Plattform für Forscherinnen: SNF übernimmt AcademiaNet

05.12.2019

Mehr Frauen in Führungspositionen der Wissenschaft – dieses Ziel verfolgt die europäische Datenbank AcademiaNet, die herausragende Forscherinnen verzeichnet. In Zukunft wird sie durch den SNF betreut werden.

In Europa sind durchschnittlich nur rund 20 Prozent der Professuren durch Frauen besetzt. Ähnlich gering sind die Anteile in Gremien, die über Förderbeiträge, Berufungen und Forschungspreise entscheiden. Die europäische Datenbank AcademiaNet wirkt dem entgegen. Sie enthält die Profile von rund 2800 herausragenden Forscherinnen aus allen Disziplinen. Dies erleichtert Universitäten und Organisationen die Suche nach Professorinnen und Führungskräften, wenn sie Stellen besetzen. Auch Expertinnen für Medieninterviews, Kongressreferate oder Podiumsdiskussionen lassen sich hier rasch finden. Zahlreiche Organisationen in Europa, darunter der SNF, nominieren Frauen nach strengen Kriterien für die Aufnahme in die Liste.

Die deutsche Robert Bosch Stiftung hat die Plattform 2010 ins Leben gerufen und bis Ende 2018 gemeinsam mit dem Verlag "Spektrum der Wissenschaft" betreut. Ab Januar 2020 wird der SNF die Plattform betreiben. Für die Finanzierung, welche für die nächsten fünf Jahre gewährleistet ist, hat er 21 Partner gewinnen können. Die Zusammenarbeit mit dem Spektrum Verlag bleibt bestehen und auch die Robert Bosch Stiftung wird weiterhin einen namhaften Betrag beisteuern.

Gleichstellung als strategischer Schwerpunkt

"Die Robert Bosch Stiftung hat grossartige Aufbauarbeit geleistet. Wir erachten die Datenbank als ein nützliches Instrument, um Forscherinnen zu mehr Sichtbarkeit und Vernetzung zu verhelfen, und freuen uns, sie gemeinsam mit anderen Organisationen weiterzuführen", sagt Simona Isler, Gleichstellungsbeauftragte des SNF. Die Gleichstellung in der Wissenschaft zu fördern ist ein wichtiges Anliegen des SNF und ein strategischer Schwerpunkt seines Mehrjahresprogramms 2021-2024. "Mit der Übernahme von AcademiaNet erweitern wir unsere Massnahmen zugunsten von Gleichstellung und Vielfalt in der Forschung", betont Isler.