Junge Forschende in der Schweiz: Rahmenbedingungen verbessern

05.05.2014

Dieses Bild zeigt drei junge Frauen bei der Arbeit © Severin Nowacki

Junge Talente für eine Forschungskarriere zu gewinnen, hat für den SNF oberste Priorität. Mit der Umsetzung von Massnahmen, die mithelfen sollen, die Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz zu verbessern, hat er 2013 seinen Worten Taten folgen lassen. (Quelle: Jahresbericht 2013)

​Der SNF förderte 2013 via Projekte und Programme insgesamt rund 4500 Doktorierende und 2500 Postdocs. Zudem unterstützte er im Rahmen der Karriereförderung über 1100 Nachwuchsforschende, die eine akademische Laufbahn anstreben, mit 180 Millionen Franken.

Die Option einer akademischen Karriere muss für junge Forschende in der Schweiz attraktiver werden, damit der Forschungsplatz Schweiz auch künftig seine internationale Spitzenposition halten kann – davon ist der SNF überzeugt. Er hat daher in seinem Aktionsplan 2013–2016 einen Schwerpunkt bei der Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses gesetzt und 2013 eine Reihe diesbezüglicher Massnahmen implementiert bzw. beschlossen.

Doc.CH: 27 Beiträge an junge Forschende

Mit der letztjährigen Einführung von Doc.CH hat der SNF sein Engagement für Doktorierende in der Schweiz verstärkt. Das neue Instrument der Karriereförderung ermöglicht vielversprechenden jungen Forschenden, in der Schweiz eine Dissertation zu einem selbst gewählten Thema im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften zu verfassen. Im Juli 2013 hat der SNF erstmals Doc.CH-Beiträge vergeben. Von den auf den Eingabetermin im März 2013 eingegangenen 96 Gesuchen bewilligte der SNF insgesamt 27, davon 14 in den Geistes- und 13 in den Sozialwissenschaften.

"Rückkehrbeitrag" eingeführt

Um klarere Abgrenzungen und mehr Flexibilität zu schaffen, Die Sicherung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein Schwerpunkt im Aktionsplan 2013–2016 des SNF. Der SNF 2013 15 gestaltete der SNF seine Mobilitätsstipendien für Auslandsaufenthalte auf 2013 um. Die Alterslimiten wurden durch Richtwerte ersetzt, um persönlichen Situationen besser gerecht zu werden. Bei den Advanced-Postdoc.Mobility-Stipendien, die Postdocs einen Forschungsaufenthalt im Ausland von 12 bis 36 Monaten ermöglichen, kann der Auslandaufenthalt nun auch in Teilstücken erfolgen. Zudem kann dank dem auf 2014 eingeführten "Rückkehrbeitrag" neu eine Rückkehrphase an einer Forschungsinstitution in der Schweiz eingeplant werden. Der Beitrag umfasst eine Dauer von 3 bis 12 Monaten und beinhaltet den Lohn sowie Sozialabgaben.

Familie: Postdocs entlasten

Auf den 1. Juni 2013 hat der SNF den "Entlastungsbeitrag 120%" für Postdoktorierende in vom SNF unterstützten Projekten eingeführt. Dieser soll die Vereinbarkeit einer akademischen Karriere mit familiären Verpflichtungen erleichtern. Im Rahmen des Beitrags kann das eigene Arbeitspensum reduziert und mit den freiwerdenden Stellenprozenten sowie zusätzlichen durch den SNF finanzierten 20% eine Person zur Unterstützung ("Supportperson") eingestellt werden. Alternativ oder ergänzend kann ein Beitrag zu Kinderbetreuungskosten beantragt werden.

Neuerungen in der Salärpolitik

Um junge Projektmitarbeitende gezielt zu unterstützen, hat der SNF im vergangenen Jahr entschieden, die Doktorierendensaläre auf den 1. Januar 2014 um rund 7% anzuheben und neu eine "protected time" von mindestens 60% eines Vollpensums für Arbeiten im Zusammenhang mit der Dissertation einzuführen. Zudem hat er für 2014 Neuerungen in seiner Salärpolitik für die Postdoc-Stufe beschlossen. Neben einer vereinfachten Struktur bei den Mitarbeitendenkategorien gilt für promovierte Mitarbeitende, die durch den SNF salariert werden, anstelle der institutionenbezogenen Ansätze bei der Entlöhnung neu eine Bandbreite von 80‘000–105‘000 Franken, mit einer Übergangsfrist von fünf Jahren.

Eine Chance im richtigen Moment

Mit all diesen Massnahmen möchte der SNF dazu beitragen, dass eine wissenschaftliche Karriere in der Schweiz attraktiver wird und Nachwuchsforschenden im entscheidenden Moment eine Chance angeboten werden kann, sich zu bewähren. Der SNF wird seine Instrumente der Karriereförderung im Hinblick auf das Mehrjahresprogramm 2017–2020 überprüfen. Der Fachausschuss Karrieren wird bis im Herbst 2014 die einzelnen Karrierephasen (Doktorat, Postdoktorat und Assistenzprofessur) analysieren und Optimierungsvorschläge zuhanden des Nationalen Forschungsrats erarbeiten.