Filmreihe «SCIENCEsuisse»


Ernst Fehr - Ökonomie der Fairness 

«Ich war ein Weltverbesserer, und ich bin einer geblieben», sagt Ernst Fehr. Als Vertreter der «psychologischen Wende» in den Wirtschafts- wissenschaften entdeckte Fehr den Einfluss von Fairnessvorstellungen auf soziales und wirtschaftliches Verhalten. Er gehört zu den wenigen Ökonomen deutschsprachiger Universitäten, die in den Wissenschafts-zeitschriften nicht nur regelmässig publizieren, sondern ebenso häufig Aufsehen erregen.

Der gebürtige Vorarlberger Ernst Fehr ist 1994 an die Universität Zürich gekommen und hier geblieben – trotz verlockender Angebote amerikanischer Topuniversitäten wie Princeton und Berkeley. «Zürich hat mir zu einer Zeit ausgezeichnete Bedingungen geboten, als noch wenige Universitäten auf die Verhaltensökonomie gesetzt haben», sagt Ernst Fehr. «Dann habe ich mir gedacht, eigentlich habe ich alles erreicht, was ich erreichen wollte. Also ich brauche die USA nicht, um erfolgreich zu sein.»

Feind der Konventionen und Ideologie

Ein Thema, das in seinen Forschungen immer wieder eine Rolle spielt, war die Rolle von Fairnessvorstellungen für die Arbeitswelt. Fairness ist jedoch nur eine der Ausprägungen des ökonomischen Verhaltens, die Ernst Fehr mit seiner Forschung zu belegen versucht. Dazu gehören auch Selbstlosigkeit oder Vertrauen.

Manche Ökonomen und Geisteswissenschaftler tun sich schwer mit der experimentellen Wirtschaftsforschung Ernst Fehrs. «Präzise empirische Befunde sind der Feind von Konvention und Ideologie», entgegnet der renommierte Wirtschaftswissenschaftler. «Sie zerlegen und hinterfragen manches, was der Ökonomie bisher heilig war.»

Ernst Fehr
Geboren 1956 in Hard (Österreich)
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien
Professor (seit 1994) und Direktor (seit 2000) des Instituts für Empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Zürich
Ehrendoktor an den Universitäten St. Gallen und München
Ehrenmitglied der American Academy of Arts & Sciences

Filmcredits
Realisation: Externer Link Gabriele Schärer
Kamera: Till Brinkmann
Ton: Balthasar Jucker
Schnitt: Maya Schmid
Musik: Peter von Siebenthal
Produktion: Muriel Bondolfi
Redaktion: Christian Eggenberger, SF

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