Hier finden Sie die Aufzeichnung der Referate zur Medienkonferenz zum Abschluss des NFP 56 «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (Zeitdauer: 32 Minuten).
In der Schweiz ist der Umgang mit der Mehrsprachigkeit flexibel und pragmatisch. Sie funktioniert gut. Die Migration und die zunehmende internationale Verflechtung stellen jedoch Schule, Wirtschaft und Verwaltung vor neue Herausforderungen. Wenn man das Potential der Vielsprachigkeit ausschöpft, ist sie von allgemeinem Nutzen. Zu diesem Schluss kommt das Nationale Forschungsprogramm «Sprachenvielfalt und Sprachkompetenz in der Schweiz» (NFP 56).
Die öffentliche Finanzierung der römisch-katholischen und der evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz beträgt jährlich mindestens CHF 556 Mio. Die Kirchenmitglieder zahlen zusätzlich im Jahr über CHF 1.3 Mrd. Kirchensteuern, wobei die Unterschiede zwischen den Kantonen gross sind. Der Wert der sozialen Dienstleistungen der beiden grossen Kirchen entspricht in etwa der öffentlichen Finanzierung. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» (NFP 58).
Das heutige Bild des idealen Vaters setzt das männliche Geschlecht unter Druck: Der moderne Mann soll und will nicht nur seine Familie ernähren, sondern auch viel Zeit mit seinen Kindern verbringen. Dieses Spannungsfeld kann dazu führen, dass sich Männer gegen eine Familie entscheiden, aber auch verstärkt Wege suchen, beides miteinander zu vereinbaren, wie eine sozialwissenschaftliche Studie zeigt. Sie empfiehlt eine neue Familienpolitik für Frauen und Männer.
Religionen neigen dazu, sich voneinander abzugrenzen, um ihre Identität zu bewahren und sich zu positionieren. Dabei bedienen sie sich mitunter abwertender Mittel. Wie das im Mittelalter gemacht wurde, ist Teil einer Untersuchung des Nationalen Forschungsschwerpunktes (NFS) «Medienwandel–Medienwissen–Medienwechsel». Eine Illustration des 15. Jahrhunderts zeigt, wie sich Christen über Heiden mokieren, die eine kuriose Prozession veranstalten.
Die Zürcher Wissenschaftshistorikerin Marianne Sommer untersucht mit kulturwissenschaftlichen Methoden, wie die Naturwissenschaften bei der Erforschung der Geschichte des Menschen vorgehen. Sie dringen immer tiefer in den Körper ein und stossen dabei zunehmend auf ein öffentliches Interesse, weil sie uns sagen, wer wir sind und woher wir kommen.
Die jüdische Gesellschaft in der Schweiz befindet sich im Wandel. Viele Juden können sich nicht mehr mit den religiösen Bestimmungen der traditionellen orthodoxen Gemeinden identifizieren und treten liberalen Gemeinschaften bei. Das grösste Konfliktpotenzial birgt der Umgang mit Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden, wie eine Studie des Nationalen Forschungsprogramms «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» (NFP 58) zeigt.
Neuartige Sensoren mit einer unübertroffenen Empfindlichkeit verhelfen vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützten Forschenden zu neuen Erkenntnissen über Bakterien: Ob sich diese als Einzelgänger frei fortbewegen oder aber zusammenspannen und für Antibiotika undurchdringliche Biofilme bilden, bestimmt die Konzentration eines bestimmten Botenstoffs. Dass man diesen nun in einzelnen lebenden Zellen messen kann, dürfte bei der Suche nach neuen Antibiotika helfen.
Immer weiter fressen sich die Ränder der Städte in die unbebaute Landschaft hinein. Das führt zu städtebaulichen Brüchen und gesichtslosen Agglomerationen. Damit die Zersiedelung gestoppt werden kann, erarbeitet das Nationale Forschungsprogramm «Neue urbane Qualität» (NFP 65) beispielhaft die Grundlagen und Leitlinien für die zukünftige Gestaltung der Städte und Gemeinden. Es zeichnet sich ab, dass die Menschen enger zusammenleben werden – allerdings ohne auf die hohe Lebensqualität verzichten zu müssen.
Forschende der Universität Basel schauen mit einem speziellen Röntgenverfahren so genau ins menschliche Hirn wie nie zuvor. Mit der neuen Methode ist es ihnen gelungen, ohne Kontrastmittel sogar einzelne Zellen sichtbar zu machen. Die Technik könnte dereinst bei der Bekämpfung von Krankheiten wie Krebs helfen.
Gentechnisch veränderte Weizenlinien, die mit einem Resistenzgen gegen die Pilzerkrankung Mehltau ausgestattet wurden, werfen im Gewächshaus bis zu doppelt so viel Ertrag ab wie Kontrollpflanzen. Im Freilandversuch kehrt sich allerdings dieses Verhältnis bei einigen, aber nicht allen, Weizenlinien um. Daraus schliesst eine Studie innerhalb des Nationalen Forschungsprogramms «Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» (NFP 59), dass sich Daten aus dem Gewächshaus nicht auf die Situation im Feld übertragen lassen und Freilandversuche also wichtig sind.
Verletzungen am Rückenmark lösen nebst Lähmungen auch oft unkontrollierte und schmerzhafte Muskelkrämpfe, so genannte Spasmen, aus. Forschende der Universität und der ETH Zürich zeigen nun, dass Ratten nach Behandlungen, die das Wachstum von Nervenfasern einleiten, nicht nur einen Teil ihrer Bewegungsfähigkeit wiedererlangen, sondern auch weniger Krämpfe erleiden.
Intelligente Materialien bergen ein beträchtliches Innovationspotenzial, das der Schweizer Industrie künftig einen wichtigen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte. Das Nationale Forschungsprogramm (NFP) 62 wird als Kooperationsprogramm zwischen dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Förderagentur für Innovation (KTI) durchgeführt. Es soll dazu beitragen, im Bereich dieser Zukunftsmaterialien Kompetenzgruppen von internationalem wissenschaftlichem Ruf zu etablieren.
Dank staatlichen Hilfsmassnahmen finden junge ausländische Erwachsene vermehrt Lehrstellen und Arbeitsplätze, freilich oft unten in der sozialen Hierarchie. Dazu kommen Stigmatisierungen im Alltag. Auch aufstiegswillige Secondos ziehen sich in der Folge enttäuscht in ihre private Lebenswelt zurück und wenden sich von der Schweiz ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Längsschnittstudie, die in Emmen durchgeführt wurde.
Verengte Herzkranzgefässe können harmlos sein, aber auch zum Herzinfarkt führen, wenn sie zu wenig Blut durchlassen und den Pumpmuskel über längere Zeit hinweg nur ungenügend mit Sauerstoff versorgen. Dank einem mit Hilfe von Geldern des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) neu entwickelten Bildgebungsverfahren, das dreidimensionale Ansichten von Herzkranzgefässen mit solchen vom Blutfluss im Herzen kombiniert, können Ärzte jetzt die problematischen Verengungen identifizieren, bei denen ein chirurgischer Eingriff angebracht ist.
2009 hat der Schweizerische Nationalfonds (SNF) rund 2‘900 Forschungsvorhaben mit einem Gesamtbetrag von 707 Mio. Franken bewilligt. Die Forschenden reichten im vergangenen Jahr deutlich mehr Gesuche beim SNF ein als in den Vorjahren, was den Wettbewerb um Forschungsgelder merklich verschärft hat.
Das Start-up-Unternehmen nViso entwickelt im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts (NFS) «IM2 – Interaktives multimodales Informationsmanagement» ein System, das durch die Analyse von Gesichtsausdruck und Augenbewegungen Emotionen erkennt. Ziel der Forschenden ist es, innovative Lösungen im Marketingbereich zu entwickeln.
Hochdosiertes Vitamin D ist der Gesundheit von älteren Hüftbruchpatienten und -patientinnen förderlich. Es schützt vor weiteren Sturzverletzungen und schweren Infektionen, wie neue Ergebnisse einer klinischen Studie zeigen. Darauf gestützt empfehlen die Forschenden Seniorinnen und Senioren die tägliche Einnahme von Vitamin D – als einfaches, wirkungsvolles und kostengünstiges Mittel, um Komplikationen nach Hüftbruchoperationen vorzubeugen.
Erstmals haben Forschende der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie auf molekularer Ebene rekonstruiert, wie sich der Aids-Erreger HIV in den letzten 30 Jahren in der Schweiz ausgebreitet hat. Die Daten zeigen, dass die 1986 eingeführte Abgabe von sterilen Spritzen an Drogenabhängige auch viele Menschen vor der Krankheit bewahrt hat, die nicht drogensüchtig sind. Eine Botschaft, die insbesondere auch für Länder wichtig ist, wo die Abgabe von sterilen Spritzen noch nicht eingeführt ist.
Der Besuch einer Tagesschule wirkt sich auf Primarschulkinder bereits nach zwei Schuljahren positiv aus. Sie weisen bessere Sprachkompetenzen, ein positiveres Sozialverhalten sowie bessere Alltagsfertigkeiten auf als andere Kinder. Zu diesen Ergebnissen kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie.
Unheilbare Krankheiten überwinden: Auf Stammzellen ruhen grosse Hoffnungen. Noch ist aber unklar, wie sie im Detail funktionieren. Deshalb soll das soeben gestartete NFP 63 in der Schweiz die Basis festigen für künftige medizinische Anwendungen.
Die Grabkunst erzählt viel über die Art und Weise, wie Kulturen mit dem Tod umgehen. Um ihren Verstorbenen den Übergang ins Jenseits mit einer Heilsbotschaft zu ermöglichen, verwendeten die ersten Christen häufig das biblische Jona-Thema. Die Archäologin Sophie Romanens hat die Jona-Darstellungen in den frühchristlichen Katakomben und Krypten Roms untersucht.
Der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) will gemäss seinem neuen Mehrjahresprogramm den Forschungsplatz Schweiz für den Nachwuchs attraktiver machen. Ausserdem möchte er die Konkurrenzfähigkeit der Schweizer Forschenden stärken und die Gestaltungsmöglichkeiten der Schweiz bei grenzüberschreitenden Forschungsaktivitäten sichern.
Zwei Studien im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Nut-zen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen» (NFP 59) untersuchten, wie sich gentechnisch veränderter Weizen auf Insektenlarven und Blattläuse auswirkt. Sie konnten keine Beeinträchtigungen ausmachen.
«Virtobot» heisst der forensische Hightech-Helfer, der am Rechtsmedizinischen Institut der Universität Bern für virtuelle Autopsien eingesetzt wird. Der im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunktes Co-Me entwickelte Industrieroboter liefert Gerichtsmedizinern ein hochpräzises, dreidimensionales Bild von Leichen. Deren digitale Konservierung erlaubt es, auch Jahre später die Todesursachen zu ergründen.
Der weltweite Wandel – klimatisch als auch sozioökonomisch – zwingt die Schweiz erst recht zu einer nachhaltigen Wassernutzung. Das Nationale Forschungsprogramm «Nachhaltige Wassernutzung» (NFP 61) will gemeinsam mit den Hauptakteuren aus der Praxis wissenschaftliche Grundlagen und Lösungen dafür erarbeiten. Am 4. und 5. März trafen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Solothurn zum Startschuss für die Forschungsarbeiten.
Weitverbreitete Schlaf- und Beruhigungsmittel lösen im Hirn funktionale Veränderungen aus, die zu einer Entfesselung des Belohnungssystems und schliesslich zu zwanghaftem Suchtverhalten führen können. Im Prinzip liesse sich dies in Zukunft vermeiden, zeigt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Forschungsarbeit.
Alkoholabhängige Menschen, die sich vorwiegend in Gruppen im öffentlichen Raum aufhalten, sind meist männlich und schweizerischer Herkunft. Sie leiden oft an physischen und psychischen Krankheiten. Mehr als ein Drittel dieser Randständigen wurde im Verlauf seines Lebens sexuell missbraucht. Zum diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützte sozialwissenschaftliche Untersuchung in fünf Deutsch- und Westschweizer Städten.
Am 14. Januar erhält Mirjam Christ-Crain im Berner Rathaus den mit 100‘000 Franken dotierten Nationalen Latsis-Preis 2009. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) zeichnet sie damit für ihre Arbeiten aus, in denen die Ärztin aufzeigt, dass Stresshormone im Blut Entscheidungsgrundlagen für die Behandlung von Lungenentzündung oder Schlaganfall liefern.
Mit einer neuen, im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Muskuloskelettale Gesundheit – Chronische Schmerzen» (NFP 53) entwickelten Methode stellen Forschende Bewegungen des Rückgrats dreidimensional dar. Damit hoffen sie, die Entwicklung neuer Bandscheibenprothesen zu erleichtern.