Wissenschaftliche Integrität

In Übereinstimmung mit den Akademien der Wissenschaften Schweiz versteht der SNF wissenschaftliche Integrität als Selbstverpflichtung, sich an die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis zu halten. In seinem Reglement zum Umgang mit wissenschaftlichen Fehlverhalten definiert er diesbezügliche Tatbestände, Verfahren und Sanktionen.

Der SNF erachtet die gute wissenschaftliche Praxis als eine wichtige Richtschnur für alle Personen, welche in den verschiedenen Prozessen des SNF involviert sind, sei dies als Mitglied des Nationalen Forschungsrats, als Gesuchstellende (und/oder Projektmitarbeitende) oder als Expertinnen/Experten. Das Vertrauen in das korrekte Funktionieren des Forschungsbetriebs ist eine zentrale Voraussetzung für die Forschungsförderung. Der SNF ruft daher alle Personen, welche mit ihm zusammenarbeiten, zu einer selbstkritischen Haltung bezüglich der Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis auf.

Reglement definiert Tatbestände und Sanktionen

Der Forschungsrat des SNF hat in einem Reglement Tatbestände wissenschaftlichen Fehlverhaltens definiert und dabei auch auf die für die Schweiz zentrale Publikation der Akademien der Wissenschaften Schweiz verwiesen.

Akademien der Wissenschaften Schweiz: Wissenschaftliche Integrität - Grundsätze und Verfahrensregeln (PDF, 189 KB)Dieses Reglement legt die Organisation und die Zuständigkeiten der vom Nationalen Forschungsrat eingesetzten Kommission für wissenschaftliche Integrität fest.

Das Reglement des SNF legt zudem das Verfahren fest, das bei einem entsprechenden Verdacht zur Anwendung kommt, die möglichen Sanktionen (z.B. Verwarnung oder zeitlich befristeter Ausschluss von der Gesuchstellung) sowie die Verfahrensrechte der Betroffenen.

Reglement über wissenschaftliches Fehlverhalten (Research Integrity Reglement, RI-Reglement) vom 12. Juli 2016 (PDF, 257 KB)

Guidelines für gute wissenschaftliche Praxis in Gesuchen

Forschungsplan: Der Forschungsplan muss aus Originaltext bestehen, der von den Gesuchstellenden selbst verfasst worden ist. Einzig in den Kapiteln zum Stand der Forschung im Fachgebiet (2.1) und zum Stand der eigenen Forschung (2.2) sowie bei der Beschreibung von Standardmethoden sind in geringem Masse Texte (oder andere Materialien, Grafiken usw.) Dritter bzw. eigene veröffentlichte Texte zugelassen. Die zitierten Texte müssen eindeutig als Zitate gekennzeichnet sein (Anführungs- und Schlusszeichen oder entsprechende Formulierung), und eine verifizierbare Quelle muss in der Nähe der übernommenen Stellen sowie im Literaturverzeichnis angegeben sein. Der SNF verwendet eine textvergleichende Software für die Analyse von Verdachtsfällen im Zusammenhang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten. Mehrere Universitäten stellen ihren Studierenden und Mitarbeitenden solche Programme zur Verfügung. Für weitere Informationen dazu ist die jeweilige Institution zuständig.

Literaturverzeichnis: Die Quellen aller im Forschungsplan referenzierten abgeschlossenen oder laufenden Arbeiten sind aufzuführen. Die vollständige Referenz ist anzugeben, insbesondere Titel, Quelle und vollständige Autorenliste. Die Verwendung von "et al." zum Abkürzen der Autorenliste ist nicht zulässig. (Ausnahme: Die Abkürzung der Autorenliste ist bei Publikationen im Rahmen von grossen internationalen Konsortien mit mehr als 50 Autoren zulässig. In diesem Fall muss ein Link zur vollständigen Referenz beigefügt werden.)

Liste des Forschungsoutputs (nur eigene Beiträge): Abhängig vom Forschungsgebiet kann aus der Position der/des Gesuchstellenden in der Autorenliste auf ihren/seinen Beitrag zu einer wissenschaftlichen Arbeit geschlossen werden (siehe auch: Akademien der Wissenschaften Schweiz: Wissenschaftliche Integrität. Grundsätze und Verfahrensregeln). Die Anzahl von Publikationen einer/eines Gesuchstellenden als verantwortliche Autorin oder Autor ohne Beitrag ihres/seines PhD- oder Postdoc-Betreuers/Betreuerin wird, neben anderen Aspekten, als Indikator für ihre/seine wissenschaftliche Unabhängigkeit beigezogen. Die Gesamtzahl von Publikationen oder die Zahl der Publikationen pro Jahr wird nicht als einziger Leistungsindikator betrachtet.

Akademien der Wissenschaften Schweiz: Wissenschaftliche Integrität. Grundsätze und Verfahrensregeln)

Artikel und übrige Forschungsergebnisse, die direkt für das Forschungsprojekt relevant sind, müssen klar bezeichnet werden. Der Name der/des Gesuchstellenden in der Autorenliste und das Jahr der Publikation müssen hervorgehoben sein (z.B. fett gedruckt oder unterstrichen). Die Abkürzung der Autorenliste durch "et al." ist nicht zulässig, ausser bei Forschungsprojekten im Rahmen grosser internationaler Kollaborationen mit mehr als 50 Autoren. In diesem Fall ist ein direktes Link zu der vollständigen Publikation anzugeben.

Wissenschaftliches Fehlverhalten in eingereichten Gesuchen

Der SNF ahndet Plagiate und anderes wissenschaftliches Fehlverhalten in eingereichten Gesuchen. Er veröffentlicht regelmässig Berichte zur Anzahl solcher Fälle.

Kontakt

Wissenschaftliche Integrität
E-Mail gs@snf.ch