Förderung von akademischer Karriere und Nachwuchs: Der SNF sieht Handlungsbedarf

19.05.2015

Der SNF antwortet mit seinem Mehrjahresprogramm 2017-2020 auf die Herausforderungen für den Forschungsplatz Schweiz. Handlungsbedarf sieht er vor allem bei der Nachwuchsförderung.

Der SNF investierte 2014 mehr als je zuvor in die Projekt- und Karriereförderung: Mit insgesamt 849 Millionen unterstützte er 3469 Forschungsvorhaben. Hinzu kamen 92 Millionen Franken für die kurzfristig lancierten "Temporary Backup Schemes", die der SNF den Forschenden als Übergangsmassnahme für den  Ausfall von EU-Förderungsgeldern angeboten hat.

Rasanter Wandel erfordert Massnahmen und Finanzmittel

Die wettbewerbsorientierte Projektförderung wird auch künftig das Kerngeschäft des SNF bleiben. In der Wissenschaft vollzieht sich jedoch ein rasanter Wandel. Die Art und Weise, wie Forschung durchgeführt, verbreitet und evaluiert wird, verändert sich in vielen Fachbereichen rapide. In seinem Mehrjahresprogramm 2017-2020 stellt der SNF Massnahmen vor, die zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen für die Schweizer Forschung beitragen sollen. Insgesamt weist er für die vierjährige Zeitspanne einen Finanzbedarf von 4,5 Milliarden Franken aus. Damit der Forschungsplatz Schweiz weiterhin stark und international wettbewerbsfähig bleibt, muss der Bereich Bildung, Forschung und Innovation finanzpolitische Priorität haben.

Für einen ambitionierten und motivierten Nachwuchs

Für die nachhaltige Förderung von exzellenter Forschung ist insbesondere ein ambitionierter und motivierter wissenschaftlicher Nachwuchs zentral. Daher möchte der SNF in Abstimmung mit seinen Partnern in der Schweiz klarere und attraktivere Karriereperspektiven für talentierte Forschende schaffen – gerade auch, um das inländische Potenzial besser auszuschöpfen. Er sieht vor, rund einen Fünftel der in seinem Mehrjahresprogramm total veranschlagten Finanzmittel für Massnahmen zur optimierten Förderung von akademischen Karrieren einzusetzen. Er plant u.a.

  • die Instrumente zur Förderung der frühen wissenschaftlichen Unabhängigkeit besser auszustatten;
  • Beiträge für Assistenzprofessuren mit Tenure Track (APTT-Grants) einzuführen, um die vorgesehene Schaffung solcher Stellen mit klaren Karriereperspektiven an den Hochschulen zu unterstützen;
  • die Förderungsmöglichkeit PRIMA (Promote Women in Academia) zur angemessen ausgestatteten Unterstützung von exzellenten Forscherinnen zu schaffen.
  • das Instrument der SNF-Förderungsprofessur flexibel an die sich ändernden Verhältnisse der universitären Hochschulen und an die Bedürfnisse der Fachhochschulen und der pädagogischen Hochschulen anzupassen.

Wissenstransfer: Mit der KTI Brücken bauen

Um den Wissenstransfer in Gesellschaft und Wirtschaft zu beschleunigen, möchte der SNF als weitere Priorität gemeinsam mit der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) die Aktivitäten an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Forschung und Innovation verstärkt fördern. Mit dem geplanten Programm „Bridge" soll das Innovationspotenzial von Forschungsergebnissen im vorwettbewerblichen Bereich, d.h. bevor marktorientierte Produkte entstehen, besser ausgeschöpft werden. Es verfolgt u. a. das Ziel, junge Forschende dabei zu unterstützen, ihre Anwendungsideen auszutesten und den Schritt in die Wirtschaftspraxis zu wagen. Zudem soll es Kooperationsprojekte zwischen universitären Hochschulen und Fachhochschulen ermöglichen.

Ungewissheit bezüglich Europa: Flexibilität notwendig

Die künftige Teilnahme der Schweiz am Europäischen Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020" ist weiterhin ungewiss. Daher ist vom SNF bei der Planung für die Jahre 2017-2020 Flexibilität gefordert. Das vorliegende Mehrjahresprogramm könnte substantielle Änderungen erfahren, sollte die Nicht-Assoziierung der Schweiz an Horizon 2020 ab 2017 Tatsache werden. Der SNF wird daher für diesen Fall Szenarien erarbeiten. Was aber heute schon klar ist: Eine nationale Förderung wie die als Notlösung lancierten "Temporary Backup Schemes" kann keinen langfristigen Ersatz für das Fehlen des europäischen Wettbewerbs bieten. Internationalität - und damit auch die Einbindung in den Europäischen Forschungsraum - ist für die Spitzenforschung in der Schweiz unerlässlich.

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