a1. COVID-19. Ich habe ein Stipendium für einen Auslandaufenthalt, habe es beantragt oder möchte es beantragen. Das Gastinstitut befindet sich in einer Region, in der ein Risiko für eine Ansteckung durch das neue Coronavirus besteht. Was soll ich tun?

(Stand 23. Juni 2020; erste Version vom 11. März 2020; zusätzlich zu einem Auslandaufenthalt mit einem Mobilitätsstipendium betrifft dieses FAQ auch Kongresse, die im Rahmen eines SNF-Stipendiums geplant sind).

Forschende, die einen Auslandaufenthalt vorgesehen haben oder sich bereits im Ausland befinden, müssen die Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit befolgen (BAG). Es gelten ebenfalls die Anweisungen des Aussendepartements (EDA) und der Behörden in den betroffenen Ländern.

Beitragsempfängerinnen und Beitragsempfänger, die sich bereits in den betroffenen Regionen befinden, müssen die Anweisungen der Behörden vor Ort befolgen. Bei einer geplanten Rückkehr in die Schweiz sind sie angehalten, sich bei den zuständigen kantonalen Behörden in der Schweiz zu melden und deren Anweisungen zu befolgen, inklusive einer möglichen Quarantäne.

Neben den Anordnungen der zuständigen Behörden müssen die Beitragsempfängerinnen und Beitragsempfänger auch die Entwicklung in den für sie relevanten Gebieten verfolgen und angemessene Schritte in die Wege leiten, sollte sich das Risiko vergrössern oder ihre persönliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet sein. Der SNF ist umgehend zu informieren.

Zu prüfende Optionen durch die Forschenden

Da sich die Lage in der Schweiz und auch im Ausland rasch ändern kann, können die Stipendiatinnen und Stipendiaten, deren persönliche Situation von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein kann, die folgenden Möglichkeiten prüfen, um eine Lösung zu finden:

  • Sie können beim SNF eine eventuelle Verschiebung des Aufenthaltsbeginns beantragen, wenn dies für sie möglich ist, unter Einhaltung der vorgeschriebenen Reisebestimmungen der schweizerischen und ausländischen Behörden. Ausserdem, bezüglich des Beitragsbeginns innerhalb 12 Monaten nach der Verfügung, können sie die Frist um 6 zusätzliche Monate verlängern; damit haben sie nach der Bewilligung insgesamt bis zu 18 Monate Zeit, um die Freigabe der zugesprochenen Mittel zu beantragen und das Projekt zu beginnen; in einem solchen Fall teilen sie dem SNF die Verlängerung per E-Mail oder spätestens in mySNF im Formular "Antrag auf Beitragsfreigabe" mit. Die Mitteilung genügt, ein Antrag ist nicht nötig;
  • Sie können eventuell einen anderen Forschungsort finden, unter Einhaltung der vorgeschriebenen Reisebestimmungen der schweizerischen Behörden und des betreffenden Landes. Ein entsprechendes Gesuch ist beim SNF einzureichen (mit Einladungsbrief des neuen Gastinstituts);
  • Sie sind berechtigt, beim SNF zu beantragen, für eine gewisse Zeit (zum Beispiel 2 - 4 Monate) in der Schweiz zu bleiben, um eine Lösung zu finden. Grundsätzlich sollte eine Anbindung an ein Gastinstitut in der Schweiz gewährleistet sein. Betreffend Dauer wird der SNF die verschiedenen Situationen berücksichtigen, damit die Forscherinnen und Forscher in dieser Ausnahmesituation eine Lösung finden können. Man wird auch auf eine gewisse Verhältnismässigkeit achten zwischen der Dauer in der Schweiz und dem Aufenthalt im Ausland, wobei der Aufenthalt in der Schweiz einen Drittel der Gesamtdauer nicht überschreiten sollte. Für diesen allfälligen Zeitraum in der Schweiz können die Forscherinnen und Forscher auch prüfen, ob es möglich ist, ihre Forschung mit Telearbeit umzusetzen, falls ihr Gastinstitut (im Ausland) einverstanden ist. Die Zeit im Home Office (Telearbeit) oder die Dauer des Aufenthalts in der Schweiz darf grundsätzlich 1/3 der Stipendiendauer nicht überschreiten. Falls dieses 1/3-Verhältnis nicht eingehalten werden kann, sollten Sie so bald wie möglich die anderen in den FAQ genannten Optionen in Betracht ziehen, insbesondere ob eventuell ein anderer Forschungsort gefunden werden kann. In jedem Fall muss der SNF rechtzeitig informiert werden, falls die Zeit im Home Office oder in der Schweiz das 1/3-Verhältnis der Stipendiendauer voraussichtlich überschreiten wird. Wenn der Projektbeginn des Stipendiums nicht möglich ist, zum Beispiel durch Telearbeit oder Anbindung an ein Institut in der Schweiz, wenden sich die Beitragsempfangenden, die aus keinen anderen Quellen finanzielle Mittel für ihren persönlichen Unterhalt erhalten oder Leistungen aus den Sozialversicherungen beziehen können, an den SNF, um ihre Situation zu prüfen.
  • Die Stipendiatinnen und Stipendiaten, die sich bereits im Ausland befinden und ihre Forschung unterbrechen müssen, wenden sich direkt an den SNF, um zu prüfen, inwiefern a) eine provisorische Sistierung ihres Stipendiums, oder b) eine Durchführung ihrer Forschung mit Telearbeit, wenn das Gastinstitut einverstanden ist, möglich ist, oder c), eine Verlängerung notwendig ist (siehe folgender Abschnitt).


Verlängerung von Mobilitätsstipendien


Es gibt zwei Arten der Verlängerung: die kostenneutrale Verlängerung und bei Bedarf die Verlängerung mit Zusatzfinanzierung:

  • Kostenneutrale Verlängerung: Die Forschungstätigkeit soll im Rahmen des Möglichen so organisiert werden, dass der Zeitplan und das Budget des SNF-Beitrags eingehalten werden. Sollte sich das Projekt wegen der Covid-19-Pandemie dennoch verzögern, ist eine Verlängerung möglich. Forschende, deren Projekt vor dem 31. Dezember 2020 endet, können dieses um bis zu 6 Monate kostenneutral verlängern. In diesem Fall genügt eine schriftliche Mitteilung an fellowships@snf.ch. Endet das Projekt nach dem 31. Dezember 2020, werden die Forschenden gebeten, 2 bis 4 Monate vor Ablauf des Projekts eine kostenneutrale Verlängerung zu beantragen.
  • Verlängerung mit bei Bedarf Zusatzfinanzierung für Stipendien, die vor dem 31. Dezember 2020 enden: Für rund 400 Forschende endet ihr SNF-Mobilitätsstipendium zwischen dem 30. April und dem 31. Dezember 2020. Wegen der Covid-19-Pandemie können viele der Forschenden ihre Arbeit vorläufig nicht oder nur eingeschränkt ausführen. Deshalb garantiert der SNF ihnen als Spezialmassnahme bei Bedarf eine Verlängerung um zwei Monate. Dafür setzt er 4 Millionen Franken ein. Die Verlängerungen sind via mySNF mit dem Vermerk "Covid-19" als Zusatzbeitrag zu beantragen. Gesuche dieser Art können Sie im Rahmen Ihres Projekts in mySNF über den Datencontainer "Zusatzbeiträge" einreichen. Wir bewilligen diese Gesuche schnell und unbürokratisch. Einen Zusatzbeitrag erhalten Sie vorerst für maximal 2 Monate. Sollte die ausserordentliche Situation länger andauern, wird der SNF die Fristen neu beurteilen.
  • Verlängerung mit bei Bedarf Zusatzfinanzierung für Stipendien, die nach dem 31. Dezember 2020 enden: Endet Ihr Projekt nach dem 31. Dezember 2020, sollten Sie die Forschungstätigkeit so organisieren und anpassen, dass ein zeitgerechter Abschluss möglich ist. Wenn Sie später trotz der Anpassungen für die Projektbeendigung einen Zusatzbeitrag benötigen, können Sie einen mit der Covid-19-Pandemie begründeten Antrag stellen. Dieser Antrag sollte 2 bis 4 Monate vor Projektende eingereicht werden.

Für die Empfängerinnen und Empfänger eines Postdoc.Mobility Rückkehrbeitrags, die in der Schweiz angestellt sind, gelten die allgemeinen Bestimmungen des SNF. Sie beziehen sich auf die FAQ, die für die anderen Instrumente des SNF gelten.

Stipendiatinnen und Stipendiaten können die Frist für die Abgabe von wissenschaftlichen und finanziellen Berichten momentan um maximal 2 Monate verlängern. Eine schriftliche Mitteilung an fellowships@snf.ch genügt. Sollte die ausserordentliche Situation länger andauern, überprüft der SNF die Fristen. Die Forschenden dürfen Anpassungen, die durch die Covid-19 Pandemie nötig wurden, im Forschungsplan eigenverantwortlich vornehmen. Die Anpassungen müssen im wissenschaftlichen Bericht erwähnt werden.

In Bezug auf Kongresse berücksichtigen die Forscherinnen und Forscher folgende Punkte:

Falls ihr Kongress oder ihre Tagung abgesagt wird aufgrund des Coronavirus oder sie nicht daran teilnehmen können aufgrund der Bestimmungen im betreffenden Land oder wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe, übernimmt der SNF die Kosten, sofern:

a) die Kosten nicht zurückerstattet werden (vom Veranstalter, Hotel, Fluggesellschaft, etc.),
b) der entstandene Schaden nicht durch eine Reiseversicherung gedeckt ist.

Die Stipendienempfängerinnen und -empfänger des SNF bewahren alle Dokumente und Belege auf, damit sie diese am Ende des Stipendiums zusammen mit dem finanziellen Schlussbericht einreichen können.

Ein möglicher Zusatzbeitrag für die Teilnahme an einem anderen Kongress könnte Gegenstand eines späteren zusätzlichen Antrags sein, der zu analysieren wäre, wenn sich die Situation verbessert hat. Es gilt zu beachten, dass dieser neue Kongress innerhalb des Zeitraums des Stipendiums stattfinden muss oder, wenn dies nicht möglich ist, spätestens 4 Monate nach dem Stipendienende.

Probleme? Fragen?

Wenn Fragen oder Probleme auftauchen, können sich die Antragsstellenden und Beitragsempfangenden jederzeit an fellowships@snf.ch wenden.

fellowships@snf.ch