7 Missverständnisse über die SNF-Forschungsförderung – und was wirklich stimmt

27.06.2019

Aller ausführlichen Information und Beratung zum Trotz: Manche Missverständnisse über die Forschungsförderung des SNF sind immer wieder zu hören. Wir klären sie auf.

​1. Missverständnis: "Wenn ich vom SNF bereits finanzielle Unterstützung für ein Projekt erhalte, kann ich kein Gesuch um Unterstützung für ein weiteres Projekt einreichen."

Richtig ist: Doch, Sie können vom SNF für mehr als ein Projekt finanzielle Unterstützung erhalten. Zum Beispiel für zwei – thematisch unterschiedliche – Projekte in unserem Instrument "Projektförderung" und noch für je ein Projekt in einem Nationalen Forschungsprogramm und im Programm "SPIRIT". Bedingung ist, dass Sie überall einen substanziellen persönlichen Beitrag leisten.

2. Missverständnis: "Gemeinsame Projekte mehrerer Forschungsgruppen finanziert der SNF ausschliesslich dann, wenn die Projekte interdisziplinär und bahnbrechend sind."

Richtig ist: Diese Bedingung gilt nur für das Programm "Sinergia", nicht für die "Projektförderung" oder andere Förderungsinstrumente. Der SNF ist sehr daran interessiert, die Zusammenarbeit von Forschungsgruppen zu fördern. Kollaborative Projekte können einen höheren finanziellen Beitrag bekommen. Einige Instrumente ermöglichen gemeinsame Projekte mit Forschungsgruppen im Ausland.

3. Missverständnis: "Ich habe die perfekte Mitarbeiterin gefunden. Aber ich darf sie nicht auf mein vom SNF bezahltes Forschungsprojekt anstellen, weil sie ihr Doktorat vor mehr als fünf Jahren abgeschlossen hat."

Richtig ist: Sie dürfen auch Mitarbeitende anstellen, deren Doktorat mehr als fünf Jahre zurückliegt. Diese Forschenden sind sogenannte «Weitere Mitarbeitende» und haben keinen Anspruch auf Karrieremassnahmen des SNF. Zur selben Kategorie gehören Akademikerinnen und Akademiker, die nicht das Doktorat anstreben, sowie technisches und unterstützendes Personal.

4. Missverständnis: "Bezeichne ich im Gesuch mein Projekt als anwendungsorientierte Grundlagenforschung, habe ich geringere Chancen, vom SNF gefördert zu werden."

Richtig ist: Anwendungsorientierte Grundlagenforschung hat die gleichen Chancen wie Grundlagenforschung. Bei der Evaluation solcher Gesuche zählt auch die ausserwissenschaftliche Bedeutung. Diesen Aspekt wird der SNF in Zukunft noch stärker beachten. Wenn es sinnvoll ist, beziehen wir Fachleute aus der Praxis in die Evaluation ein. Durch die Umsetzung der DORA-Deklaration wollen wir generell sicherstellen, dass wir den Nutzen von Forschung für Wirtschaft und Gesellschaft gebührend berücksichtigen.

5. Missverständnis: "Der SNF verlangt von mir, dass ich alle Daten meines Projekts veröffentliche. Also kann ich den Versuchspersonen die Anonymität ihrer Daten nicht mehr zusichern, was meine Forschung verhindert."

Richtig ist: Wir erwarten von Ihnen, dass Sie die Daten frei zugänglich machen. Die Verpflichtung gilt selbstverständlich nicht, wenn rechtliche, ethische oder urheberrechtliche Gründe, Vertraulichkeitsklauseln oder ähnliches einer Veröffentlichung entgegenstehen. Was personenbezogene Daten betrifft: Meistens lassen sie sich anonymisieren, so dass keine Rückschlüsse auf die Identität möglich sind.

6. Missverständnis: "Laut SNF muss ich meine Forschungsresultate in Open-Access-Zeitschriften publizieren, das heisst über den goldenen Weg. In meiner Disziplin gibt es aber keine dafür geeigneten Zeitschriften. Deshalb kann ich die Open-Access-Verpflichtung nicht einhalten."

Richtig ist: Ihnen steht auch der grüne Weg offen: Publizieren Sie die Resultate zuerst in einer Abonnementszeitschrift und legen Sie dann den Artikel spätestens nach sechs Monaten in einer öffentlichen Datenbank ab. Für Bücher beträgt die Frist zwölf Monate. Bitte achten Sie bei der Wahl einer Zeitschrift oder eines Verlags darauf, dass der grüne Weg erlaubt ist.

Der SNF akzeptiert ausserdem die Veröffentlichung in Zeitschriften mit hybridem Geschäftsmodell. Für solche Artikel übernehmen wir aber im Gegensatz zur Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften nicht die Kosten.

7. Missverständnis: "Eigentlich möchte ich mich um einen Ambizione-Beitrag in der SNF-Karriereförderung bewerben. Da ich aber an einer Fachhochschule forsche, komme ich dafür nicht in Frage."

Richtig ist: Sämtliche Instrumente der SNF-Karriereförderung sind zugänglich für Forschende an Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH). Manche Instrumente kennen sogar besondere Bedingungen für diese Kandidaturen und berücksichtigen damit das fachspezifische Umfeld. Allerdings erhält der SNF bis anhin wenige Bewerbungen aus den FH und PH für seine Karriereinstrumente. Wir ermuntern deren Forschende, vermehrt Gesuche einzureichen.

Kontakt

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Abteilung Biologie und Medizin
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