Die Immunologin Andrea Ablasser erhält den Latsis-Preis 2018

14.01.2019

In einer Zeremonie im Berner Rathaus wurde der Immunologin Andrea Ablasser der Nationale Latsis-Preis 2018 verliehen.

Für ihre bahnbrechende Forschung über das angeborene Immunsystem hat Andrea Ablasser den Nationalen Latsis-Preis 2018 erhalten. Die 35-jährige Immunologin ist seit 2014 als Tenure Track Assistant Professorin an der EPFL tätig. Sie wurde bisher zwei Mal vom SNF unterstützt. Der Nationale Latsis-Preis wird jedes Jahr vom SNF im Auftrag der Genfer Latsis-Stiftung vergeben. Die 35. Preisverleihung fand am 10. Januar 2019 im Berner Rathaus in Anwesenheit zahlreicher früherer Preisträger statt.

"Andrea Ablasser übersetzt Forschung in die Praxis, denn sie hat ein Molekül gefunden, mit dem möglicherweise einmal Autoimmunkrankheiten behandelt werden können", sagte Matthias Egger, Präsident des SNF-Forschungsrates. Dafür war aber Grundlagenforschung nötig, betonte Denis Duboule, Präsident der Latsis-Stiftung: "Die Entdeckung ist das Resultat von harter Arbeit in einer kleinen Forschungsgruppe."

Der Mut von Ablasser, reine Grundlagenforschung zu betreiben wurde auch von Martina Hirayama, Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation gewürdigt: "Sie hatten die Kühnheit, sich in ein ungewisses Forschungsthema zu stürzen." Mehr Forschung ohne genaues Ziel wünschte sich auch Jürg Fröhlich, Physiker und Träger des ersten Nationalen Latsis-Preises 1984: "Betrachten Sie den Preis als eine Lizenz, sich zu einer ruhigen Reflexion zurückzuziehen, sich nachher in ein Forschungsabenteuer zu stürzen – mit einem hohen Risiko zu scheitern."

Dieses Risiko hat Ablasser bereits auf sich genommen, wie ihre Vorgesetzte Gisou van der Goot, Dekanin der Fakultät der Biowissenschaften an der EPFL erzählte: "Andrea Ablasser wäre beinahe professionelle Skifahrerin geworden. Zum Glück konnten wir sie für die Wissenschaft gewinnen." Das sah auch Berner Regierungsratspräsident Christophe Neuhaus so, denn "Andrea Ablasser ist ein Vorbild für junge Frauen, die unter den Professoren immer noch untervertreten sind."

Ablasser selbst erklärte in ihrer Präsentation, dass die Körperzellen dank dem von ihr erforschten Signalweg viele verschiedene Krankheitserreger entdecken können: zum Beispiel Viren wie HIV oder Bakterien wie der Erreger der Tuberkulose. Sogar bei Krankheiten wie Parkinson oder bei Herzinfarkten spiele dieser Teil des Immunsystems eine Rolle. "Wir hoffen, wir können dieses Potential in die Praxis umsetzen und arbeiten dafür jetzt mit einer pharmazeutischen Firma zusammen", so Ablasser.

 

Der Nationale Latsis-Preis ist eine der wichtigsten wissenschaftlichen Auszeichnungen der Schweiz und honoriert herausragende wissenschaftliche Leistungen einer in der Schweiz tätigen Forscherin oder eines Forschers im Alter von maximal 40 Jahren.

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