Forschende in der Schweiz zu ihren Bedürfnissen und Erwartungen an den SNF befragt

20.05.2014

Dieses Bild zeigt das Piktogramm Evaluationen mit einem Kuchendiagramm. © SNF

Eine vom Nordic Institute for Studies in Innovation, Research and Education (NIFU) durchgeführte Umfrage bei Forschenden in der Schweiz liefert dem SNF Informationen zu deren Förderungssituation und Einschätzung von zwei Schlüsselinstrumenten: Projektförderung und Sinergia. Die Resultate werden dem SNF bei den geplanten Anpassungen der beiden Instrumente hilfreich sein.

​Das Präsidium des Forschungsrats und der Ausschuss des Stiftungsrats beschlossen 2012, eine Umfrage in Auftrag zu geben, um mehr über die Bedürfnisse und Erwartungen der Forschenden in der Schweiz zu erfahren. Zudem sollten die Ergebnisse Aufschluss geben über die institutionelle Unterstützung, die sie erhalten. Die Umfrage ergänzt eine interne Analyse und bildet eine Entscheidungsgrundlage für künftige Anpassungen der Projektförderung und von Sinergia.

Daten von fast 3500 Forschenden

Im Oktober 2013 versandte das NIFU die Umfrage an eine repräsentative Auswahl von 8000 Forschenden. Diese Stichprobe wurde aus einer von schweizerischen Forschungs- und Hochschulinstitutionen sowie dem SNF bereitgestellten Datenbasis gezogen. Die Rücklaufquote betrug 50%. Nach dem Ausschluss von Forschenden, die die Kriterien nicht erfüllten (Doktortitel oder substanzielle Forschungserfahrung, Angliederung an eine Forschungsinstitution in der Schweiz), verblieben 3478 Datensätze zur Analyse. Die Rücklaufquote bei Forschenden, die in den vergangenen sechs Jahren mindestens einen SNF-Beitrag erhalten haben, war hoch. Bei Forschenden, die sich erfolglos um einen SNF-Beitrag beworben oder noch nie ein Gesuch gestellt haben, lag sie erheblich tiefer. Auch Forschende auf tieferen Hierarchiestufen oder ausserhalb der Universitäten wiesen eine niedrige Rücklaufquote auf. Das ist unbefriedigend, entspricht aber den Werten, die vergleichbare Umfragen erzielen.

Übersicht der wichtigsten Ergebnisse

Die Umfrageergebnisse, die den SNF betreffen, fallen im Allgemeinen positiv aus. Sie zeigen aber auch deutlich, wo die Stärken und Schwächen der Förderungsinstrumente liegen:

  • Im Vergleich mit anderen relevanten Finanzierungsquellen sind die Forschenden mit der Projektförderung und Sinergia insgesamt zufrieden.
  • An der Projektförderung des SNF wird vor allem geschätzt, dass sie einmalige bzw. originelle Forschung ermöglicht; auch die Auswirkung auf das Ansehen und die Karriere von Betragsempfängerinnen und Beitragsempfängern wird als sehr positiv eingestuft. Sinergia schnitt in Bezug auf die Möglichkeiten für den Aufbau von neuen nationalen Forschungsnetzwerken und die interdisziplinäre Forschung sowie die Erweiterung der eigenen Fachkenntnisse gut ab.
  • Weniger positiv sind die Resultate, wenn es um die Unterstützung von Projekten, die keine vorgängige Forschung verlangen, sowie um die flexible Verwendung von Beiträgen geht.

 

Die Umfrage zeigt, dass die Projektförderung von den Forschenden sehr positiv wahrgenommen wird, und es kristallisierten sich nur wenige Wünsche für künftige Veränderungen heraus. Es lässt sich aber feststellen, dass die meisten Befragten mehr Flexibilität begrüssen würden.

Bedeutung für den SNF

Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die Bedürfnisse der Forschenden unterscheiden, und zwar je nach institutioneller Anbindung, Forschungsbereich und akademischer Position. In Bezug auf mögliche Anpassungen bei den Instrumenten Projektförderung und Sinergia stellen diese unterschiedlichen Bedürfnisse eine grosse Herausforderung dar, vor allem auch, weil viele (erfolgreiche) Gesuchstellende mit dem Status quo zufrieden sind. Zudem steht der Wunsch nach mehr Flexibilität im Kontrast zum Wunsch, den eine interne Analyse zu Tage gefördert hat: nämlich einfachere und klarer definierte Förderungsinstrumente anzubieten.

Insgesamt bilden die Ergebnisse der Umfrage sowie der internen Analyse eine gute Grundlage für die Planung von Anpassungen in der Projektförderung. Zudem sind sie auch bei der Ausarbeitung des Mehrjahresprogramms 2017-2020 hilfreich. Die Resultate werden momentan in den Gremien des SNF diskutiert. Der SNF wird in einer Stellungnahme im Sommer 2014 weitere Schritte kommunizieren. Der Schlussbericht der Umfrage steht für die Öffentlichkeit und interessierte Kreise ab sofort zur Verfügung.

Kontakt
Abt. CoRe
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