NFS sesam 

Auf Antrag des SNF hat das Eidg. Departement des Innern (EDI) am
19. Januar entschieden, den Nationalen Forschungsschwerpunkt sesam per 30. September 2009 abzubrechen und eine einjährige Auslaufphase zuzusprechen.


Gesundheit und Zufriedenheit gehören zu den höchsten Gütern einer Gesellschaft. Doch der rapide Anstieg von psychisch bedingten Krankheiten (wie Ängste, Depressionen, Sucht oder Jugendgewalt) gibt heute zunehmend Anlass zu Sorge. Nach Schätzungen der WHO werden 2020 Depressionen die zweithäufigste Ursache für vorzeitige Sterblichkeit und gesundheitliche Beeinträchtigungen sein.

Der NFS «sesam – Schweizerische ätiologische Studie zur psychischen Gesundheit» hat es sich zur Aufgabe gemacht, die komplexen Ursachen aufzudecken, die zu einer gesunden psychischen Entwicklung über die Lebensspanne führen. Die Studie erfasst psychologische, soziale und biologisch-genetische Faktoren mittels Verhaltensbeobachtung, Fragebogen, Interviews, und biologischen Untersuchungen. Dazu bedarf es u.a. auch der Erkennung von Zusammenhängen zwischen genetischen Faktoren und psychischen Störungen innerhalb einer grösseren Gruppe von Menschen. Der Gegenstand der Untersuchung ist eine Stichprobe von ca. 3'000 Kindern ab der 20. Schwangerschaftswoche zusammen mit ihren Eltern und Grosseltern. Die Auswertung der anonymisierten Daten erfolgt auf Gruppenebene und fokussiert auf das Zusammenwirken der verschiedenen Einflussgrössen.

Mit dem NFS sesam wird die Lebensphase von Menschen wissenschaftlich erfasst, in der die Grundlagen der Persönlichkeit sowie die wichtigsten psychischen Störungen entstehen. Der NFS sesam integriert auch die Betrachtung psychosozialer, genetischer und umweltbedingter Faktoren. Durch Vorbeugung und bessere Behandlung werden die Ergebnisse dieses Nationalen Forschungsschwerpunktes unmittelbar zur Förderung psychischer Gesundheit beitragen.

Der NFS bewegt sich in einem datenschutzrechtlich und ethisch sensiblen Umfeld. Die Einhaltung höchster ethischer Anforderungen und sämtlicher gesetzlichen Bestimmungen ist gewährleistet – einschliesslich der Einholung der erforderlichen Bewilligungen oder Stellungnahmen bei Behörden vor dem Start der einzelnen Forschungsprojekte. Wie bei jeglicher Forschung beruht die Teilnahme auf Freiwilligkeit. Die Möglichkeit des Ausstiegs aus der Studie ist jederzeit gewährleistet.

Finanzen
2005 – 2008:
CHF 22'755'786 (Beitrag SNF: 10'200'000; Eigen-/Drittmittel: 12'555'786)

Zu diesem Thema

Kontakt

NFS-Leiter
Prof. Jürgen Margraf
Klinische Psychologie und Psychotherapie
Missionsstrasse 60/62
CH-4055 Basel
E-Mail: juergen.margraf@unibas.ch

Kontakt
NFS sesam
Universität Basel
Birmannsgasse 8, Postfach
CH-4009 Basel
Tel.: +41 61 267 02 78
Fax: +41 61 267 02 79
E-Mail: sesam@unibas.ch

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