NFS Trade Regulation 

Auf dem Weg zur Spitze

Die Nachwuchsförderung in den Nationalen Forschungsschwerpunkten ermöglicht steile Karrieren. Denn durch die in den Forschungsschwerpunkt organisierten Workshops, Tagungen und Konferenzen bleiben junge Forschende ständig in Kontakt mit hochkarätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschatlern.


Am renommierten «World Trade Institute» in Bern erforscht die 35-jährige Marion Panizzon mit Unterstützung des NFS Trade Regulation die Grundlagen für neue Migrationspartnerschaften. Sie hat sich dank der Einbettung in die umfassende Nachwuchsförderung in diesem relativ jungen Gebiet des Wirtschaftsvölkerrechts als Forscherin bereits einen Namen schaffen können und leistet Grundlagenarbeit für künftige Partnerschaften – auch für die Schweiz.

Arbeitsmigration, Wissenstransfer und Forscher-Alltag in der Fremde sind für die 35-jährige Schweizerin Marion Panizzon keine leeren Begriffe – sie hat all dies in frühester Kindheit unmittelbar miterlebt. Ihr Vater reiste mit der ganzen Familie für Forschungszwecke nach Chicago in die USA und war damit das, was seine Tochter heute wohl als «Quasi-Migrant» bezeichnen würde. Der Forschungsaufenthalt des Vaters war dank der Unterstützung des Schweizerischen Nationalfonds möglich geworden. Und die Tochter stellte bald einmal fest, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten in Chicago aussehen können, je nachdem, wie viel man verdient, ob man fremd oder einheimisch ist, für immer bleiben darf oder nach einer vereinbarten Zeit das Land wieder zu verlassen hat.

Diese frühen Migrationserfahrungen prägten Marion Panizzon. Heute – selbst Wissenschaftlerin geworden, promovierte Juristin, Habilitierende, Co-Projektleiterin und Lehrbeauftragte an der Universität Bern – arbeitet sie am renommierten Berner «World Trade Institute» (WTI) exakt auf diesem Gebiet. Mit ihrem Team geht sie im Rahmen des Nationalen Forschungsschwerpunkts «Trade Regulation – Rahmenbedingungen des Internationalen Handels: Von einer fragmentierten zu einem kohärenten Regelwerk» der Frage nach, welche Abkommen über Migrationspartnerschaften heute schon bestehen, wie diese ausgestaltet sind – und allenfalls auch für die Schweiz beispielhaft sein könnten.

«Sicher hätte ich als Postdoc die Option gehabt, mit einer individuellen Forschungsförderung durch den Schweizerischen Nationalfonds oder über ein anderes Förderprogramm eine Habilitationsschrift quasi im stillen Kämmerlein zu schreiben», sagt Marion Panizzon. «Doch ohne Einbindung in den NFS wären mir wertvolle Kontakte zu anderen Wissenschaftlern und vor allem zu internationalen Organisationen entgangen.»
Innerhalb des NFS Trade Regulation tragen Postdoc wie Marion Panizzon, die selbst Projekte leiten, über die Forschung hinaus viel Verantwortung: für Wissenstransfer, für Medienkontakte sowie für die Betreuung von Doktorierenden oder von im Team eingebundenen Forschern aus dem Ausland. Der NFS Trade Regulation fordert die Forschungsteams auf, Tagungen und Konferenzen zu organisieren und den Kontakt zu internationalen Organisationen, zur Bundesverwaltung, zu Nichtregierungsorganisationen und zu den Medien zu suchen. Solche Kontakte würden den Praxisbezug der Forschung eindeutig mehr als andere Stipendien unterstützen, betont Marion Panizzon.

Der Wissenstransfer innerhalb des Forschungsschwerpunkts war für die Vernetzung Marion Panizzons als Postdoc entscheidend. So konnte sie etwa drei Monate lang am «Center for Migration Policy and Society» (COMPAS) der Universität Oxford arbeiten und ihre Forschung aus Bern zu den Migrationsabkommen einem Perspektivenwechsel unterziehen. Ausserdem gelang es ihr, das «International Center for Trade and Sustainable Development» (ICTSD) in Genf, die Internationale Organisation für Migration (IOM) und das Bundesamt für Migration für ihre Forschung zu interessieren, «was ich ohne den im NFS geforderten Praxisbezug nie gewagt hätte», so Marion Panizzon weiter. Marion Panizzon ist überzeugt, dass der rege Austausch zu innovativeren Forschungsergebnissen führt, als dies Einzelfördermassnahmen des Schweizerischen Nationalfonds oder anderen Stipendien je bewirken könnten. Der konstante Austausch innerhalb des Forschungsnetzwerks des NFS und der Wettbewerb unter den Postdocs, von denen viele aus dem Ausland kommen, fördert die Flexibilität – und fordert zum Andersdenken auf.

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