Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist: Nominieren lohnt sich

21.03.2019

Verleihung des Preises 2019

Der Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist wird 2019 im Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften verliehen. Die Forschungsgemeinschaft kann bis zum 8. April Nominationen einreichen. Wie es ist, zum Beispiel den eigenen Chef zu nominieren, erzählt Seraina Rüegger.

​Die wichtigste Auszeichnung für Forschende in der Schweiz ehrt seit 1920 international anerkannte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für die Bedeutung und Qualität ihrer Arbeit. Seit 2018 rotiert der Preis zwischen den Disziplinen. Dieses Jahr wird ein Preisträger oder eine Preisträgerin der Mathematik, Natur- oder Ingenieurwissenschaften gesucht.

Seraina Rüegger, Post-Doktorandin an der ETH Zürich, hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit ihren Kollegen den Friedensforscher Lars-Erik Cederman nominiert. Ihm wurde der Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist 2018 verliehen.

Warum haben Sie bei der Ausschreibung mitgemacht?

Weil explizit ein Forscher oder eine Forscherin aus den Geistes- und Sozialwissenschaften gesucht war. Unsere Gruppe konnte zu diesem Zeitpunkt einige Erfolge vorweisen. Wir haben viel publiziert, Forschungsprojekte lanciert und abgeschlossen. Wir waren uns einig, dass Lars-Erik eine Chance auf den Preis hat. Hätten wir es ihm nicht zugetraut, hätten wir ihn nicht nominiert – da sind wir pragmatisch.

Wie haben Sie den Preis gefeiert?

Wir haben die Korken knallen lassen (lacht). Für Lars-Erik und uns war es eine aufregende Erfahrung: Angefangen hat es, als Bundesrat Schneider-Ammann angerufen hat. Dann besuchten Fotografen und ein Filmteam unsere Gruppe. Die Berichterstattung in den Medien und die Feier im Bernerhof sind für uns unvergesslich.

Wie schätzen Sie die Bedeutung von Wissenschaftspreisen ein?

Ich finde Wissenschaftspreise wichtig. Sie zeigen den Forschenden auf, dass ihre Arbeit geschätzt wird und gesellschaftlich relevant ist. Der Schweizer Wissenschaftspreis Marcel Benoist macht Forschung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich, beispielsweise über die Medienberichte. Einen Preis zu gewinnen, ist auch einfach eine grosse Freude!

Ihnen ist das Nominationsschreiben offensichtlich sehr gut gelungen. Wie sind Sie vorgegangen?

Es war essenziell, dass wir das Nominationsschreiben gemeinsam als Gruppe verfasst haben. Zuerst haben wir eine lange Liste mit Schlüsselbegriffen erstellt. Wir haben in einem Brainstorming alles notiert, was wir als wichtige Verdienste von Lars-Erik erachteten. Das meiste war in seinem CV aufgelistet. Die verschiedenen Abschnitte der Nomination haben wir dann untereinander aufgeteilt.

Was raten Sie anderen, die noch zögern, jemanden zu nominieren?

Einfach machen! Ausser einige Tage Arbeit – oder weniger, wenn man es nicht alleine macht – gibt es nichts zu verlieren. Falls es beim ersten Mal nicht klappt, kann man es drei Jahre später nochmals probieren. Und: Nicht in letzter Minute mit dem Nominationsschreiben anfangen!