Filmreihe «SCIENCEsuisse»


Michel Mayor, Didier Queloz - Jagd nach anderen Welten 

Am 6. Oktober 1995 geben zwei Schweizer Astrophysiker eine Entdeckung bekannt, welche die moderne Astronomie revolutionierte. Michel Mayor und Didier Queloz beobachten den ersten Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems. Dieser Exoplanet kreist um einen Stern, der 42 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Sie taufen ihn 51 Peg b. Diese Meisterleistung schlägt das dritte grosse Kapitel der Geschichte der zeitgenössischen Astronomie auf - nach Einsteins Relativitätstheorie und dem Verständnis des Sternenlichts. Eine sagenhafte Suche beginnt: jene nach anderen Welten, auf denen möglicherweise sogar Leben existiert.

Michel Mayor, 1942 geboren, war fast 40 Jahre lang Forscher und Professor für Astrophysik an der Universität Genf. Didier Queloz, 1966 geboren, war zur Zeit der Entdeckung noch Doktorand. Heute ist er Professor und Forscher am Observatorium Genf.

Lebensspuren im All

«Es gibt hunderte Milliarden Sterne in der Milchstrasse. Man weiss, dass Milliarden und Abermilliarden Galaxien im Universum existieren. Es gibt unzählige Sonnensysteme, und man weiss heute aus der Erforschung der Exoplaneten, dass die allermeisten dieser Sterne Planeten haben müssen, die sie umkreisen», umreisst Michel Mayor die Dimensionen der Jagd nach anderen Universen.

Im April 2007 war das Schweizer Team auch an der Entdeckung von Gliese581 c mitbeteiligt, der erste Exoplanet, dessen Merkmale mit denen der Erde vergleichbar sind. Ob darauf auch Leben existiert? Laut Michel Mayor ist das durchaus möglich; denn es könnte sein, dass «das Leben, wenn alle Bedingungen erfüllt sind, ein unvermeidbares Nebenprodukt der Evolution ist. Also suchen wir!»

Michel Mayor
Geboren 1942 in Lausanne
Studium der Physik an der Universität Lausanne, Doktorat in Astrophysik
Professor für Astrophysik am Observatorium Genf (seit 1984), Direktor (1998–2004)
Mitglied der Französischen Akademie der Wissenschaften
Marcel Benoist Preis (1998)
Balzan-Preis (2000)
Albert Einstein Medaille (2004)

Didier Queloz
Geboren 1966 in Genf
Studium der Physik, Doktorat in Astrophysik an der Universität Genf
Professor für Astrophysik am Observatorium Genf
Balzers-Preis der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft (1996)
Vacheron Constantin Preis (1996)
Medaille der Kommission für «Bioastronomie » der Internationalen astronomischen Union, zusammen mit Michel Mayor (1996)

Filmcredits
Realisation: Luc Peter
Kamera: Sébastien Moret
Ton: Martin Stricker
Schnitt: Vincent Pluss
Musik: Gabriel Scotti, Vincent Hänni
Produktion: Isabelle Gattiker, Intermezzo Films
Produzent: Gaspard Lamunière, TSR

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