Der SNF schliesst Evaluation der Übergangsmassnahmen ab: 21 SNSF Consolidator Grants vergeben

19.02.2015

Dieses Bild zeigt einen Forscher mit Apparaturen im Gebirge. ©  PermaSense Project

Der SNF vergibt an 21 hervorragende Forschende in der Schweiz einen SNSF Consolidator Grant. Damit hat er seine Übergangsmassnahmen als Ersatz für entgangene Förderungsgelder des European Research Council (ERC) wie geplant umgesetzt und den zentralen Teil seiner Arbeit abgeschlossen. Trotz der erfolgreichen Durchführung muss eine Initiative in dieser Form für den SNF einmalig bleiben.

​Die mit bis zu zwei Millionen Franken dotierten SNSF Consolidator Grants gehören zu den im März 2014 lancierten Temporary Backup Schemes (TBS). Damit konnten sich exzellente Forschende, die an einer Schweizer Forschungsinstitution arbeiten oder dies planen, beim SNF um Beiträge bewerben, die mit den renommierten "frontier research grants" des ERC vergleichbar sind. Diese Massnahme wurde nötig, nachdem die Schweiz von Ende Februar bis Mitte September 2014 vom Forschungsprogramm Horizon 2020 und damit auch von den Beiträgen des ERC ausgeschlossen worden war – dies aufgrund der Folgen der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014.

Erfolgsquote von knapp 20%

Der SNF hat nun - nach den SNSF Starting Grants im November 2014 - auch die SNSF Consolidator Grants vergeben. 111 eingereichte Gesuche wurden in einem zweistufigen Verfahren beurteilt. Nach der ersten Evaluationsphase wurden 45 Forschende dazu eingeladen, ihre Projekte in einer zweiten Phase einem der drei eigens gebildeten internationalen Panels zu präsentieren. Für die Endauswahl war insbesondere entscheidend, dass die geplante Forschung bahnbrechende Ergebnisse in Aussicht stellt und die bzw. der Forschende über die Fähigkeit verfügt, ein grösseres Projekt von hoher Originalität durchzuführen. Schliesslich wurden 21 Projekte gutgeheissen: 4 Projekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften, 6 Projekte in den Life Sciences und 11 Projekte im Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Dies entspricht einer Erfolgsquote von 19%. Rund 18% der Gesuche wurden von Frauen eingereicht; der Anteil erfolgreicher Gesuchstellerinnen lag bei 24%.

Rund 40 Million Franken budgetiert

Die Forschenden erhielten bis zu 2 Millionen Franken (ohne Overhead) für ihre fünfjährigen Projekte. Das Gesamtbudget für die 21 finanzierten Projekte beläuft sich auf 39,6 Millionen Franken. Zur Deckung ihrer Overheadkosten erhalten die Gastinstitutionen eine zusätzliche Finanzierung von 15%.

Am meisten Gesuche wurden von Forschenden der EPFL sowie den Universitäten Zürich und Genf eingereicht. Die 21 SNSF Consolidator Grants verteilen sich wie folgt auf die Hochschulen: Universität Basel 1, Universität Genf 3, Universität Neuenburg 1, Universität Zürich 4, EPF Lausanne 7, ETH Zürich 2, Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL 1, Friedrich Miescher Institut 1, Swiss Tropical and Public Health Institute 1.

TBS soweit abgeschlossen – Forschende nehmen Arbeit auf

Da die in der Schweiz tätigen Forschenden seit dem 15. September 2014 wieder beim ERC Forschungsgesuche einreichen können, hat der SNF mit der Vergabe der SNSF Consolidator Grants den zentralen Teil seiner Arbeit erfüllt und die Evaluation der TBS wie geplant abgeschlossen. Der Ball liegt jetzt bei jenen Forschenden, die einen der gut dotierten Grants erhalten haben. Sie können nun an den verschiedenen Hochschulen und Instituten ihre ambitionierten Projekte in Angriff nehmen und damit einen Beitrag für einen weiterhin starken Forschungsplatz Schweiz leisten.

Erfolgreich, aber in dieser Form einmalig

Die insgesamt über 250 für die TBS eingegangenen Gesuche verdeutlichen die Notwendigkeit dieser kurzfristig lancierten Übergangsmassnahmen. Der SNF konnte dazu beitragen, das plötzlich entstandene europäische „Förderungsvakuum“ für die Forschenden in der Schweiz vorübergehend zu füllen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsplatzes Schweiz zu unterstützen. Dieser Teilerfolg rechtfertigt auch den hohen Einsatz des SNF, der mit dem nicht eingeplanten zusätzlichen Aufwand an die Grenzen der Belastbarkeit stiess. Insbesondere die kurzfristig notwendige Suche nach zusätzlichen internationalen Expertinnen und Experten gestaltete sich schwierig.

Zudem fehlte bei der Evaluation der SNF Starting und Consolidator Grants die internationale Vergleichsbasis. Auch aus diesem Grund erachtet der SNF eine künftige volle Beteiligung der Schweiz an Horizon 2020 nach wie vor als absolut notwendig. Nur so kann sichergestellt werden, dass sich Forschende in der Schweiz mit den Besten in Europa messen können. SNF und ERC haben verschiedene Missionen und Aufgaben. Die TBS müssen in dieser Form eine einmalige Initiative bleiben.

 


 

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