Karrieren

Die Karriereförderung ist ein zentrales Anliegen des SNF. Pro Jahr behandelt er über alle Karriereinstrumente verteilt mehr als 2000 Gesuche von jungen Forschenden. Die Gesuche werden vom Nationalen Forschungsrat des SNF im Rahmen festgelegter Auswahlverfahren beurteilt.

​Der SNF stellt verschiedene Instrumente zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf verschiedenen Karrierestufen zur Verfügung. Die Instrumente sind für alle Forschenden mit Bezug zur Schweiz sowie für sämtliche Forschungsdisziplinen und Themen (Ausnahme: Doc.CH) offen und haben einen oder mehrere Eingabetermine pro Jahr. Zur Karriereförderung bietet der SNF die folgenden Hauptinstrumente an:

  • Doc.CH (auf die Geistes- und Sozialwissenschaften beschränkt)
  • Postdoc.Mobility
  • Ambizione (inklusive Ambizione-PROSPER/SCORE)
  • PRIMA (Promoting Women in Academia)
  • Eccellenza
  • Practice-to-Science

Weitere Informationen zu den Karriereinstrumenten:

Die folgenden Erläuterungen beschreiben in genereller Weise die Auswahlverfahren für Karriereinstrumente, die vom Forschungsrat des SNF beurteilt werden.

Die Erläuterungen zu den Auswahlverfahren beruhen auf den instrumentenspezifischen Reglementen, dem Beitragsreglement und dem Organisationsreglement des Nationalen Forschungsrats. Sie sind nicht rechtsverbindlich und ersetzen in keinem Fall die erwähnten Reglemente.

  • Auswahlverfahren: Die zentralen Schritte auf einen Blick

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    ​Das auf dem Wettbewerbsprinzip basierende Auswahlverfahren in der Karriereförderung besteht aus drei Teilen, die zeitlich aufeinander folgen:

    Gesucheinreichung und administrative Schritte

    Die Geschäftsstelle des SNF erhält die Gesuche der Forschenden über die elektronische Plattform mySNF. Sie prüft, ob die formalen und persönlichen Voraussetzungen zur Gesuchstellung erfüllt sind, und informiert die Gesuchstellenden über das Prüfergebnis.

    Begutachtung

    Die Begutachtung erfolgt je nach Instrument mittels eines ein- oder zweistufigen Verfahrens ( > Begutachtung: Ablauf im Detail). Bei einstufigen Verfahren (Postdoc.Mobility) erfolgt die Beurteilung der Kandidaturen ausschliesslich aufgrund der eingereichten Dokumente, wobei eine Expertisierung (Einholung externer Gutachten) vorgenommen werden kann. Bei einer Begutachtung in zwei Stufen (für Doc.CH, Ambizione, PRIMA, Practice-to-Science und Eccellenza) findet zunächst eine Vorselektion auf Grundlage der eingegangenen Gesuchdokumente statt. Die für die zweite Stufe ausgewählten Kandidierenden werden anschliessend zu einem Interview eingeladen, bei welchem sie einer Evaluationskommission ihr Projekt präsentieren und deren Fragen beantworten. Bei bestimmten Instrumenten (Ambizione, PRIMA, Practice-to-Science und Eccellenza ) werden für die zweite Stufe zusätzlich externe Gutachtende beauftragt, die eingereichten Gesuche in einer Expertise schriftlich zu beurteilen; bei Doc.CH ist der Beizug von Gutachtern fakultativ. Die auf dieser Basis erfolgte Gesamtbeurteilung der Kandidatur durch die Evaluationskommission wird dem zuständigen Fachausschuss Karrieren zur Übernahme empfohlen.

    Entscheid

    Der zuständige Fachausschuss Karrieren berät über die Gesuche und fällt zu jedem Gesuch einen provisorischen Entscheid (bei zweistufigen Verfahren einen definitiven Entscheid für die erste Stufe). Falls die Anwendung der reglementarisch festgehaltenen Beurteilungskriterien zu keiner sachlichen Differenzierung führt, kann für wissenschaftlich gleichwertige Gesuche gemäss Organisationsreglement des Nationalen Forschungsrates (Artikel 23) der Entscheid durch Losziehung getroffen werden. Anschliessend überprüft das Präsidium des Forschungsrats die Korrektheit des Verfahrens, die Einhaltung des Budgets sowie der gegebenen Rahmenbedingungen und genehmigt gegebenenfalls den provisorischen Entscheid, der damit abschliessend ist.

    Der abschliessende Entscheid wird den Gesuchstellenden nach Beendigung des Auswahlverfahrens so rasch wie möglich in Form einer Verfügung mitgeteilt und im Falle einer Ablehnung begründet. Die Behandlung eines Gesuchs dauert je nach Instrument vier bis zehn Monate.

  • Evaluationskriterien und Grundsätze

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    Die Gesuche werden gemäss den instrumentenspezifischen Kriterien und – sofern nicht in spezifischen Reglementen geregelt – den im allgemeinen Beitragsreglement (Artikel 24) festgehaltenen, international üblichen Kriterien evaluiert:

    Beurteilungskriterien bezüglich der Gesuchstellenden

    • bisherige wissenschaftliche Leistungen und Fachkompetenz in Bezug auf das vorgeschlagene Projekt
    • je nach Karriereinstrument: Ausbildung, bisherige wissenschaftliche Leistungen und Fachkompetenz in Bezug auf das vorgeschlagene Projekt, ggf. Lehrtätigkeit, Karriereplan

    Beurteilungskriterien bezüglich des vorgeschlagenen Projekts

    • wissenschaftliche und ausserwissenschaftliche (sog. broader impact; nur bei anwendungsorientierten Projekten ein Kriterium) Bedeutsamkeit, Originalität und Aktualität
    • Eignung der Methoden und Machbarkeit

    Bei Ambizione, PRIMA und Eccellenza ist der DMP nicht Teil der wissenschaftlichen Evaluation und wird somit den externen Experten nicht unterbreitet.

    Folgende Grundsätze sind massgebend für die Regeln und die Praxis der Evaluation und der Entscheidungsfindung:

    • Exzellenz durch Wettbewerb: Kandidaturen, die bewilligt werden, basieren auf Gesuchen von hoher Qualität und auf dem Nachweis, dass das Projekt für eine wissenschaftliche oder akademische Karriere einen Mehrwert bringen wird. Sie zeichnen sich gegenüber den direkt mit ihnen in Konkurrenz stehenden Kandidaturen aus.
    • Fairness und Chancengleichheit: Die gesetzten Kriterien sind erfüllbar und Gesuchstellende werden vom SNF ungeachtet persönlicher Merkmale gleich behandelt.
    • Transparenz: Die Entscheide des SNF beruhen auf Verfahren und Regeln, die klar definiert sind. Forschende erhalten bezüglich Evaluation und Entscheid über ihre Kandidaturen nachvollziehbare und nützliche Informationen.
    • Integrität: Der SNF respektiert bei seinen Entscheiden national und international übliche ethische Standards und verlangt dies auch von den Gesuchstellenden.
    • Vertraulichkeit: Alle Daten, Angaben und Dokumente, die Gesuchstellende dem SNF übermitteln, werden vertraulich behandelt
  • Einreichung: Prüfung durch die Geschäftsstelle

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    Die Gesuche können zu den für das Karriereinstrument möglichen Stichtagen eingereicht werden. Bei den Postdoc.Mobility und Doc.CH ist die Gesucheingabe zweimal, bei Ambizione, PRIMA und Eccellenza einmal pro Jahr möglich.

    Die Gesuche sind in elektronischer Form über die Plattform mySNF bei der Geschäftsstelle des SNF einzureichen ( > How To) und mit Ausnahme der meisten Disziplinen in den Geistes- und Sozialwissenschaften in englischer Sprache zu verfassen. In den Disziplinen, in denen Englisch nicht Pflicht ist, kann zwischen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch gewählt werden. Die gewählte Sprache sollte sich in diesen Disziplinen daran orientieren, in welchen Sprachen zum jeweiligen Forschungsthema häufig veröffentlicht wird; dies erleichtert die Suche nach externen Gutachtenden. Die Sprache der Eingabemaske bzw. Benutzeroberfläche in mySNF kann frei gewählt werden (Deutsch, Französisch oder Englisch). Die Plattform mySNF wird rund drei Monate vor dem jeweiligen Stichtag der Gesuchseinreichung für die Eingabe geöffnet.

    Die Geschäftsstelle prüft bei allen eingehenden Gesuchen,

    • ob sie die formalen Anforderungen erfüllen,
    • ob die persönlichen Voraussetzungen gegeben sind sowie
    • ob das Gesuch gegen die Regeln der wissenschaftlichen Integrität verstösst.

    Erfüllt das Gesuch sämtliche Anforderungen und Voraussetzungen gemäss instrumentenspezifischen Reglementen und Beitragsreglement, so tritt der SNF darauf ein und es wird zur Begutachtung an den Forschungsrat weitergegeben. Sind diese nicht erfüllt, so tritt der SNF nicht auf das Gesuch ein.

    Besteht Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten, so wird die Gesuchbehandlung sistiert, bis der Verdacht durch eine Untersuchung geklärt ist. Bestätigt sich dieser, so kann der SNF Sanktionen aussprechen ( > Reglement über den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten).

    Die Auswahl bezüglich der Disziplin bzw. Teildisziplin sowie der Schlagworte ist massgebend dafür, welchem Fachgremium des Forschungsrats das Gesuch zugeordnet wird.

    Vor und während der Gesuchseinreichung steht die Geschäftsstelle des SNF den Gesuchstellenden für Fragen und Auskünfte bezüglich der Gesuche zur Verfügung. Während der Prüfung der Gesuche sind die Gesuchstellenden verpflichtet, dem SNF Fragen betreffend ihrer Gesuchsunterlagen zu beantworten und an Tatsachenabklärungen mitzuwirken. Der SNF erteilt den Gesuchstellenden während der Begutachtung der Gesuche bis zur schriftlichen Kommunikation der abschliessenden Entscheide jedoch keine Auskünfte bezüglich ihrer Gesuche.

  • Begutachtung: Die Akteure und ihre Rollen

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    ​Die Gesuche in den Karriereinstrumenten werden vom Forschungsrat des SNF im Rahmen festgelegter ein- oder zweistufiger Auswahlverfahren beurteilt. Die folgenden Akteure sind in die Begutachtungsverfahren involviert:

    Fachausschuss Karrieren

    Der Fachausschuss Karrieren ist für die Karriereförderung und ihre spezifischen Förderungsinstrumente zuständig. Er setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller Abteilungen des Forschungsrats sowie höchstens zwei externen Mitgliedern zusammen und wird von einem Mitglied des Forschungsrats präsidiert, das ebenfalls Mitglied des Präsidiums des Forschungsrats ist. Der Fachausschuss Karrieren ist für die strategische Ausrichtung der folgenden Hauptinstrumente der Karriereförderung sowie für die mit diesen verbundenen Budgets und Evaluationen verantwortlich:

    • Doc.CH
    • Postdoc-Mobility
    • Ambizione
    • PRIMA
    • Practice-to-Science
    • Eccellenza

    Für die Begutachtung der Gesuche in diesen Instrumenten setzt er fachspezifische Evaluationskommissionen ein, in der Regel für jeden grossen Fachbereich eine bis zwei (üblicherweise zwei bis sechs pro Instrument), und ratifiziert deren Anträge. Der Fachausschuss kommt so zu provisorischen Entscheiden, die er dem Präsidium des Forschungsrats zur abschliessenden Genehmigung vorlegt.

    Evaluationskommissionen

    Die vom Fachausschuss Karrieren eingesetzten Evaluationskommissionen sind fachspezifische Panels, welche mit der Beurteilung der Gesuche eines Instruments betraut werden. Sie setzen sich aus Forschungsrätinnen und Forschungsräten zusammen und können zu deren Entlastung zusätzlich fachkompetente externe Mitglieder haben. Alle Mitglieder einer Evaluationskommission sind gleichgestellt und erhalten für ihre Tätigkeit für den SNF eine Aufwandsentschädigung. Die Evaluationskommissionen werden in der Regel von einem Mitglied des Fachausschusses Karrieren präsidiert. Sie stellen einerseits die Referentinnen/Referenten bzw. Korreferentinnen/Korreferenten für die einzelnen Gesuche und behandeln andererseits als Gremium deren Empfehlungen. Die Empfehlungen werden von den Evaluationskommissionen im Vergleich mit allen anderen behandelten Gesuchen geprüft, durch Votum genehmigt oder modifiziert und dem Fachausschuss Karrieren unterbreitet. In der Regel bestimmt die Wahl der Disziplin durch die Gesuchstellenden die Zuordnung zu einer Evaluationskommission.

    Referentinnen und Referenten aus den Evaluationskommissionen

    Für jedes Gesuch übernimmt ein Mitglied der eingesetzten Evaluationskommission die Rolle der Referentin bzw. des Referenten und ein weiteres jene der Korreferentin bzw. des Korreferenten. Die Aufgabe aller Referentinnen und Referenten, Korreferentinnen und Korreferenten miteingeschlossen, ist es, die ihnen zugeteilten Gesuche zu bewerten – dies unter Einbezug der allenfalls eingeholten externen Gutachten, deren kriterienbezogene Urteile sie überprüfen, auswerten und ergänzen. Sie stufen schliesslich jedes Gesuch zuhanden der Evaluationskommission ein und machen gegebenenfalls einen Vorschlag zu dessen Förderung. Die Begründung für die Einstufung wird sinngemäss an die Gesuchstellenden weitergegeben; die Referentinnen und Referenten selbst bleiben anonym.

    Externe Gutachtende

    Je nach Karriereinstrument und Evaluationsstufe ist der Beizug von externen Gutachten möglich bzw. obligatorisch. Bei Instrumenten mit obligatorischer Expertisierung (Ambizione, PRIMA, Practice-to-Science und Eccellenza ) müssen laut Reglement für jedes Gesuch mindestens zwei externe Gutachten für einen Entscheid vorliegen (für Ausnahmen siehe Beitragsreglement). Die externen Gutachtenden haben die Aufgabe, Gesuche ausschliesslich in Bezug auf die vom SNF vorgegebenen Kriterien zu begutachten ( > "Evaluationskriterien und Grundsätze" sowie Reglement des jeweiligen Instruments). Sie geben entsprechend ein kriterienbezogenes Urteil über das Gesuch, den Werdegang und den Leistungsausweis der Kandidatin oder des Kandidaten ab.

  • Begutachtung: Auswahl von Gutachtenden

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    ​Die Auswahlverfahren in der Karriereförderung verlangen interne und je nach Förderungsinstrument auch (optional oder zwingend) externe Gutachtende, die wie folgt bestimmt werden:

    • Interne Gutachtende: Mitglieder der jeweiligen Evaluationskommission übernehmen als Referentinnen und Referenten bzw. Korreferentinnen und Korreferenten die interne Behandlung und Begutachtung der Gesuche. Sie sind vom Fachausschuss Karrieren sowohl aufgrund ihrer allgemeinen Erfahrungen und Kenntnisse als Forschende als auch aufgrund ihrer Kompetenz in ihrem Fachgebiet gewählt worden. Die Geschäftsstelle weist den Kommissionsmitgliedern die einzelnen Gesuche aufgrund der Disziplin sowie der vom/von der Gesuchstellenden eingegebenen Schlagworte und der Kurzbeschreibung zu. Sie berücksichtigt dabei soweit möglich auch die Ausgewogenheit bezüglich der Arbeitsbelastung der Mitglieder. Die Zuteilung kann durch die Referentinnen und Referenten noch verändert werden.
    • Externe Gutachtende: Die externen Gutachtenden werden aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in Bezug auf ein Gesuch ausgewählt. Sie sollen möglichst unabhängig vom SNF und den Gesuchstellenden sein und als Bezugsbasis den aktuellen Stand der internationalen Forschung im relevanten Fachgebiet haben. Externe Gutachtende werden vor allem im Ausland gesucht. Sie werden durch die Referentinnen und Referenten bestimmt, unterstützt durch die Geschäftsstelle.

    Um bei den Karriereinstrumenten mit obligatorischer Expertisierung (Ambizione, PRIMA, Practice-to-Science und Eccellenza) die Vorgabe von zwei externen Gutachten pro Gesuch zu erreichen, muss der SNF wegen der eher tiefen Akzeptanzquote jeweils deutlich mehr Expertinnen und Experten anfragen. Externe Gutachtende werden vom SNF in der Regel finanziell nicht entschädigt.

    Forschungsrat

  • Begutachtung: Ablauf im Detail

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    ​Interne Begutachtung (ein- oder zweistufiges Verfahren)

    Der SNF unterscheidet in der Karriereförderung zwischen einstufigen und zweistufigen Evaluationsverfahren ( > Verfahrensabläufe):

    • Zweistufiges Evaluationsverfahren: Bei zweistufigen Verfahren (für Doc.CH, Ambizione, PRIMA, Practice-to-Science und Eccellenza) wird die beim einstufigen Verfahren beschriebene Prozedur für eine Vorselektion der Kandidaturen genutzt. Auf deren Basis werden dem Fachausschuss Karrieren von der Evaluationskommission Vorschläge für aussichtsreiche Kandidaturen vorgelegt, die in einer zweiten Stufe zu einem Interview mit der Kommission eingeladen werden sollen. Die zum Interview geladenen Kandidatinnen und Kandidaten müssen ihre Unterlagen für die zweite Stufe je nach Instrument teilweise ergänzen bzw. neu einreichen.
    • Bei Ambizione, PRIMA und Eccellenza werden alle Gesuche, die vom Fachausschuss Karrieren für die zweite Stufe zugelassen werden, obligatorisch externen Gutachtenden für eine kriterienbezogene Beurteilung zugestellt. Die Gutachten werden, wo eingefordert, von den zuständigen Referentinnen bzw. Referenten zunächst auf ihre Nützlichkeit hin geprüft und bei der weiteren Begutachtung entsprechend gewichtet. Als Kriterien für die Nützlichkeit dienen vor allem die Nachvollziehbarkeit, Klarheit und Konkretheit der Beurteilungstexte.

    Basierend auf den Gutachten verfassen die Referentinnen und Referenten wie in der ersten Stufe wiederum zuhanden der Evaluationskommission einen schriftlichen Antrag mit ihrer Beurteilung der von ihnen behandelten Kandidatur(en). Zusätzlich wird das Interview (Präsentation und Diskussionsrunde) mit der Kandidatin bzw. dem Kandidaten in die vergleichende Beurteilung durch die Evaluationskommission miteinbezogen. Aufgrund dieser Elemente arbeitet diese einen Vorschlag zuhanden des Fachausschusses Karrieren aus, welche Kandidaturen finanziert werden sollen und welche nicht. Den definitiven Förderungsvorschlag unterbreitet der Fachausschuss zur abschliessenden Genehmigung dem Präsidium des Forschungsrats.

    Ihre Kommentare, Beurteilungen und Einstufungen des Gesuchs tragen die Referentinnen bzw. Referenten in ein Antragsformular ein. Sie werden durch entsprechende Hinweise darauf aufmerksam gemacht, dass die Begründungen für ihre Gesamteinstufung des Gesuchs sinngemäss an die Gesuchstellenden weitergegeben werden. Sie selbst bleiben dabei anonym.

    Externe Begutachtung (Peer Review)

    Die Geschäftsstelle des SNF fragt ausgewählte externe Expertinnen und Experten um ein Gutachten an. Willigen diese ein, bekommen sie über mySNF Zugang zu den Gesuchunterlagen. Innerhalb der vom SNF gesetzten Frist übermitteln sie ihr Gutachten ebenfalls über mySNF. Sobald Gutachten vorliegen, sind diese für die Referentinnen bzw. Referenten und die Korreferentinnen bzw. Korreferenten einsehbar. Gehen sie nicht fristgerecht ein, müssen weitere Expertinnen und Experten angefragt werden.

    Die externen Gutachtenden beurteilen die Gesuche nur bezüglich der vom SNF formulierten Kriterien ( > Evaluationskriterien und Grundsätze). Zu jedem Kriterienblock geben sie Beurteilungen auf einer Skala von "herausragend" bis "dürftig" ab. Anschliessend fällen sie ein Gesamturteil über das Gesuch (betreffend Gesuchstellende und Projekt) und fassen die wichtigsten Begründungen für ihre Einschätzung zusammen. Die Gutachtenden werden darauf hingewiesen, dass ihr Beurteilungstext vom SNF vollständig an die Gesuchstellenden weitergegeben wird; der SNF gibt jedoch grundsätzlich keine diffamierenden Bemerkungen weiter. Die gutachtende Person bleibt anonym.

    Externe Gutachten müssen obligatorisch für alle Gesuche im Rahmen von Ambizione, PRIMA, Practice-to-Science und Eccellenza, welche die zweite Stufe erreichen, eingeholt werden. Bei allen anderen Instrumenten der Karriereförderung ist eine externe Begutachtung möglich, aber nicht zwingend. Ob eine solche erfolgt, wird von der Referentin bzw. dem Referenten und der Korreferentin bzw. dem Korreferenten des Gesuchs entschieden.

  • Entscheid: Ablauf im Detail

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    ​Beratung in Evaluationskommission und provisorischer Entscheid

    Um für ein Instrument der Karriereförderung alle Gesuche eines Gesucheingangs zu behandeln, setzt der Fachausschuss Karrieren in der Regel zwei bis sechs Evaluationskommissionen ein, und zwar eine bis zwei pro grossen Fachbereich:

    • Geistes- und Sozialwissenschaften
    • Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften
    • Biologie und Medizin (bei gewissen Instrumenten wird für medizinische bzw. klinische Gesuche eine weitere spezialisierte Evaluationskommission eingesetzt)

    Im Rahmen der Sitzungen der Evaluationskommissionen zur Behandlung eines Gesucheingangs stellen die Referentinnen bzw. Referenten die ihnen zugeordneten Gesuche vor, referieren gegebenenfalls über die externen Gutachten und begründen nochmals ihre eigene Empfehlung. Die Korreferentinnen bzw. Korreferenten geben ebenfalls ihre Einschätzung ab. Dann wird das Gesuch im Fachgremium relativ zu den anderen Gesuchen diskutiert. Anschliessend wird über jedes Gesuch einzeln abgestimmt bezüglich endgültiger Einstufung in eine der sechs Kategorien von "herausragend" bis "dürftig" und der Frage "Bewilligung (mit Finanzierungsvorschlag) oder Ablehnung". Jede Evaluationskommission erstellt auf dieser Basis einen Vorschlag, welche Gesuche genehmigt bzw. abgelehnt werden sollen. Bei zweistufigen Verfahren wird entschieden, welche Kandidatinnen und Kandidaten zu einem Interview eingeladen werden.

    Vor den Sitzungen werden die Evaluationskommissionen über das zur Verfügung stehende Budget bzw. bei zweistufigen Verfahren über die Anzahl der einzuladenden Kandidatinnen und Kandidaten für die zweite Stufe informiert, die proportional zur Zahl der Gesuche aufgeteilt werden, welche die einzelnen Kommissionen zu behandeln haben.

    Der Vorschlag jeder Evaluationskommission wird dem Fachausschuss Karrieren vorgelegt, der bei zweistufigen Verfahren über alle Entscheide der ersten Stufe abschliessend und im Quervergleich über alle Evaluationskommissionen entscheidet. Bei einstufigen Verfahren bzw. bei Entscheiden auf der zweiten Stufe werden die provisorischen Entscheide des Fachausschusses zur definitiven Genehmigung dem Präsidium des Forschungsrats unterbreitet.

    Abschliessender Entscheid durch das Präsidium des Forschungsrats

    Das Präsidium des Forschungsrats genehmigt die provisorischen Entscheide der Abteilungen und Fachausschüsse. Es tagt rund zehn Mal im Jahr. Alle Präsidiumsmitglieder erhalten die Listen mit den provisorischen Entscheiden vor der entsprechenden Präsidiumssitzung. Im Präsidium wird en bloc pro Abteilung bzw. Fachausschuss über die Genehmigung der provisorischen Entscheide abgestimmt. Werden die provisorischen Entscheide genehmigt, so sind sie endgültig; werden sie nicht genehmigt, so gehen sie an das zuständige Fachgremium zurück.

    Die Genehmigung der Entscheide durch das Präsidium des Forschungsrats dient hauptsächlich dazu, die formale Korrektheit der Auswahlprozesse sicherzustellen. Entsprechend sind im Präsidium nur Gesuche Gegenstand einer Diskussion, bei denen ein Verdacht auf Verfahrensfehler besteht oder welche Präzedenzfälle darstellen.

  • Entscheid: Kommunikation an die Gesuchstellenden

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    Das Auswahlverfahren umfasst bei einstufigen Evaluationsverfahren in der Regel einen Zeitraum von ca. fünf Monaten. Bei zweistufigen Verfahren kann sich die Gesamtdauer bis auf zehn Monate verlängern. Die definitiven Entscheide über die Gesuche eines Gesuchseingangs werden daher in der Regel je nach Förderungsinstrument fünf bis zehn Monate nach dem jeweiligen Stichtag gefällt. Die Geschäftsstelle des SNF kommuniziert diese danach so rasch wie möglich mit einer Verfügung (gemäss dem Bundesgesetz über Verwaltungsverfahren) an die Gesuchstellenden.

    Bei Instrumenten mit zweistufigem Evaluationsverfahren erhalten die Kandidatinnen und Kandidaten nach spätestens drei bis sechs Monaten entweder eine Einladung zu einem Interview bzw. zur Einreichung eines vollständigen Gesuches oder aber eine definitive Absage.

    Bewilligungsverfügungen enthalten Angaben bezüglich:

    • der relativen Einstufung des Gesuchs
    • der bewilligten Projektdauer
    • des bewilligten Gesamtbetrags und seiner Aufteilung in Jahrestranchen
    • des weiteren Verfahrens zur Freigabe der Beiträge

    Bewilligungsverfügungen können auch Bedingungen für die Durchführung des vorgeschlagenen Projekts enthalten, die erfüllt sein müssen, bevor ein finanzieller Beitrag freigegeben wird.

    Ablehnungsverfügungen enthalten Angaben bezüglich:

    • der relativen Einstufung des Gesuchs
    • der wichtigsten Gründe für die Ablehnung des Gesuchs

    Die externen Gutachten, sofern solche eingefordert wurden und vorliegen, werden den Gesuchstellenden auf mySNF anonymisiert zur Einsicht bereitgestellt. Der SNF gibt jedoch grundsätzlich keine diffamierenden Bemerkungen weiter.

  • Wiedererwägung und Beschwerde

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    ​Gegen Verfügungen, die der SNF erlässt, können die Gesuchstellenden Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegen. Anstelle einer Stellungnahme an das Gericht hat der SNF die Möglichkeit, seinen Entscheid in Wiedererwägung zu ziehen und eine neue Verfügung zu erlassen.

    Gesuche um Wiedererwägung, die Gesuchstellende an den SNF richten, müssen begründet sein und werden durch die Geschäftsstelle des SNF geprüft. Wenn diese Prüfung keine Anhaltspunkte für einen fehlerhaften Entscheid ergibt, tritt der SNF nicht auf das Wiedererwägungsgesuch ein. Ist jedoch das Gegenteil der Fall, so wird das Gesuch auf Wiedererwägung vom Forschungsrat behandelt. Dieser weist entweder das Gesuch ab oder fällt einen neuen materiellen Entscheid in der betreffenden Sache.

    Der SNF empfiehlt den Gesuchstellenden, sich vorab mit der Geschäftsstelle des SNF in Verbindung zu setzen und sich über den Ablauf eines Rekursverfahrens zu informieren. Die 30-tägige Rekursfrist bleibt davon jedoch unberührt.