Verleihung des Marie Heim-Vögtlin-Preises 2015

25.09.2015

Am 23. September 2015 haben die Biologin Armelle Corpet und die Paleoklimatologin Anna Nele Meckler den Marie Heim-Vögtlin-Preis erhalten.

Professor Béatrice Beck-Schimmer, Mitglied des Forschungsrates und des Fachausschusses Karrieren des SNF, eröffnete am 23. September 2015 die Zeremonie für die Verleihung des Marie Heim-Vögtlin-Preises. Dabei unterstrich sie die aussergewöhnliche Laufbahn der Ärztin, nach der dieser Preis benannt wurde. Marie Heim-Vögtlin war im Jahr 1868 die erste Schweizerin, die nach der Zustimmung ihres Vaters als Studentin der Universität Zürich zugelassen wurde. Nachdem sie ihr Medizinstudium abgeschlossen hatte, eröffnete sie ihre eigene Praxis als Frauenärztin, wo sie auch nach der Geburt ihrer zwei Kinder weiterarbeitete.

Professor Brigitte Galliot, Mitglied der Marie Heim-Vögtlin (MHV) Evaluationskommission, die selbst vorher mit einem MHV-Beitrag gefördert wurde, händigte den Preis mit lobenden Worten an Frau Dr. Armelle Corpet aus: "Ohne Zweifel ist Armelle Corpet eine herausragende Wissenschaftlerin, die trotz ihrer vier Kinder unglaublich produktiv arbeitet. Dies zeigt sich auch an der Liste ihrer Publikationen (allein heute habe ich 14 davon auf Pubmed gefunden!) und an der Erteilung eines Patents." […] Sie gehört ohne Frage zu den talentiertesten MHV-Beitragsempfängerinnen, die ich persönlich kenne und deren Arbeit ich in den zurückliegenden Jahren aufmerksam verfolgt habe. Ihr Forschungsgebiet, die Regulierungsmechanismen der Stabilität des Genoms und die Seneszenz, sind von fundamentaler Bedeutung für die Biologie und haben äusserst wichtige biomedizinische Implikationen." Frau Dr. Corpet unterstrich ihrerseits die Wichtigkeit des MHV-Beitrags für ihre akademische Laufbahn: "Nach einer Auszeit von neun Monaten nach der Geburt meines dritten Kindes hat mir der Erhalt des MHV-Beitrags ermöglicht, meine wissenschaftliche Karriere als Postdoktorandin an der Universität Zürich wieder aufzunehmen. Neben der Bezahlung meines Salärs waren die Finanzierung eines Teils meiner Forschungskosten, die Teilnahme an internationalen Kongressen und der Beitrag an die Kinderbetreuungskosten die grössten Vorteile dieses Beitrags. So war ich in der Lage, innerhalb meines Labors unabhängiger zu arbeiten."

Frau Dr. Angelika Kalt, stellvertretende Direktorin des SNF und selbst ehemalige Professorin für Geologie, hielt die Laudatio auf Frau Dr. Anna Nele Meckler: "Anna Mecklers Karriere ist ein Musterbeispiel dafür, was der MHV-Beitrag leisten kann. Im Jahr 2010 bekam sie ihr erstes Kind, direkt nach ihrer Stelle als Postdoktorandin am Caltech, wodurch sich die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse verzögerte. Ihr zweites Kind kam im Mai 2012 auf die Welt. Für die Karriere ist dies oft ein ernsthaftes Hindernis, da Arbeitgeber bezweifeln, dass Mütter kleiner Kinder die erwarteten 200% ihrer Zeit der Forschung widmen können – und genau das ist der Punkt, wo MHV einspringt, um diese schwierige Zeit zu überbrücken." In ihrem Vortrag hat Frau Dr. Meckler das Thema der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Forschung wieder aufgenommen: "Der MHV-Beitrag stellt eine Anerkennung für Forscherinnen dar, die Familie haben, wodurch diese Wahl zusätzlich aufgewertet wird. […]. Aber wenn man Kinder hat, ist man gezwungen, sehr effizient zu arbeiten. Einige Arbeiten müssen auch am Abend oder am Wochenende erledigt werden. […] Der MHV-Beitrag sowie mein Betreuer ermöglichten mir, auf alle Fälle völlig unabhängig zu organisieren und zu arbeiten."

Frau Dr. Armelle Corpet ist heute Hochschullehrerin an der Universität Lyon, wo sie mit ihrer Familie wohnt. Frau Dr. Anna Nele Meckler setzt ihre Arbeiten über die Rekonstruktion des Klimas in Zeiten hoher Treibhausgaskonzentrationen an der Universität Bergen in Norwegen fort, wo ihr Ehemann ebenfalls Professor ist und wo sie mit ihren Kindern leben.

Medienmitteilung vom 04.06.2015

Von links nach rechts: Prof. B. Galliot, Frau Dr. A. Corpet, Prof. Beck-Schimmer, Frau Dr. A. N. Meckler, Frau Dr. A. Kalt

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