Roboter drücken die Schulbank

20.09.2018

Luca Maria Gambardella hat den Preis Optimus Agora des SNF entgegengenommen. Sein Projekt bringt Roboter und Schulkinder zusammen. Und damit Wissenschaft und Gesellschaft.

Luca Maria Gambardella, in Ihrem Projekt bringen Forschende Schulkindern, Lehrpersonen und Eltern bei, wie man Roboter programmiert. Was genau können sie mit den Robotern machen?
Sie können ihnen Verhaltensweisen beibringen, so dass eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine entsteht. Für die Kinder ist das wie ein Spiel.

Was möchte das Projektteam dabei herausfinden?
Welches der richtige Weg ist, um Menschen informatisches Denken beizubringen. Und wie sie motiviert werden können, Technologien anzuwenden. Ohne Bücher, ohne Frontalunterricht.

Wie soll das gelingen?
Die Kinder und Begleiter müssen zuerst lernen, dass die Hardware nur nach gewissen Regeln funktioniert. Danach müssen sie verstehen, wenn sie bei der Programmierung etwas falsch gemacht haben. Und schliesslich freuen sie sich hoffentlich darüber, dass ihre Vorgaben ein konkretes Resultat hervorgebracht haben. Das gilt für die Kinder wie für die Erwachsenen. Zum Teil haben die Kinder vielleicht mehr Ahnung davon als die Eltern.

Warum sollen Roboter und künstliche Intelligenz in den Alltag einkehren?
Wir können diese Entwicklung nicht stoppen. Die Gesellschaft wird Schritt für Schritt damit leben lernen. Für die physischen Möglichkeiten von Robotern braucht es noch viel Forschung und neue Technologien, aber die künstliche Intelligenz wird immer mehr Teil unserer alltäglichen Umgebung sein. Zum Beispiel gibt es vielleicht bald Apps, die uns bei Entscheidungen unterstützen. Aber wir sollten unsere Entscheidungen dann nicht delegieren, sondern bei der App eine zweite Meinung einholen. Es gehört zu den grossen Herausforderungen der Digitalisierung, dass wir nicht zu faul werden und Entscheidungen abgeben.

Luca Maria Gambardella ist Direktor des Istituto Dalle Molle di Studi sull'Intelligenza Artificiale IDSIA in Lugano-Manno und forscht zu künstlicher Intelligenz und Schwarmrobotik. Er leitet das Projekt “Introducing People to Research in Robotics through an Extended Peer Community in Southern Switzerland”. Dieses hat für sein kommunikatives Potenzial den ersten Optimus-Agora-Preis erhalten, den der SNF zusammen mit swissnex San Francisco vergibt. Agora fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

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