HERA oder wie geht Europa mit seiner Vergangenheit um: Drei Projekte mit Schweizer Beteiligung

02.09.2016

Die Forschenden aus der Schweiz gehören zu den erfolgreichsten Gesuchstellenden im Forschungsprogramm "Uses of the Past" des Era-Net HERA.

Fragen der Identität, der Integration, der politischen Legitimität und der kulturellen Dynamiken – darum dreht sich das breit angelegte Joint Research Project "Uses of the Past" (JRP UP) des Era-Net HERA (Humanities in the European Research Area). Ziel ist es zu verstehen, wie die Gesellschaften in Europa ihre Vergangenheit reflektieren und deuten.

Forschende aus der Schweiz mit hoher Erfolgsquote

24 europäische Forschungsförderungsorganisationen aus 23 Staaten sind am Era-Net HERA beteiligt. Der SNF hat zum ersten Mal an einem Forschungsprogramm von HERA teilgenommen. Er verfolgt damit das Ziel, die Internationalisierung der Geisteswissenschaften zu unterstützen. Umso erfreulicher ist die hohe Erfolgsquote der Forschenden aus der Schweiz. Zusammen mit Norwegen, den Niederlanden, der Tschechischen Republik und Island gehört die Schweiz zu den erfolgreichsten Staaten im Bereich der Hauptgesuchsteller (Principal Investigator).

Von Finanzkrisen bis Epidemien

Drei Projekte mit Schweizer Beteiligung werden von HERA unterstützt. Zu den erfolgreichen Forschenden aus der Schweiz gehören Mary O'Sullivan (Universität Genf), Martin Dusinberre (Universität Zürich) und Martin Lengwiler (Universität Basel). Sie arbeiten in den Projekten mit Forschenden aus ganz Europa zusammen - von Spanien bis Schweden - und beschäftigen sich mit den folgenden Thematiken und Fragen:

  • Project "Uses of the Past in International Economic Relations"
    Ob und wie fliessen Erkenntnisse aus globalen Finanzkrisen der Vergangenheit in die Entscheidungsprozesse der Gegenwart ein? (O'Sullivan)
  • Project "East Asian Uses of the European Past: Tracing Braided Chronotypes"
    Wie wird die Vergangenheit durch Schlüsselereignisse wie der Niedergang Roms, die Aufklärung oder den Holocaust in einem globalen Kontext konstruiert? (Dusinberre)
  • Project "Disentangling European HIV/AIDS Policies: Activism, Citizenship and Health"
    Welche Strategien werden im Umgang mit AIDS eingesetzt und wie fliessen Erfahrungen mit Epidemien aus der Vergangenheit in die Diskussionen um Gesundheitspolitik und Staatsbürgerschaft ein? (Lengwiler)

HERA fördert europaweit 18 Konsortien

Insgesamt beteiligten sich 605 transnationale Forschungskonsortien mit einem Proposal an der Ausschreibung. 100 Konsortien wurden von einem unabhängigen internationalen Expertenpanel zu einem Full Proposal eingeladen. Nach Abschluss der Evaluation fördert das HERA-Netzwerk nun gemeinsam mit der Europäischen Kommission 18 Konsortien während dreier Jahre (2016–2019) mit einem Gesamtbetrag von 21 Millionen Euro. Der Anteil des SNF und des Staatssekretariats für Bildung und Forschung (SBFI) beläuft sich auf 818'000 Euro.

​​Kontakt

Abteilung Geistes- und Sozialwissenschaften
Daniel Krämer
E-Mail div1@snf.ch