Filmreihe «SCIENCEsuisse»


Othmar Keel - Gottes Geschichte 

«Die Religionen betonen heute ihren Absolutheitsanspruch und ihre einzigartige Identität», sagt Othmar Keel. «Stattdessen könnten sie sich auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen.» Mit seiner Forschung hat Keel nachgewiesen, dass die abrahamitischen Religionen, also Judentum, Christentum und Islam, den gleichen Stammbaum besitzen, der über Israel bis in die heidnischen Glaubensvorstellungen des Alten Orients zurückreicht.

Othmar Keels Leidenschaft für die Heiligen Schriften gründet in seiner Schulzeit im Kloster Einsiedeln. Der Religionslehrer, ein Benediktiner-Mönch, animierte ihn dazu, die Bibel Satz für Satz zu lesen. Bereits 1969, im Alter von 32 Jahren, wurde Othmar Keel auf den Lehrstuhl für Altes Testament und biblische Umwelt der Universität Freiburg berufen. In seinen Studien entschlüsselt er die Bilder der scheinbar bilderlosen Religion - mit Hilfe von kaum beachteten Darstellungen auf Jahrtausende alter Miniaturkunst aus Palästina.

Erotische Würde des «Hohelied Salomos»
Othmar Keel hat auch einem neuen, differenzierten Verständnis der biblischen Schriften zum Durchbruch verholfen. So hat er mit seiner Deutung des «Hohelied Salomos» diesem die erotische Würde zurückgegeben, die von den lustfeindlichen Kirchenvätern während Jahrhunderten unterdrückt worden war.

Der wissensdurstige Bibelwissenschaftler begründete auch die so genannte «Freiburger Schule», die heute internationales Renommee geniesst. Zum anderen hat Othmar Keel in Freiburg eine einzigartige Sammlung altorientalischer Miniaturkunst aufgebaut.

Othmar Keel
Geboren 1937 in Einsiedeln
Studium der Theologie in Zürich, Freiburg, Rom, Jerusalem und Chicago
Professor für Altes Testament und Biblische Umwelt an der Universität Freiburg
(1969–2002)
Mitbegründer der Schweizerischen Gesellschaft für orientalische Altertumswissenschaft und der Stiftung Bibel+Orient
Marcel Benoist Preis (2005)

Filmcredits
Realisation: Externer Link Marc Tschudin
Kamera: Jens-Peter Rövekamp
Schnitt: Marc Tschudin
Produktion: Denise Pfister
Produzent: Christian Eggenberger, SF

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