profitieren im Gegenteil beim Erlernen der zweiten Fremdsprache von der ersten: Wer zuvor Englisch gelernt hat, lernt besser Französisch. Auch mehrsprachig aufwachsende Kinder sind beim Französischlernen im Vorteil. Zu diesem Schluss kommt eine im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz" (NFP 56) durchgeführte Pionierstudie in der Zentralschweiz.
Ein drahtloses Netzwerk von Sensoren ist seit zwei Jahren auf dem Matterhorn installiert. Damit sammeln Forscher Daten zum besseren Verständnis der Auswirkungen des Klimawandels auf Felsstürze in Permafrostzonen. Diese neue Technologie, die im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Mobile Informations- und Kommunikationssysteme» (NFS MICS) entstanden ist, soll dereinst helfen, in Echtzeit Gebiete zu überwachen, in denen die Gefahr von Bergstürzen und Erdrutschen besonders gross ist.
In der Schweiz ist die Zahl der Patienten mit HIV, die nicht mehr auf Medikamente ansprechen, zwischen 1999 und 2007 deutlich gesunken. Das liegt am steigenden Anteil von Patienten, deren Krankheit von Beginn weg mit neuen und wirksameren Kombinationen von Medikamenten bekämpft wird. Zu diesem Schluss kommt eine Publikation der vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Schweizerischen HIV-Kohortenstudie.
Eine systematische Auswertung der in der Schweiz vorgenommenen orthopädischen Eingriffe hat aufgezeigt, dass die Anzahl Knie- und Schulteroperationen viel mehr angestiegen ist als das wachsende Durchschnittsalter der Bevölkerung erwarten liesse. Zudem schwanken diese Eingriffe regional sehr stark. Zu diesem Schluss kommt ein Projekt des Nationalen Forschungsprogramms «Muskuloskelettale Gesundheit – Chronische Schmerzen» (NFP 53).
Das 2003 gestartete Nationale Forschungsprogramm «Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen» (NFP 40+) ist abgeschlossen. Eine Schlussfolgerung lautet, dass das Selbstverständnis liberaler Gesellschaften und das Bedürfnis vieler ihrer Bürgerinnen und Bürger nach nationaler Identität und der Abwehr des Fremden auseinandergehen. Entweder wird Rechtsextremismus heruntergespielt oder aufgebauscht. Beides erschwert eine sachliche Auseinandersetzung.
Die Eiweisskristallographie ist heuer 50 Jahre alt. Der Nationale Forschungsschwerpunkt (NFS) «Strukturbiologie» entwickelt die Technik weiter und gewinnt dadurch immer tiefere Einblicke in die Geheimnisse, die in den Details der räumlichen Anordnung verborgen liegen. Die neuen Kenntnisse dienen oftmals der Entwicklung neuer Medikamente.
Immer mehr Menschen, die in der Schweiz leben und hier arbeiten, verstehen die lokale Sprache nicht oder nur schlecht. Der Staat sollte seine Politik deshalb auf die neue Sprachenvielfalt ausrichten, indem er das Erlernen der Landessprachen fördert, aber auch vermehrt Übersetzungshilfen anbietet. Zu diesem Schluss kommt eine juristische Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56).
Dank dem Rastertunnelmikroskop ist es heutzutage möglich, einzelne Atome zusammenzufügen und künstliche Strukturen zu erschaffen. Tatsächlich dient dieses Mikroskop nicht nur der Beobachtung, sondern auch der Manipulation von Atomen. Um jedoch mit dieser Methode einen Kubikmillimeter Nanomaterial herzustellen, würden 14 Milliarden Jahre – das Alter des Universums – nicht ausreichen! Eine Alternative besteht in der Selbstorganisation.
Forschende des Idiap haben im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts IM2 eine innovative Lösung zur Archivierung von Konferenzen entwickelt. Durch die Kombination verschiedener Technologien ist ein bedienungsfreundliches, zuverlässiges System entstanden. Die Forschenden haben ein Unternehmen namens «Klewel» gegründet, um ihr Produkt erfolgreich zu vermarkten. Bereits nutzen renommierte Kunden die Leistungen der neuen Software.
Nach drei Jahrzehnten Bevölkerungsrückgang verzeichnen die meisten Schweizer Städte wieder ein demographisches Wachstum. Eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Nachhaltige Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung» (NFP 54) zeigt, dass diese Trendwende auf die Immigration und den intensivierten Wohnungsbau der Städte zurückzuführen ist. Sie sind vor allem für junge, gut gebildete und wohlhabende Erwachsene attraktiv geworden.
Franz Pfeiffer hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich mittels simpler Röntgenapparate, wie sie in Arztpraxen und Spitälern verwendet werden, gestochen scharfe Röntgenbilder erzeugen lassen. Am 15. Januar erhält der Physiker dafür den Nationalen Latsis-Preis, der dieses Jahr ein Jubiläum feiert: Er wird zum 25. Mal verliehen.