Mit seinen Erkenntnissen, insbesondere mit seinen Klimamodellen, sorgt er immer wieder für internationales Aufsehen. 2003 übernahm er die Leitung der an der Universität Bern bereits Jahrzehnte lang betriebenen Eisbohrkernforschung. Zum erstenmal begibt sich Thomas Stocker nun an den Ort, wo die Feldforschung für seine Arbeit betrieben wird: ins ewige Eis. – Eine dreitägige Reise von der Schweiz über Dänemark nach Grönland.
Mitreden im Weltklima-Rat
Hier, im nördlichsten Zipfel der Rieseninsel, abgeschlossen von der Zivilisation, bohren die Forscherinnen und Forscher in 400 Meter Tiefe nach dem ältesten Eis Grönlands. «Mit dieser Methodik sind wir an der vordersten Front, neue Entdeckungen zu machen», sagt der Berner Klimaforscher. Die Resultate geben Aufschluss über das Klima der vergangenen Jahrtausende.
Seit zehn Jahren gehört Thomas Stocker zu den Wissenschaftlern, die den Weltklima-Rat IPCC mit fundierten Forschungsresultaten beliefern, vor wenigen Wochen wurde er zum Ko-vorsitzenden der Arbeitsgruppe «Wissenschaft» gewählt. «Wir haben die Pflicht zu informieren», sagt Stocker. «Die Menschen müssen erfahren, wie die Ergebnisse zustande kommen und wie zuverlässig sie sind. Schliesslich werden auf dieser Basis grosse Verhaltensänderungen von ihnen erwartet. Und zwar von jedem einzelnen.»
Thomas Stocker
Geboren 1959 in Zürich
Studium der Umweltphysik an der ETH Zürich
Professor für Klima- und Umweltphysik an der Universität Bern (seit 1993)
Nationaler Latsis–Preis (1993)
Ehrendoktor der Universtät de Versailles
Filmcredits
Realisation: Laurin Merz
Kamera: Jens-Peter Rövekamp
Ton, Musik: Ramon Orza
Schnitt: Christian Müller
Produktion: Denise Pfister
Produzent: Christian Eggenberger, SF