Projektförderung

Die Projektförderung ist das Hauptinstrument des SNF. Pro Jahr gehen rund 2500 Gesuche ein, die sich auf die Eingabetermine am 1. April und 1. Oktober verteilen. Der Nationale Forschungsrat des SNF beurteilt die Gesuche im Rahmen eines festgelegten Auswahlverfahrens unter Einbezug externer Gutachterinnen und Gutachter und entscheidet über die finanzielle Unterstützung.

Die folgenden Erläuterungen zur Auswahl von Forschungsgesuchen beruhen auf dem Reglement über die Projektförderung, dem Beitragsreglement, dem Allgemeinen Ausführungsreglement zum Beitragsreglement und dem Organisationsreglement des Nationalen Forschungsrats. Sie sind nicht rechtsverbindlich und ersetzen in keinem Fall die erwähnten Reglemente.

Einen Gesamtüberblick über die Voraussetzungen zur Gesuchstellung, die Gesuchsvorbereitung und -einreichung, das Auswahlverfahren und das Lifetime-Management von Beiträgen in der Projektförderung sowie die Hinweise auf die spezifischen reglementarischen Grundlagen erhalten Sie auf der Seite der Projektförderung.

Projektförderung

Eine detaillierte Anleitung zur Eingabe eines Projektgesuchs findet sich auch unter:

How To – Ein Gesuch einreichen

  • Auswahlverfahren: Die zentralen Schritte auf einen Blick

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    Das auf dem Wettbewerbsprinzip basierende Auswahlverfahren in der Projektförderung dauert in der Regel sechs Monate und besteht aus drei Teilen, die zeitlich aufeinander folgen

    1. Gesucheinreichung und administrative Schritte

    Die Geschäftsstelle des SNF erhält auf den Eingabetermin hin die Gesuche der Forschenden über die elektronische Plattform mySNF. Sie prüft, ob die Voraussetzungen zur Gesuchstellung erfüllt sind und informiert die Gesuchstellenden über das Prüfergebnis.

    2. Begutachtung

    Die Begutachtung wird in zwei Etappen durchgeführt. In der ersten werden die Gesuche durch externe Gutachtende nach vom SNF vorgegebenen Kriterien evaluiert. In der zweiten werden sie von den jeweils zuständigen Referentinnen und Referenten aus dem Forschungsrat auf der Basis der vorliegenden Gutachten beurteilt und im Vergleich mit den weiteren von ihnen behandelten Gesuchen eingestuft. Die Beurteilung und die Einstufung werden dem zuständigen Fachgremium zur Übernahme empfohlen.

    3. Entscheid

    Das zuständige Fachgremium des Forschungsrats berät vergleichend über die Gesuche und fällt zu jedem Gesuch einen provisorischen Entscheid bezüglich Einstufung und Bewilligung (inkl. allfälligem Finanzierungsvorschlag). Anschliessend überprüft das Präsidium des Forschungsrats die Korrektheit des Verfahrens, die Einhaltung des Budgets sowie der gegebenen Rahmenbedingungen und genehmigt gegebenenfalls den provisorischen Entscheid, der damit abschliessend ist.

    Der abschliessende Entscheid bezüglich des Gesuchs wird dem Gesuchstellenden mit einer Verfügung rund sechs Monate nach dem jeweiligen Eingabetermin mitgeteilt und im Falle einer Ablehnung begründet.

  • Evaluationskriterien und Grundsätze

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    Die Gesuche werden gemäss den instrumentenspezifischen Kriterien und – sofern nicht in spezifischen Reglementen geregelt – den im allgemeinen Beitragsreglement (Artikel 24) festgehaltenen, international üblichen Kriterien evaluiert:

    Beurteilungskriterien bezüglich der Gesuchstellenden:

    • bisherige wissenschaftliche Leistungen und Fachkompetenz in Bezug auf das vorgeschlagene Projekt
    • je nach Karriereinstrument: Ausbildung, bisherige wissenschaftliche Leistungen und Fachkompetenz in Bezug auf das vorgeschlagene Projekt, ggf. Lehrtätigkeit, Karriereplan

    Beurteilungskriterien bezüglich des vorgeschlagenen Projekts:

    • wissenschaftliche und ausserwissenschaftliche (sog. broader impact; nur bei anwendungsorientierten Projekten ein Kriterium) Bedeutsamkeit, Originalität und Aktualität
    • Eignung der Methoden und Machbarkeit

    Der DMP ist nicht Teil der wissenschaftlichen Evaluation und wird somit den externen Expertinnen und Experten nicht unterbreitet.

    Folgende Grundsätze sind massgebend für die Regeln und die Praxis der Evaluation und der Entscheidungsfindung:

    • Exzellenz durch Wettbewerb: Kandidaturen, die bewilligt werden, basieren auf Gesuchen von hoher Qualität und auf dem Nachweis, dass das Projekt für eine wissenschaftliche oder akademische Karriere einen Mehrwert bringen wird. Sie zeichnen sich gegenüber den direkt mit ihnen in Konkurrenz stehenden Kandidaturen aus.
    • Fairness und Chancengleichheit: Die gesetzten Kriterien sind erfüllbar und Gesuchstellende werden vom SNF ungeachtet persönlicher Merkmale gleich behandelt.
    • Transparenz: Die Entscheide des SNF beruhen auf Verfahren und Regeln, die klar definiert sind. Forschende erhalten bezüglich Evaluation und Entscheid über ihre Kandidaturen nachvollziehbare und nützliche Informationen.
    • Integrität: Der SNF respektiert bei seinen Entscheiden national und international übliche ethische Standards und verlangt dies auch von den Gesuchstellenden.
    • Vertraulichkeit: Alle Daten, Angaben und Dokumente, die Gesuchstellende dem SNF übermitteln, werden vertraulich behandelt
  • Einreichung: Prüfung durch die Geschäftsstelle

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    ​Die Geschäftsstelle prüft bei allen eingehenden Gesuchen ...

    • ob sie die formalen Anforderungen erfüllen
    • ob die persönlichen Voraussetzungen gegeben sind
    • ob das Gesuch gegen die Regeln der wissenschaftlichen Integrität verstösst

    Erfüllt das Gesuch sämtliche Anforderungen und Voraussetzungen gemäss Beitragsreglement, so tritt der SNF darauf ein und es wird zur Begutachtung an den Forschungsrat weitergegeben. Sind diese nicht erfüllt, so tritt der SNF nicht auf das Gesuch ein.

    Besteht Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten, so wird die Gesuchbehandlung sistiert, bis der Verdacht durch eine Untersuchung geklärt ist. Bestätigt sich dieser, so kann der SNF Sanktionen aussprechen (siehe "Reglement über den Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten").

    Die Auswahl bezüglich der Disziplin bzw. Teildisziplin sowie der Schlagworte ist massgebend dafür, welchem Fachgremium des Forschungsrats das Gesuch zugeordnet wird.

    Ein Gesuch kann zudem als "anwendungsorientiert" deklariert werden, wenn die folgenden Punkte zutreffen: Aus Sicht der Praxis ist ein Forschungsbedarf gegeben; die Forschungsergebnisse sind - wenn auch nicht unmittelbar - in die Praxis übertragbar bzw. umsetzbar und haben im ausserwissenschaftlichen Bereich potenziell Auswirkungen. Diese ausserwissenschaftliche Bedeutsamkeit (broader impact) wird in die Evaluation miteinbezogen. Sie ist mit "wissenschaftlicher Bedeutsamkeit", "Originalität" und "Aktualität" zu einem Kriterienblock zusammengefasst, damit anwendungsorientierte Vorhaben nicht durch die Hürde eines zusätzlichen Kriteriums benachteiligt werden (siehe "Evaluationskriterien" und "Grundsätze").

    Vor und während der Gesucheinreichung steht die Geschäftsstelle des SNF den Gesuchstellenden für Fragen und Auskünfte bezüglich der Gesuche zur Verfügung. Während der Prüfung der Gesuche sind die Gesuchstellenden verpflichtet, dem SNF Fragen betreffend ihrer Gesuchunterlagen zu beantworten und an Tatsachenabklärungen mitzuwirken. Der SNF erteilt den Gesuchstellenden jedoch während der Begutachtung der Gesuche bis zur schriftlichen Kommunikation der abschliessenden Entscheide keine Auskünfte bezüglich ihrer Gesuche.

    Kontakt

    Geistes- und Sozialwissenschaften div1@snf.chExternal Link Icon
    Mathematik, Natur- und Ingenieurswissenschaften
    div2@snf.chExternal Link Icon
    Biologie und Medizin
    div3@snf.chExternal Link Icon
    Telefon Zentrale: +41 31 308 22 22

  • Von der Begutachtung zum Entscheid: Akteure und Verfahrensschritte

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    ​Die Gesuche werden vom Forschungsrat des SNF im Rahmen eines festgelegten Verfahrens und nach ausgewiesenen Kriterien (siehe "Evaluationskriterien und Grundsätze") beurteilt. Die folgenden Akteure sind in aufeinanderfolgenden Schritten in das Verfahren der Begutachtung involviert:

    Externe Gutachtende

    In der ersten Etappe des Begutachtungsverfahrens erfolgt die Peer-Review durch externe Gutachtende, welche jedes Gesuch in Bezug auf die vom SNF vorgegebenen Kriterien evaluieren. Für jedes Gesuch müssen für einen Entscheid mindestens zwei externe Gutachten vorliegen (Ausnahmen: Beitragsreglement, Artikel 25). Die externen Gutachtenden arbeiten unabhängig voneinander und werden darauf hingewiesen, dass ihre Beurteilungstexte den Gesuchstellenden auf der Plattform mySNF vollständig zur Einsicht bereitgestellt werden; die gutachtende Person bleibt anonym. Der SNF weist Gutachten mit unsachlichen oder beleidigenden Inhalten aus den Akten und verwendet sie nicht für die Evaluation. In einigen Fällen wird für die Peer Review auch das Reader System oder ein Panel eingesetzt (siehe "Begutachtung: Ablauf im Detail").

    Interne Gutachtende

    Für die zweite Etappe, die interne Begutachtung, amtet für jedes Gesuch ein Mitglied des Forschungsrats als Referentin bzw. Referent. Deren Aufgabe ist es zunächst, für die ihnen zugeteilten Gesuche die kriterienbezogenen Urteile der externen Gutachtenden zu überprüfen, auszuwerten und zu ergänzen. Anschliessend bewerten sie die Gesuche relativ zu den anderen von ihnen behandelten Gesuchen (vergleichende Einstufung auf einer sechsstufigen Skala) und empfehlen diese Einstufung dem zuständigen Fachgremium (Abteilung/Fachausschuss). Die jeweiligen Korreferentinnen bzw. Korreferenten nehmen ebenfalls zu diesen Empfehlungen Stellung (Vier-Augen-Prinzip). Die Begründungen der Referentinnen bzw. Referenten für ihre Gesamteinstufung des Gesuchs werden sinngemäss an die Gesuchstellenden weitergegeben; die Referenten selbst bleiben anonym.

    Fachgremien (Abteilungen/Fachausschüsse)

    Die Empfehlungen der Referentinnen und Referenten werden im zuständigen Fachgremium des Forschungsrats (Abteilung oder Fachausschuss) genehmigt oder modifiziert. Dessen Aufgabe ist es, alle in seinem Zuständigkeitsbereich liegenden Gesuche eines Gesucheingangs in Qualitätsstufen einzuordnen, über die Frage der Bewilligung zu entscheiden und das zur Verfügung stehende Budget auf die bewilligten Gesuche aufzuteilen. Er gelangt so zu provisorischen Entscheiden.

    Präsidium des Forschungsrats

    Die provisorischen Entscheide des Fachgremiums werden schliesslich dem Präsidium des Forschungsrats zur Genehmigung vorgelegt. Ist die formale Korrektheit des Begutachtungsverfahrens sowie die Einhaltung von Budget und Rahmenbedingungen gegeben, genehmigt das Präsidium die provisorischen Entscheide, die damit abschliessend sind.

  • Begutachtung: Auswahl von Gutachtenden

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    Das Auswahlverfahren in der Projektförderung verlangt sowohl interne wie auch externe Gutachtende, die wie folgt bestimmt werden:

    Interne Gutachtende

    Mitglieder des Forschungsrats übernehmen als Referentinnen und Referenten bzw. Korreferentinnen und Korreferenten die interne Behandlung und Begutachtung von Gesuchen. Sie sind sowohl aufgrund ihrer allgemeinen Erfahrungen und Kenntnisse als Forschende als auch aufgrund ihrer Kompetenz in ihrem Fachgebiet gewählt worden; sie vertreten nicht ihre Institution. Die Geschäftsstelle weist den Forschungsratsmitgliedern die einzelnen Gesuche aufgrund der Disziplin sowie der vom Gesuchstellenden eingegebenen Schlagworte und der Kurzbeschreibung zu. Sie berücksichtigt dabei soweit möglich auch die Ausgewogenheit bezüglich der Arbeitsbelastung der Mitglieder des Forschungsrats. Die Zuteilung kann durch die Referentinnen und Referenten noch verändert werden.

    Externe Gutachtende

    Die externen Gutachtenden werden aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in Bezug auf ein Gesuch ausgewählt. Sie sollen möglichst unabhängig vom SNF und den Gesuchstellenden sein und als Bezugsbasis den aktuellen Stand der internationalen Forschung im relevanten Fachgebiet haben. Externe Gutachtende werden vor allem im Ausland gesucht. Sie werden durch die Referentinnen und Referenten, unterstützt durch die Geschäftsstelle, bestimmt. Die Gesuchstellenden sind berechtigt, zusammen mit ihrem Beitragsgesuch Listen mit Namen und Adressen jener Personen einzureichen, die nicht für ein Gutachten angefragt werden sollen (Negativlisten). Der SNF berücksichtigt deren Wünsche, sofern sie in der Sache gerechtfertigt sind.

    Ist ein Gesuch als "anwendungsorientiert" deklariert, bemüht sich der SNF um Expertinnen und Experten aus der Praxis, die bei Bedarf für die Evaluation als Panel organisiert werden können ( > Begutachtung: Ablauf im Detail).

    Um die Vorgabe von zwei externen Gutachten pro Gesuch zu erreichen, muss der SNF wegen der eher tiefen Akzeptanzquote jeweils deutlich mehr Expertinnen und Experten anfragen. Externe Gutachtende werden vom SNF in der Regel finanziell nicht entschädigt; Ausnahmen gibt es nur bei sehr umfangreicher Gutachtertätigkeit.

  • Begutachtung: Ablauf im Detail

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    ​Externe Begutachtung (Peer Review)

    Die Geschäftsstelle des SNF fragt ausgewählte externe Expertinnen und Experten um ein Gutachten an. Willigen diese ein, bekommen sie über die Plattform mySNF Zugang zu den Gesuchunterlagen. Innerhalb der vom SNF gesetzten Frist übermitteln sie ihr Gutachten ebenfalls via mySNF. Sobald Gutachten vorliegen, sind diese für die Referentinnen bzw. Referenten einsehbar. Gehen sie nicht fristgerecht ein, müssen weitere Expertinnen und Experten angefragt werden. Trifft kein oder nur ein Gutachten ein, wird eines bei den Korreferentinnen bzw. Korreferenten eingeholt.

    Wenn in einer Disziplin zahlreiche gut miteinander vergleichbare Gesuche eingehen, kann der SNF für die Peer-Review das Reader System oder ein Panel einsetzen. Beim Reader System erhalten mehrere externe Gutachtende unabhängig voneinander mehrere Gesuche, die sie im Vergleich beurteilen, wobei alle die gleichen Gesuche erhalten. Beim Panel kommen die Gutachtenden darüber hinaus zu einem Treffen zusammen. In beiden Fällen wird schliesslich ein gemeinsames, auf die Kriterien des SNF bezogenes Ranking sämtlicher behandelter Gesuche vorgenommen.

    Die externen Gutachtenden beurteilen die Gesuche nur bezüglich der vom SNF formulierten Kriterien ( siehe "Evaluationskriterien und Grundsätze"). Zu jedem der drei Kriterienblöcke geben sie Beurteilungen auf einer Skala von "herausragend" bis "dürftig" ab. Anschliessend fällen sie ein Gesamturteil über das Gesuch (betreffend Gesuchstellende und Projekt) und fassen die wichtigsten Begründungen für ihre Einschätzung zusammen. Die Gutachtenden werden darauf hingewiesen, dass ihre Beurteilungstexte den Gesuchstellenden auf der Plattform mySNF vollständig zur Einsicht bereitgestellt werden; die gutachtende Person bleibt anonym. Der SNF weist Gutachten mit unsachlichen oder beleidigenden Inhalten aus den Akten und verwendet sie nicht für die Evaluation.

    Wiedereinreichungen: Reichen Gesuchstellende ein überarbeitetes Gesuch ein, welches bei der ersten Eingabe abgelehnt wurde, fragt der SNF externe Gutachtende aus der ersten Runde nochmals an. Wegen der eher tiefen Akzeptanzquote müssen oft weitere Gutachtende angefragt werden.

    Interne Begutachtung (durch Referentinnen und Referenten)

    Die externen Gutachten zu einem Gesuch werden von den zuständigen Referentinnen bzw. Referenten zunächst auf ihre Nützlichkeit hin geprüft und entsprechend gewichtet. Als Kriterien für die Nützlichkeit gelten vor allem die Nachvollziehbarkeit  sowie die Klarheit und Konkretheit der Beurteilungstexte.

    Die Referentinnen bzw. Referenten bestätigen, ergänzen oder kommentieren kritisch die Beurteilungen aus den für nützlich befundenen Gutachten, indem sie ein eigenes kriterienbezogenes Urteil abgeben. Dabei bewerten sie die Gesuchstellenden und das vorgeschlagene Projekt wiederum in Bezug auf die drei Kriterienblöcke ( >  Evaluationskriterien und Grundsätze). Bei einer Wiedereinreichung wird zudem beurteilt, inwieweit den Kritikpunkten am Vorläufergesuch Rechnung getragen wurde; allfällige neue Kritikpunkte der externen Gutachtenden werden dagegen abgewogen.

    Schliesslich stufen die Referentinnen bzw. Referenten das Gesuch auf einer sechsstufigen Skala relativ zu anderen von ihnen behandelten Gesuchen ein. Sie müssen die wichtigsten Gründe für ihre Einstufung angeben bzw. kommentieren. Die direkte Konkurrenzsituation zwischen den Gesuchen entspricht dem Wettbewerbsprinzip, das dem Auswahlverfahren des SNF zugrunde liegt.

    Wird das Gesuch relativ hoch eingestuft und eine Bewilligung ist wahrscheinlich, so machen die Referentinnen bzw. Referenten einen Finanzierungsvorschlag. Dabei werden eventuelle Kürzungen des verlangten Betrages vor allem in Abhängigkeit vom relativen Abschneiden des Gesuchs empfohlen, aber auch, wenn der verlangte Betrag unangemessen hoch erscheint oder Budgetposten unzulässig sind.

    Die Gesamteinstufung des Gesuchs sowie gegebenenfalls der Finanzierungsvorschlag werden von den Referentinnen bzw. Referenten in einem Antragsformular als Empfehlungen an das zuständige Fachgremium abgegeben. Die jeweiligen Korreferentinnen bzw. Korreferenten nehmen zu diesen Empfehlungen Stellung. Die Begründung für die Gesamteinstufung wird sinngemäss an die Gesuchstellenden weitergegeben; die Referentinnen und Referenten selbst bleiben anonym.

  • Entscheid: Ablauf im Detail

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    ​Beratung in Fachgremien und provisorischer Entscheid

    Im Rahmen der vier- bis sechsmal jährlich stattfindenden Sitzungen der Fachgremien zur Behandlung der Gesuche einer Evaluationsperiode stellen die Referentinnen bzw. Referenten die ihnen zugeordneten Gesuche vor, referieren über die externen Gutachten und begründen nochmals ihre eigene Empfehlung. Die Korreferentinnen bzw. Korreferenten geben ebenfalls ihre Einschätzung ab. Dann wird das Gesuch im Fachgremium im Vergleich mit den anderen Gesuchen diskutiert. Anschliessend entscheidet die Mehrheit des Gremiums über die endgültige Einstufung des Gesuchs in eine der sechs Kategorien und die Frage ‚Bewilligung (mit Finanzierungsvorschlag) oder Ablehnung'.

    In der letzten Sitzung zu einem Gesuchseingang werden im Fachgremium alle behandelten Gesuche mit der entsprechenden Bewertungsstufe und dem provisorisch beschlossenen finanziellen Beitrag in einer Übersicht dargestellt. Das definitiv verfügbare Budget wird nun auf die bestbewerteten Gesuche verteilt, wobei allfällige Budgetkürzungen hauptsächlich bei den weniger hoch bewerteten bewilligten Projekten vorgenommen werden. Es wird jedoch immer darauf geachtet, dass bewilligte Projekte machbar bleiben. Das Resultat der letzten Sitzung ist eine verabschiedete Liste mit provisorischen Bewilligungen (einschliesslich Finanzierung) und Ablehnungen, welche dem Präsidium des Forschungsrats zur Genehmigung vorgelegt wird.

    Abschliessender Entscheid durch das Präsidium des Forschungsrats

    Das Präsidium des Forschungsrats genehmigt die provisorischen Entscheide der Abteilungen und Fachausschüsse. Es tagt rund zehn Mal im Jahr. Alle Präsidiumsmitglieder erhalten die Listen mit den provisorischen Entscheiden der Fachgremien vor der entsprechenden Präsidiumssitzung. Im Präsidium wird en bloc pro Abteilung bzw. Fachausschuss über die Genehmigung der provisorischen Entscheide abgestimmt. Werden die provisorischen Entscheide genehmigt, so sind sie endgültig; werden sie nicht genehmigt, so gehen sie an das zuständige Fachgremium zur Neubeurteilung zurück.

    Die Genehmigung der Entscheide durch das Präsidium des Forschungsrats dient hauptsächlich dazu, die formale Korrektheit der Auswahlprozesse sicherzustellen. Entsprechend sind im Präsidium nur Gesuche Gegenstand einer Diskussion, bei denen ein Verdacht auf Verfahrensfehler besteht oder welche Präzedenzfälle darstellen.

  • Entscheid: Kommunikation an die Gesuchstellenden

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    ​Die abschliessenden Entscheide über die Gesuche eines Gesuchseingangs  werden in der Regel fünfeinhalb bis sechs Monate nach dem jeweiligen Stichtag zum Gesucheingang gefällt. Die Geschäftsstelle des SNF kommuniziert diese unmittelbar danach bzw. so rasch wie möglich mit einer begründeten Verfügung (gemäss dem Bundesgesetz über Verwaltungsverfahren) an die Gesuchstellenden.

    Bewilligungsverfügungen enthalten Angaben bezüglich:

    • der relativen Einstufung des Gesuchs
    • der bewilligten Projektdauer
    • des bewilligten Gesamtbetrags und seiner Aufteilung in Jahrestranchen
    • des weiteren Verfahrens zur Freigabe der Beiträge

    Bewilligungsverfügungen können auch Bedingungen für die Durchführung des vorgeschlagenen Projekts enthalten, die erfüllt sein müssen, bevor ein finanzieller Beitrag freigegeben wird.

    Ablehnungsverfügungen von Gesuchen enthalten Angaben bezüglich:

    • der relativen Einstufung des Gesuchs
    • der wichtigsten Gründe für die Ablehnung des Gesuchs

    Die externen Gutachten werden den Gesuchstellenden auf mySNF anonymisiert zur Einsicht bereitgestellt.

  • Wiedererwägung und Beschwerde

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    ​Gegen Verfügungen, die der SNF erlässt, können die Gesuchstellenden Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einlegen. Anstelle einer Stellungnahme an das Gericht, hat der SNF die Möglichkeit, seinen Entscheid in Wiedererwägung zu ziehen und eine neue Verfügung zu erlassen.

    Gesuche um Wiedererwägung, die Gesuchstellende an den SNF richten, müssen begründet sein und werden durch die Geschäftsstelle des SNF geprüft. Wenn diese Prüfung keine Anhaltspunkte für einen fehlerhaften Entscheid ergibt, tritt der SNF nicht auf das Wiedererwägungsgesuch ein. Ist jedoch das Gegenteil der Fall, so wird das Gesuch auf Wiedererwägung vom Forschungsrat behandelt. Dieser weist entweder das Gesuch ab oder fällt einen neuen materiellen Entscheid in der betreffenden Sache.

    Der SNF empfiehlt den Gesuchstellenden, sich vorab mit der Geschäftsstelle des SNF in Verbindung zu setzen und sich über den Ablauf eines Rekursverfahrens zu informieren. Die 30-tägige Rekursfrist bleibt davon jedoch unberührt.