Projektförderung nach der Reform: Weniger Gesuche, aber mehr beantragte Gelder

02.11.2016

Zum 1. Oktober 2016 haben die Forschenden beim SNF 842 Projektgesuche eingereicht und 512 Millionen Franken beantragt.

Bei der ersten Ausschreibung in der Projektförderung nach der Reform gingen 22% weniger Gesuche ein als im Vorjahr. Zugleich ist die insgesamt beantragte Förderungssumme um über 6% angestiegen.

Im Vergleich zum Oktober 2015 gibt es in den verschiedenen Wissenschaftsbereichen folgende Veränderungen:

  • Geistes- und Sozialwissenschaften: 25% weniger Gesuche bei einem Anstieg des beantragten Gesamtbetrags um 3%
  • Mathematik, Natur- und Ingenieur: 27% weniger Gesuche bei einem Anstieg des beantragten Gesamtbetrags um 7%
  • Biologie und Medizin: 13% weniger Gesuche bei einem Anstieg des beantragten Gesamtbetrags um 7%

Pro eingereichtem Gesuch wurde erheblich mehr Geld beantragt. Dies hängt vor allem mit der Erhöhung der maximalen Projektdauer von drei auf vier Jahre zusammen: Die Forschenden haben bei rund 60% der eingegebenen Projekte eine Laufzeit von mehr als drei Jahren beantragt. Aber auch für kürzere Projekte wurde im Durchschnitt pro Jahr mehr Geld beantragt als vorher.

Es ist möglich, dass die in der Projektförderung eingeführte Beschränkung auf ein bzw. maximal zwei Projekte bei den Forschenden zu einer verstärkten Fokussierung und Bündelung ihrer Forschungstätigkeit und damit zu weniger Gesuchen geführt hat. Neben der Verlängerung der maximalen Dauer hat eventuell die Erweiterung der anrechenbaren Kosten im Zuge der Reform zu finanziell umfangreicheren Gesuchen geführt.

Um konkrete Schlussfolgerungen aus diesem ersten Gesuchseingang nach der Reform zu ziehen, sind bis Anfang 2017 noch genauere Datenanalysen notwendig.

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