Aktionsplan 2025–2028

Wir investieren in Forschende und ihre Ideen
Die Schweiz ist weltweit führend in Forschung und Innovation. Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer konsequenten Politik, die grossen Wert auf Bildung, Forschung und Innovation (BFI) legt. International geniesst die Schweiz im BFI-Bereich hohes Ansehen.
Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) fördert Forschung in allen wissenschaftlichen Disziplinen. In nationalen Auswahlverfahren wählt er die besten Projekte und die besten Forschenden in frühen Karrierephasen aus und unterstützt sie finanziell. Das resultierende Wissen ist eine wichtige Grundlage für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt in der Schweiz.
Auch in der BFI-Periode 2025–2028 will der SNF zu optimalen Bedingungen für Schweizer Forschende beitragen. Der Zeitraum fällt mit Sparmassnahmen beim Bund zusammen. Es ist davon auszugehen, dass die Bundesbeiträge des SNF von den im Entlastungspaket 27 vorgesehenen Kürzungen betroffen sind.
Der vorliegende Aktionsplan definiert und konkretisiert, welche förderpolitischen Massnahmen und Förderinstrumente des Mehrjahresprogramms 2025–2028 mit den verfügbaren finanziellen Mitteln umgesetzt werden können. Er gibt einen Überblick über unsere Schwerpunkte für die Forschungsförderung in der Schweiz im Zeitraum 2025–2028. Unabhängig davon wird sich der SNF weiterhin für eine Reduktion der geplanten Kürzungen einsetzen.
Übergeordnete Massnahmen zur Stärkung der Forschungsförderung
Stärkung der Projektförderung
Im Mehrjahresprogramm
ist eine Stärkung des Hauptförderinstruments des SNF, der Projektförderung, vorgesehen. Die Nachfrage in diesem Instrument hat seit 2017 um 6% zugenommen. Weil das Budget nicht gleichermassen gestiegen ist, sind die Erfolgsquoten in der Projektförderung stark gesunken. Die Diskrepanz zwischen Budget und Nachfrage ist eine potenzielle Innovationsbremse. Für 2025 konnte der SNF die geplante Budgeterhöhung zur Stärkung der Projektförderung umsetzen. Angesichts der erwarteten Sparmassnahmen des Entlastungspakets 27 musste das Budget für 2026 aber erheblich gekürzt werden.Anpassung der Löhne der Doktorierenden an den Anstieg der Nominallöhne
Wir haben die Lohnbandbreiten für die Doktorierenden, die in den geförderten Projekten arbeiten, ab dem 1. Januar 2026 angehoben. Wir wollen, dass Nachwuchsforschende gute Arbeitsbedingungen haben, und diese Löhne wurden seit 2014 nicht mehr an die Entwicklung der Nominallöhne in der Schweiz angepasst.
Forschende in frühen Karrierephasen im gesamten Portfolio des SNF fördern
Wir werden uns noch stärker für gute Arbeitsbedingungen und Karriereperspektiven von Forschenden in frühen Karrierephasen einsetzen, sowohl in der Karriereförderung als auch bei den übrigen Instrumenten.
Wir werden a) unsere Strategie und Förderinstrumente zur Unterstützung von Talenten weiterentwickeln und dabei auch nichtlineare wissenschaftliche Karrieren besser berücksichtigen, b) die Zusammenarbeit und den Dialog mit den Hochschulen weiter intensivieren, c) bei den Bedingungen, die die Hochschulen den vom SNF unterstützten Forschenden in frühen Karrierephasen bieten, anspruchsvoller sein, d) die Situation von Forschenden in frühen Karrierephasen beobachten.
Förderung von Gleichstellung, Vielfalt und Inklusion
Wir werden uns noch stärker für Chancengleichheit in der Forschung einsetzen. Diskriminierung aufgrund persönlicher Merkmale von Forschenden, wie sexuelle Orientierung, Migrationshintergrund, ethnische Herkunft oder Behinderung, verunmöglicht es Forschenden, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Wir kombinieren die Förderung der Geschlechtergleichstellung mit Massnahmen gegen andere Ausgrenzungsfaktoren und stärken damit unser Engagement für Gleichstellung, Vielfalt und Inklusion (GVI) in allen Förderinstrumenten.
Zu den Massnahmen, die der SNF im Einklang mit seiner Vision im Bereich GVI ergreifen wird, gehören:
Entwicklung neuer Ergänzender Massnahmen im Zusammenhang mit GVI zur Unterstützung der vom SNF finanzierten Mitarbeitenden;
GVI-Sensibilisierung für den gesamten Evaluationsprozess;
Strategische Interventionen und Debatten zur Förderung einer inklusiven akademischen Kultur.
Zu Beginn der Beitragsperiode bieten wir weiterhin die Flexibility Grants an, die Forschende mit Elternpflichten unterstützen. Mittelfristig werden die Flexibility Grants durch neue Ergänzende Massnahmen ersetzt, die darauf abzielen, die GVI-Massnahmen des SNF mit den Unterstützungsangeboten in den Institutionen der Forschenden abzustimmen.
Flexibel und anpassungsfähig bleiben
Damit der SNF in einem ungewissen finanziellen Umfeld flexibel bleibt, weist er jährlich einen Teil des Budgets spezifischen Förderinstrumenten strategisch zu.
Schwerpunkt 1: Internationale Vernetzung und Wettbewerbsfähigkeit stärken
Thematisch offene internationale Projekte von Forschenden
Der SNF will themenoffen und mit einem Bottom-up-Ansatz Forschungsprojekte fördern, die Schweizer Forschungsgruppen in Zusammenarbeit mit internationalen Forschenden entwickeln. Dazu werden wir soweit möglich die Ressourcen bereitstellen, die aufgrund der zunehmenden Gesuche in den Programmen Weave, Lead Agency und International Co-Investigator erforderlich sind. Weiter werden wir das Netzwerk mit anderen Förderinstitutionen durch entsprechende Vereinbarungen erweitern.
Europäische Forschungskonsortien konsolidieren
Um die Teilnahme der Schweiz an europäischen Forschungskonsortien in spezifischen Bereichen zu konsolidieren, werden wir weiterhin an den Europäischen Partnerschaften mitwirken. Diese werden die ERA-Netzwerke ersetzen. Dabei werden wir bestehende Kooperationen fortführen und neue in Bereichen wie Hirngesundheit und gesellschaftliche Transformation aufbauen.
Netzwerke der Schweizer Forschung ausbauen
Im Rahmen eines neuen Mandats des Bundes wird der SNF neue Förderangebote schaffen, mit denen er die Ausweitung von Forschungsnetzwerken über die bestehenden Muster hinaus unterstützt. Gleichzeitig werden etablierte internationale Programme konsolidiert und gestärkt. Wir werden den Fokus auf multilaterale Abkommen legen und dabei die Forschungszusammenarbeit zwischen der Schweiz und Partnern ausserhalb Europas und des globalen Westens intensivieren. Der SNF stimmt diese Bemühungen mit den bestehenden internationalen Instrumenten ab.
Schwerpunkt 2: Sämtliche Potenziale der Forschung ausschöpfen
Ausserwissenschaftliche Akteure von Anfang an in die Nationalen Forschungsprogramme (NFP) einbeziehen
Neue Ansätze zum Einbezug ausserwissenschaftlicher Akteure in die NFP werden fortgeführt, intensiviert und erweitert. Konkrete Massnahmen werden durchgeführt, zum Beispiel:
Ausserwissenschaftliche Akteure in die Leitungsgruppen oder Begleitgruppen einbeziehen
Zusammenarbeit von akademischen und ausserwissenschaftlichen Akteuren durch transdisziplinäre Forschungsförderung ermöglichen
Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Politik mit dem Pairing Scheme fördern
Wissens- und Technologietransfer sowie Umsetzungsprogramme unterstützen
Der SNF wird die erwartete Rolle der ausserwissenschaftlichen Akteure und ihre Teilnahmebedingungen klar definieren.
Forschungsergebnisse aus geförderten Projekten verstärkt analysieren
Im Rahmen des Monitorings und der Analyse von Forschungsergebnissen wird der SNF neue Instrumente einführen, um wichtige Entwicklungen in den geförderten Projekten besser zu verstehen. Mit diesen Erkenntnissen wird er a) neue Wege entwickeln, um Forschungsergebnisse für potenzielle Nutzende sichtbar zu machen und Zusammenarbeiten zu fördern, und b) die Daten besser für Analysen verfügbar machen.
Klinische Forschung stärken
Mit dem Instrument Investigator Initiated Clinical Trials (IICT) finanziert der SNF klinische Versuche, die für die Industrie keine Priorität haben.
Im Zeitraum 2025–2028 wollen wir a) bei der Auswahl von Studienthemen und -designs und bei der Durchführung von Studien die Patienten und Patientinnen sowie die Öffentlichkeit stärker einbeziehen, b) Mentoring und Schulungen für junge klinische Forschende anbieten, c) die Forschung zur Studienmethodik (z. B. Studiendesign, Rekrutierung und Monitoring) fördern und damit die Wirksamkeit der klinischen Forschung verbessern, d) die steigenden Kosten für Studien decken und e) (inter-)nationale Netzwerke von Verantwortlichen klinischer Studien unterstützen.
BRIDGE gemeinsam mit Innosuisse ausbauen
Mit dem Programm BRIDGE fördern der SNF und Innosuisse seit 2017 Forschende, die wissenschaftliche Ergebnisse mit hohem Umsetzungspotenzial weiter bearbeiten wollen, um daraus Innovationen zu generieren.
2025–2028 wollen Innosuisse und SNF a) BRIDGE weiter diversifizieren, indem wir die Förderung sozialer Innovation stärken und mit geeigneten Massnahmen die Beteiligung von Frauen, Forschenden der FH/PH und jüngeren Zielgruppen erhöhen, b) die Förderung ausweiten und Richtung Umsetzung ausbauen, c) systematische Beratungsangebote einführen, die vor allem jüngeren Zielgruppen (Proof of Concept) helfen, kulturelle Unterschiede zwischen Forschung und Anwendung zu überbrücken und Kontakte zu knüpfen, die die Umsetzung beschleunigen und d) bei Discovery die Evaluation der Fördergesuche noch stärker auf das Umsetzungspotenzial der Projekte fokussieren.
Der SNF will die Partnerschaft und die entstandenen Synergien zwischen den beiden Förderorganisationen weiter stärken und den konzeptionellen Rahmen von BRIDGE vertiefen.
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Schwerpunkt 3: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft wirken
Anreize für nachhaltige Forschung setzen
Damit die Forschung einen umfassenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten kann, muss sie selbst nachhaltig mit Ressourcen umgehen, sei es im Labor oder bei internationalen Konferenzen.
Deshalb wollen wir Anreize für nachhaltige Forschung schaffen. Gemeinsam mit strategischen Partnern und Stakeholdern wird der SNF insbesondere Massnahmen entwickeln, die zu einer verantwortungsvollen Kultur bei Forschungsreisen beitragen.
Aktivitäten des SNF nachhaltig gestalten
Der SNF will seine eigenen Aktivitäten nachhaltig gestalten. Ein ressourceneffizienter Betrieb ist uns ein zentrales Anliegen. Die negativen Auswirkungen unserer Aktivitäten auf die natürlichen Ressourcen wollen wir kontinuierlich reduzieren.
Bei der Planung des Neubaus in Bern-Wankdorf wurde von Anfang an erfolgreich eine Nachhaltigkeitszertifizierung angestrebt und auf eine ökologische Optimierung geachtet. Wir haben das Thema der nachhaltigen Entwicklung langfristig in unserer Organisationsstruktur verankert und stärken unsere Kompetenzen in diesem Bereich.
Forschung für nachhaltige Entwicklung fördern
Der SNF beteiligt sich zusammen mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) an der Finanzierung des Programms SOR4D. Dieses fördert transdisziplinäre Forschung, die neue Wege für eine nachhaltigen Entwicklung und für die Armutsbekämpfung erschliesst. Zielländer sind die am wenigsten entwickelten Länder sowie Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen.
Schwerpunkt 4: Digitalisierung in den Wissenschaften ausbauen, erweitern und kritisch reflektieren
Anreize für auffindbare, zugängliche, interoperable, wiederverwertbare und offene Forschungsdaten (ORD) schaffen
Der SNF verlangt von allen geförderten Forschenden, ihre Daten im Einklang mit den FAIR-Prinzipien zu verwalten und so weit wie möglich, unter Einhaltung von rechtlichen und ethischen Vorgaben, zugänglich zu machen.
In der Beitragsperiode 2025–2028 werden wir uns weiterhin an den ORD-bezogenen Kosten der vom SNF geförderten Projekte beteiligen. Wir werden zudem strengere Kriterien bezüglich der Einhaltung der FAIR-Prinzipien und der Berichterstattung über Forschungsdaten anwenden. Schliesslich werden wir uns an politischen Debatten über die weitere Entwicklung des ORD-Rahmens beteiligen.
Beobachtung der Entwicklungen auf dem Gebiet der KI
Der SNF verfolgt, wie KI-Methoden und -Tools in der Forschung angewendet, entwickelt und analysiert werden, damit er wirksame und gezielte Massnahmen für die künftige Förderung schaffen kann.
Was wir nicht umsetzen können
Der SNF musste sein Portfolio konsolidieren, um die aufgeführten Massnahmen mit den Bundesbeiträgen der BFI-Botschaft 2025–2028 zu ermöglichen. Wie angekündigt werden wir uns auf die direkte Karriereförderung ab Stufe Postdoktorat konzentrieren und die Programme Doc.CH und MD-PhD ab 2025 nicht weiterführen.
Auch das Instrument R’Equip werden wir nicht mehr anbieten. Forschungsapparaturen werden wir künftig innerhalb von Projekten fördern. Zudem werden wir das Instrument Practice-to-Science Instrument nicht verstetigen. Die Evaluation des Pilotversuchs zeigte, dass Expertinnen und Experten aus der Praxis nicht wie beabsichtigt dabei unterstützt wurden, auf eine Professur an einer Fachhochschule oder Pädagogischen Hochschule zu wechseln.
Bereits vor dem Entlastungspaket 27 war klar, dass die für die Periode 2025–2028 bewilligten Bundesmittel nicht ausreichen, um die im Mehrjahresprogramm vorgesehenen Massnahmen uneingeschränkt umzusetzen. Der SNF musste deshalb insbesondere auf folgende Vorhaben verzichten:
Unterstützung von grenzüberschreitenden, von Forschenden initiierten mittelgrossen Konsortien, um die Beteiligung der Schweizer Forschenden an internationalen thematischen Initiativen zu erhöhen
Ausbau des Angebots für Forschende in frühen Karrierephasen aus dem Ausland, um internationale Talente für die Schweiz zu gewinnen
Aufstockung des Budgets für die Implementierungsnetzwerke, um Forschende mit potenziellen Nutzenden von Forschungsergebnissen zusammenzubringen
Förderung der Forschung zur nachhaltigen Entwicklung in Reallaboren, einem neuen Forum, das Forschende und ausserwissenschaftliche Akteure verbindet
Stärkung der Forschungskompetenzen im Hinblick auf die digitale Transformation mit dem neuen Förderangebot «Digital X» für Nachwuchsforschende
Schaffung von Anreizen für die aktive und innovative (Weiter-)Entwicklung explorativer ORD-Praktiken und -Methoden
Unterstützung neuer Dateninfrastrukturen und -dienstleistungen (DIS), um die Qualität, Sicherheit und Zugänglichkeit von Forschungsdaten zu gewährleisten.
Die Kürzungen im Bundeshaushalt im Zusammenhang mit dem Entlastungspaket 27 erforderten weitere Anpassungen der Fördertätigkeit. Damit der SNF eine vorausschauende und verlässliche finanzielle Planung gewährleisten kann, ergreift er ab 2026 folgende Massnahmen:
Das Förderinstrument Spark für neuartige und unkonventionelle Ideen wird bis mindestens Ende 2027 pausiert.
Die Implementierungsnetzwerke werden nach ihrer Pilotphase nicht weitergeführt.
Das internationale Förderinstrument SPIRIT wird bis und mit 2028 pausiert.
Der SNF wird keine neuen Ausschreibungen für COST-Projekte mehr durchführen (an den internationalen COST-Aktionen beteiligt sich die Schweiz weiterhin).
Das Budget für die Europäischen Partnerschaften wird um ein Viertel reduziert.
Beim Hauptinstrument des SNF, der Projektförderung, sowie in der Karriereförderung werden künftig weniger Gesuche bewilligt werden als heute. Über den Umfang dieser Reduktion entscheidet der Forschungsrat jährlich auf Basis der jeweiligen Finanzpläne des Bundes.
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