Die ausgebildete Pharmazeutin Claire Jacob spezialisierte sich während ihrer Doktorarbeit an der Université de Rennes auf das Studium chronischer Entzündungen und vertiefte diese Arbeit während eines ersten Postdoc-Aufenthalts an der University of California in San Francisco. Sie erweiterte ihr Forschungsgebiet auf die Neurobiologie, wo sie sich für Mechanismen interessierte, welche die Entstehung von Myelinscheiden, einer unentbehrlichen Isolationsschicht der Nervenfasern, steuern.
Beachtenswerte Ergebnisse
Im Rahmen ihrer Arbeit als Postdoc an der ETH Zürich, die sie mit der Unterstützung eines zweijährigen MHV-Beitrags nach der Geburt ihres ersten Kindes ausführte, konnte sie aufzeigen, welch wichtigen Einfluss Chromatin-Modulatoren (HDACs) auf die Myelinisierung von Neuronen und die Überlebenschancen von Schwannzellen haben. Dank dieser beachtenswerten Resultate könnte es in Zukunft gelingen, die neuronale Genesung nach einer Verletzung besser zu kontrollieren. Sie ermöglichen zudem ein besseres Verständnis von degenerativen und proliferativen Erkrankungen des peripheren Nervensystems.
Ein unkonventioneller Werdegang
Der Werdegang von Claire Jacob macht deutlich, dass wissenschaftliche Neugier und Kenntnisse in verschiedenen Disziplinen es möglich machen, komplexe Fragen aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Ihre Karriere zeigt, dass Wissenschaft und Kinder auch während der entscheidenden Postdoc-Jahre miteinander vereinbar sind. So kann die Preisträgerin des MHV-Preises 2012 zum Vorbild für jüngere Forscherinnen werden, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen. Der mit 25'000 Franken dotierte Preis wird am 18. Juni 2012 während einer öffentlichen Preisverleihung an der Universität Fribourg verliehen, wo Claire Jacob als assoziierte Professorin SNF ihrer Forschungstätigkeit nachgeht.
Perspektiven ermöglichen
Seit 1991 vergibt der SNF MHV-Beiträge an vielversprechende Forscherinnen, deren akademische Laufbahn durch ihre familiäre Situation verlangsamt oder unterbrochen wurde. Die Beiträge ermöglichen es, Forschungsaktivitäten und Familienleben unter einen Hut zu bringen. Sie unterstützen damit die akademische Integration der Empfängerinnen und verbessern ihre Aussichten auf eine wissenschaftliche Karriere.