NFP 58 «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» 

Das Nationale Forschungsprogramm «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» (NFP 58) hat zum Ziel, Veränderungsprozesse im Bereich Religion wissenschaftlich zu untersuchen, Spannungsfelder auszuloten und einen Beitrag zu deren Lösung zu leisten.Die religiöse Landschaft der Schweiz ist in einem tiefgehenden Veränderungsprozess begriffen, der sich auf allen gesellschaftlichen Ebenen niederschlägt: Durch die Forderung von Migrantengruppen nach Partizipation am öffentlichen Leben wird die Gesellschaft herausgefordert, über ihre eigene religiös-kulturelle Identität und die nationalen Fundamente nachzudenken. Die neu entstandenen Religionsgemeinschaften verfügen noch nicht über die nötigen Institutionen (Gemeindestrukturen, Religionsgelehrte, Baulichkeiten, Erziehungseinrichtungen), um ihr religiöses Leben dauerhaft zu gestalten, ihren Angehörigen den nötigen Rückhalt zu gewähren, sich verlässlich in der Schweiz zu integrieren und der Gefahr der Instrumentalisierung durch radikale Strömungen gewachsen zu sein.

Die christlichen Kirchen sind zum Dialog mit einer weithin religionsentfremdeten Gesellschaft gefordert, zugleich aber auch zum Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften, die ihr Selbstverständnis moderner christlicher Identität nicht teilen. Die einzelnen Menschen sind gezwungen, sich selbstverantwortlich mit der Religionsthematik zu beschäftigen. Religion ist heutzutage wählbar, es besteht geradezu ein Zwang zur Wahl. Der Staat steht vor der Aufgabe, sein Verhältnis zu den in der Schweiz wirkenden Religionsgemeinschaften zu überprüfen und muss sich fragen, ob und wie er mit seinem Religionsrecht auf die neu entstandene multireligiöse und multikulturelle Lage reagieren soll.

Finanzrahmen: CHF 10'000'000
Forschungsdauer: 3 Jahre
Präsident der Leitungsgruppe: Christoph Bochinger, Lehrstuhl für Religionswissenschaften II, Bayreuth
Umsetzungsbeauftragte: Almut Bonhage, Bonhage PR AG, Bern
Programmkoordinator: Christian Mottas, SNF

Eingabe der Projektskizzen: 11. September 2006

Zu diesem Thema

Kontakt

Christian Mottas
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3001 Bern
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