Die Krebszellen unterscheiden sich in wenigen, aber entscheidenden Punkten von einer normalen Zelle. «Die Frage ist eigentlich immer, wann welche Gene ein- oder ausgeschaltet sind», erklärt Carlo Catapano. Man denkt sofort an einen Lichtschalter; doch so trivial ist die Antwort nicht: Es sind fein abgestimmte biochemische Stoffwechsel-Pfade, die das Schicksal einer Zelle bestimmen. Entlang dieser Pfade gibt es gewisse Schlüsselgene, die plötzlich umkippen können.
Harte Knochenarbeit im Labor
«Das ist harte Knochenarbeit im Labor», beschreibt Carlo Catapano. Aber sie ist bisweilen von Erfolg gekrönt: Catapano hat bereits mehrere Wirkstoffe entwickelt, die zumindest in den Zellkulturen das Wachstum von Krebszellen stoppen, in dem sie solche Schaltergene ganz gezielt abschalten. Ein Teil dieser Wirkstoffe wird nun am IOSI in klinischen Studien an Patienten getestet. Sie könnten die Medikamente der Zukunft sein. Bis dahin gibt es noch einige Hürden zu überwinden. «Was mit einem Krebsmedikament im Patienten geschieht, ist eine ganz andere Geschichte als im Labor», konstatiert Carlo Catapano. Der Transport durch den Körper, die Frage der Dosis oder auch potenzielle Nebenwirkungen müssen ausgiebig untersucht werden.
Carlo Catapano
Geboren 1959 in San Giuseppe Vesuviano (Italien)
Studium der Medizin an der Universität Neapel,
Studium der Pharmakologie und experimentelle Onkologie am Institut Mario Negri in Mailand
Doktorat in Biochemie an der Wake-Forest University in North Carolina (USA)
Professor für Experimentelle Krebsforschung, Medizin und Molekularbiologie an der Medical University of South Carolina und am Hollings Cancer Center in Charleston (USA)
Direktor des Laboratoriums für experimentelle Krebsforschung
am Krebsforschungsinstitut der Italienischen Schweiz (IOSI)
Filmcredits
Realisation: Alessandra Gavin-Mueller
Kamera: Ariel Salati
Ton: Marco Bielli
Schnitt: Romano Ammann
Musik: Patricio Morales
Produktion: Ventura Film
Produzentin: Luisella Realini, TSI