Filmreihe «SCIENCEsuisse»


Klaus Scherer - Meister der Gefühle 

Am Anfang standen Theater und Oper: Sie inspirierten den Psychologen Klaus Scherer zu seinen ersten Forschungsarbeiten über den Emotionsausdruck in der Stimme. Kein Zweifel, unser Leben wird sehr stark von Emotionen bestimmt – und nicht nur von rationalem Denken. «Schauen Sie die Werbung an», sagt Klaus Scherer. «Sie appelliert viel stärker an die Gefühle als an die Vernunft.»

Die Untersuchung der Stimme als wichtigstem Instrument für den Ausdruck von Emotionen und die Erforschung der Mechanismen, die den Emotionen zugrunde liegen, wiesen dem gebürtigen Deutschen, der heute an der Universität Genf eine Weltkapazität auf dem Gebiet der affektiven Wissenschaften ist, den Weg. Klaus Scherers Spezialgebiet: die Erforschung von Emotionen und ihren Auswirkungen auf das menschliche Verhalten und die Gesellschaft.

Unter seinen Forschungsprojekten nimmt dasjenige über Emotionen am Arbeitsplatz eine Sonderstellung ein. Gefühle an Arbeitsplätzen zu untersuchen, ist ein beinahe unmögliches Unterfangen. Sind sie nämlich negativ – Stress, Wut, Ärger oder Enttäuschung – versuchen sie diejenigen, die sie empfinden, zu verbergen.

Gefühle gehen durch die Nase
Klaus Scherer und sein Team arbeiten zudem mit dem Genfer Parfüm- und Duftstoff-Hersteller Firmenich zusammen. Dabei möchten die Forscher den engen Zusammenhang zwischen Emotionen und Düften besser verstehen. Duftstoffe passieren nämlich nicht das Grosshirn, sondern werden direkt von tieferen und entwicklungsgeschichtlich älteren Teilen des Gehirns verarbeitet. «Wir müssen noch viel über die Auswirkungen lernen, welche verschiedenartige Düfte bei einzelnen Personen physiologisch haben», sagt Klaus Scherer.


Klaus Scherer
Geboren 1943 in Leverkusen (Deutschland)
Studium der Sozialwissenschaften in Köln und London, Doktorat in Psychologie an der Universität Harvard (USA)
Assistenzprofessor für Sozialpsychologie an der Universität von Pennsylvania, anschliessend zwölf Jahre lang Ordinarius an der Universität Giessen (Deutschland)
Professor für Psychologie der Emotionen an der Universität Genf (seit 1985)
Leiter des NFS « Affektive Wissenschaften » (seit 2005)
Mitglied der amerikanischen Akademie der Künste und der Wissenschaften sowie der interdisziplinären europäischen Akademie der Wissenschaften
Lifetime Achievement Award der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (2008)

Filmcredits
Realisation: Mauro Losa
Bild: Henri Guareschi
Ton: Vincent Kappeler
Schnitt: Mauro Losa, Sarah Perrig
Musik: Fred Sapey, Pierre Adrien Payot
Produktion: Mauro Losa, Malatesta Films
Produzent: Gaspard Lamunière, TSR 

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