SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder

Keyvisual Bilderwettbewerb 2026
© SNSF

An die Kamera, fertig, los! Machen Sie Schweizer Forschung sichtbar.

​​​​​​​​​Der SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder lädt alle in der Schweiz tätigen Forscherinnen und Forscher ein, ihre Arbeit für die Öffentlichkeit und die Medien sichtbar zu machen. Der Wettbewerb würdigt Fotografien, Bilder und Videos, die mit ihrer ästhetischen Qualität und Kraft inspirieren und Erstaunen auslösen, Wissen vermitteln und illustrieren, menschliche Geschichten erzählen oder neue Welten entdecken.

Alle eingereichten Beiträge, neu und alt:

  • Gewinner:innen 2026

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    Die Jury hat vier erste Preise und sechszehn Auszeichnungen vergeben. Insgesamt wurden 314 Werke eingereicht.

    Kategorie 1 - Das Forschungsobjekt

    Fotoethnografie als Verschmelzung zeitgenössischer Künste, von Claire Galloni d’Istria
    Claire Galloni © Claire Galloni

    Fotoethnografie als Verschmelzung zeitgenössischer Künste, von Claire Galloni d’Istria

    Postdoktorandin, Universität Genf

    Die experimentelle Fotoethnografie verbindet Kunst und Ethnografie – eine Methode, die ich einsetze, um zu hinterfragen wie Menschen alpine Lebensräume bewohnen und gestalten. Meine Kollegin Anna Sakowitz trägt eine Vogelmaske aus der Sammlung des Genfer Theaters Am Stram Gram, geschaffen vom Künstler Werner Strub. Dieses theatrale Element bringt eine nicht-menschliche Präsenz in die Szene.

    Ich arbeite mit Fotografie und Ton im Rahmen einer multimodalen Anthropologie. Damit erforsche ich, wie sich menschliche und nicht-menschliche Praktiken in den Alpen derzeit neu ordnen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie diese Landschaften vor dem Hintergrund rascher Umweltveränderungen erlebt, ausgehandelt und neu definiert werden.

    Dieses Bild einer hybriden Kreatur stellt die Frage, wie menschliche Identitäten auch in Beziehung zu tierischen Wesen gedacht werden können, zum Beispiel wie hier zu Vögeln. Es macht die Fragilität unserer Beziehungen sichtbar – durch eine Inszenierung, die ethnografische Forschung und zeitgenössische künstlerische Praktiken verbindet.

    Kommentar der Jury │ Durch seine reduzierte und dramatische Inszenierung einer hybriden – oder sogar mythologischen – Kreatur unterstreicht dieses eindrucksvolle Foto die Originalität des Forschungsansatzes. Der radikale Bildausschnitt betont eine leicht beunruhigende Dunkelheit, in der weitere verborgene Gestalten zu lauern scheinen.

    Kategorie 2 – Frauen und Männer der Wissenschaft

    Im Angesicht des Wassers, von Mirjam Widmer
    Mirjam Widmer © Mirjam Widmer

    Im Angesicht des Wassers, von Mirjam Widmer

    Höhlenforscherin, Schweizerische Gesellschaft für Höhlenforschung und Studentin, Zentrum Bildung

    Das Foto zeigt die Höhlenforscherin Ainhoa Val beim Abstieg durch die «Grande Cascade» in der Karsthöhle von Milandre bei Boncourt (Jura). Diese Passage ist extrem laut und sehr feucht – das Bild versucht, die Kraft des herabstürzenden Wassers einzufangen.

    Für das CaveSeds-Projekt des Schweizerischen Instituts für Speläologie und Karstologie muss die gesamte Forschungsausrüstung zum Untersuchungsort transportiert werden, der etwa anderthalb Stunden vom Höhleneingang entfernt liegt. Aus Sicherheitsgründen ist der Zugang nur unter bestimmten Bedingungen möglich – allen voran eine akzeptable CO₂-Konzentration im Inneren der Höhle und ein ausreichend niedriger Wasserstand. Die Aufnahme entstand mit zwei externen Blitzgeräten, die aus der Ferne ausgelöst wurden.

    Kommentar der Jury │ Dieses spektakuläre Foto entführt uns in eine Welt, die fast unzugänglich scheint. Es vermittelt die Kraft und das Dröhnen des Wassers und lässt gleichzeitig die positive Emotion der Protagonistin erahnen – in einer technisch beeindruckenden Aufnahme, die Belichtung und Bildkomposition meisterhaft vereint.

    Kategorie 3 – Orte und Werkzeuge

    Moonshot, von Jayant Abhir
    Jayant Abhir © Jayant Abhir

    Moonshot, von Jayant Abhir

    Doktorand, ETH Zürich

    Der Mond erscheint eingerahmt von der Tragstruktur und den Abspannseilen des LST1-Teleskops des CTAO auf 2.200 Metern Höhe am Standort Roque de los Muchachos auf der Insel La Palma. Die Mond-Topografie wird durch die Grenze zwischen der beleuchteten und der im Schatten liegenden Seite seiner Oberfläche – dem sogenannten Terminator - hervorgehoben. Der Rand einiger Krater ist erkennbar.

    Das LST1 ist das erste einer Reihe von Cherenkov-Teleskopen mit einem Durchmesser von 23 Metern. Seine 1,5 Meter grossen Spiegelelemente reflektieren den Himmel in der Dämmerung und erzeugen ein spiegelverkehrtes Bild. In einigen Spiegeln ganz oben in der Struktur kann man ausserdem die Wolkenschicht der Inversion sehen, die sich auf einer Höhe unterhalb des Standorts bildet – ein meteorologisches Phänomen, das diesen Ort ideal für astronomische Beobachtungen macht.

    Kommentar der Jury │ Eine sehr schöne Komposition, die Mechanik und Natur, Nähe und Ferne sowie Abstraktion und Figuration einander gegenüberstellt.

    Kategorie 4 – Videos

    Mikroskopisches Gedränge, von Inés Segovia Campos
    Inés Segovia Campos © Inés Segovia Campos

    Mikroskopisches Gedränge, von Inés Segovia Campos

    Postdoktorandin, Universität Genf

    Dieses Video, zwanzigfach beschleunigt, zeigt die kollektive Bewegung dicht gedrängter Euglena gracilis-Zellen. Aufgenommen wurde es unter dem Mikroskop mit einem 60x-Ölimmersionsobjektiv. Die einzelligen Organismen verwischen die Grenze zwischen Pflanzen und Tieren: Wie Pflanzen besitzen sie Chloroplasten und betreiben Photosynthese, wie Tiere ernähren sie sich heterotroph – also durch die Aufnahme von organischem Material aus der Umgebung.

    Euglena hat keine starre Zellwand und verändert ständig ihre Form, um sich in dichten oder zähflüssigen Umgebungen fortzubewegen. Sie kann ihren Stoffwechsel und ihr Verhalten schnell anpassen, was sie zu einem wertvollen Modellorganismus in der Ökotoxikologie macht: Sie dient oft als Frühindikator für Umweltbelastungen in aquatischen Systemen. Das Video enthüllt die verborgene Dynamik mikroskopischen Lebens – hinter scheinbarem Chaos verbirgt sich eine bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit.

    Kommentar der Jury │ Zellen drängen, winden und bewegen sich mehr schlecht als recht vorwärts – in einer klassischen, präzisen Aufnahme mit intensiven Farben. Sie zeigt uns eine mikroskopische Welt, die mindestens so überbevölkert ist wie unsere modernen Städte.

  • Gewinner:innen 2017 - 2025

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    Online-Galerie

    Alle eingereichten Beiträge sind in unserer Online-Galerie zu sehen. Folgen Sie den Wettbewerbsbildern auf Instagram @swissnationalsciencefoundation und auf X mit dem Hashtag #SwissScienceImage.

  • Teilnahme

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    Teilnahmebedingungen

    Der Wettbewerb steht Forschenden offen, die an einer Hochschule oder in einer anderen Forschungsinstitution in der Schweiz tätig sind.

    Der Beitrag muss in den 12 Monaten vor Einsendeschluss erstellt worden sein.

    Einreichung

    Die Teilnahme am Wettbewerb erfolgt ausschliesslich mittels eines Online-Formulars.

    Wettbewerbskategorien

    Alle Teilnehmenden können 1 bis 5 Beiträge einreichen, die in eine oder mehrere der folgenden Kategorien verteilt sind.

    1) Das Forschungsobjekt (Bild)

    Vom Mikro- zum Makrokosmos, das Bild des Forschungsobjektes, von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit einem Fotoapparat eingefangen oder vom Computer rekonstruiert.

    2) Die Männer und Frauen der Wissenschaft (Fotografie)

    Fotografische Dokumentation der Forschungspraxis von und mit den Akteurinnen und Akteuren.

    3) Die Orte und Werkzeuge (Fotografie)

    Fotografische Dokumentation des wissenschaftlichen Umfelds, sowie der Instrumente und Werkzeuge, mit denen Messungen, Daten und Erkenntnisse generiert werden.

    4) Video-Loop (Video)

    Chronofotografie, Video oder animiertes GIF, die ein Thema aus einer der Kategorien 1 bis 3 dokumentieren.

    Technische Angaben

    Fotografie

    Digitale Bilddatei, die mittels eines Fotoapparats erstellt wurde. Format: JPEG oder TIFF.  Maximalgrösse: 100 MB. Minimalauflösung: 2000 x 3000 Pixel (16,9 x 25,4 cm zu 300 dpi). Digitale Bearbeitung erlaubt.

    Bild

    Digitale Bilddatei, die mittels eines Fotoapparats oder mit einem Computer anhand von Daten aus wissenschaftlichen Beobachtungen oder Computersimulationen erstellt wurde (erklärende Infografiken sind nicht zugelassen). Weitere Angaben: siehe "Fotografie" oben.

    Video

    Digitale Videodatei, die mittels einer Kamera oder mit einem Computer anhand von Daten aus wissenschaftlichen Beobachtungen oder Computersimulationen erstellt wurde (erklärende Infografiken sind nicht zugelassen). Formate: GIF, AVI, MP4 (Endlosschleife). Maximalgrösse: 300 MB. Dauer: 3 bis 15 Sekunden. Minimalauflösung: 480 x 720 Pixel (DVD-Auflösung). Digitale Bearbeitung erlaubt.

    Verwendung der Bilder

    Die Urheberrechte der Werke verbleiben bei den Teilnehmenden. Durch die Teilnahme geben sie dem SNF die Erlaubnis, die eingereichten Werke unter der CC-BY-NC-ND Lizenz (https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de) zu publizieren: Die Werke können uneingeschränkt verwendet werden, sofern die Autorenangaben gemacht werden und die Werke nicht bearbeitet und nicht zu kommerziellen Zwecken eingesetzt werden. ​

  • Über den Wettbewerb

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    Der SNF schreibt diesen Wettbewerb jährlich aus. Eine international besetzte Jury trifft sich zu Beginn des Jahres, um in vier Kategorien je einen Beitrag mit einem Preis von 1000 Franken zu prämieren. Daneben wird ein Preisgeld von CHF 250 für weitere Auszeichnungen vergeben. Die ausgewählten Arbeiten werden Ende April von der Jury bekanntgegeben und in einer Ausstellung an den Bieler Fototagen präsentiert. Des Weiteren werden sie der Öffentlichkeit, den Medien und den wissenschaftlichen Institutionen zugänglich gemacht.

    Der Wettbewerb verfolgt verschiedene Ziele: Er will die wachsende Bedeutung von Bildern in der Forschung aufzeigen, einen tieferen Einblick in die Praxis der Wissenschaft gewähren und die Forschenden selbst sichtbarer machen. Der Wettbewerb möchte auch die Medien dazu anregen, mit Bildern facettenreicher über die Wissenschaft zu berichten. Die Werke sollen zudem an Ausstellungen der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden.

    Der SNF ermutigt die Forschenden, ihre Kamera in die Hand zu nehmen und ihr – oft aussergewöhnliches – Arbeitsumfeld zu dokumentieren und dabei ihre Kolleginnen und Kollegen zu porträtierendie Menschen zu portraitieren, mit denen sie zusammenarbeiten.

    Jury 2026

    Die Jury ist international besetzt und umfasst Fachleute aus den Bereichen Fotografie, Museen, Medien und Forschung.

    Präsident
    Patrick Gyger, Direktor Plateforme 10External Link Icon (Schweiz)

    Mitglieder
    Jessica Hallett, Bildredaktion, Nature (England)
    Andri Pol, Fotograf (Schweiz)
    Tess de Ruiter, Kuratorin Kunst-Wissenschaftsprojekte, Rotterdam (Niederlande)
    Aurélie Saliba, Manager Crowdsourcing bei Adobe Stock (Deutschland)

    Preisverleihung, Ausstellung und Online-Galerien

    Die Preisverleihung findet im Mai 2026 an den Bieler Fototagen statt, wo die preisgekrönten Werke sowie eine Auswahl weiterer Arbeiten in einer Ausstellung gezeigt werden.

    Die Bilder werden in verschiedenen Ausstellungen gezeigt sowie online verfügbar sein:

  • Publikumspreis 2017-2021

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    Im März 2021 wählte das Publikum aus 50 Fotos und 15 Videos je einen Gewinner. Die Vorauswahl wurde im Februar 2021 von Studierenden der Fotoklasse der Schule für Gestaltung Bern und Biel getroffen.

    Blick aus dem neokortikalen Wald (2017)

    Nicolas Antille (EPFL)

    Jump! (2021) - Video

    Daniel Huber (Universität Genf)

  • News

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    Jahr