Filmreihe «SCIENCEsuisse»


Pierre Thomann - Suche nach der absoluten Zeit 

Pierre Thomann erforscht die Zeit bis auf den Punkt genau. Zusammen mit seinem Team baut er Uhren auf der Basis von lasergekühlten Atomen. Atomuhren, welche die Länge einer Sekunde genau festlegen, gibt es zwar schon seit Jahrzehnten. Die Länge einer Atomsekunde entspricht exakt 9'192'631’770 Schwingungen des Atoms Cäsium-133 zwischen zwei bestimmten Energieniveaus des Atoms.

Der 1946 geborene Lausanner machte zunächst die Matura mit Latein und Griechisch; «denn man sagte mir, dass ich damit die besten Berufschancen hätte». Seit seiner Kindheit wollte er aber auch immer alles ganz genau verstehen und so schrieb er sich ins Physikstudium an der damaligen Polytechnischen Schule der Universität Lausanne (EPUL) ein, aus der heute die ETH Lausanne geworden ist.

Trotz Hochpräzision kein Ausserirdischer

Thomanns Forschungsarbeit im Bereich der Zeitmessung hat Neuenburg europaweit zur ersten Produzentin von Atomuhren gemacht, die mit Rubidium funktionieren. Heute kann die Dauer einer Sekunde auf beinahe fünfzehn Dezimalstellen genau festgelegt werden. Eine Technik, die wir täglich nutzen, ohne es zu wissen: Die GPS-Navigationssatelliten etwa arbeiten mit Miniatur-Atomuhren, die aufs genaueste aufeinander abgestimmt sein müssen. Die Abweichung von nur einer Tausendstelsekunde zwischen den Satelliten-Signalen entspricht einem Fehler von 30 Zentimeter auf dem Gelände. Obwohl er ein Experte in Sachen Zeitmessung ist, gesteht Pierre Thomann: «Ich glaube nicht, dass jemand wie ich, der sein professionelles Leben der Präzisionszeitmessung verschrieben hat, einen anderen Umgang mit der Zeit hat.»

Pierre Thomann
Geboren 1946 in Lausanne Studium der Physik an der Polytechnischen Hochschule von Lausanne (EPUL)
Professor für Physik der Universität Neuenburg (seit 2002)
Direktor des Labors Zeit und Frequenz der Universität Neuenburg (seit 2007)
Mitglied der Schweizerischen und Europäischen Physikalischen Gesellschaften
European Frequency and Time Award ( 2008 )

Filmcredits
Realisation: François Cesalli
Kamera: Séverine Barde
Ton: Martin Stricker
Schnitt: Damián Plandolit
Musik: David Perrenoud
Sounddesign: Benoît Mayer, Studio Axis
Assistenz: Sophie Richard
Produktion: Cornelia Hummel, Imagia
Produzent: Gaspard Lamunière, TSR

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