Anwendungsorientierte Forschung

Zwei ältere Personen nutzen gemeinsam ein Tablet.
© CC-BY-NC-ND / Sara Levati

Ihr Projekt gewinnt wissenschaftliche Erkenntnisse und weist gleichzeitig einen klaren Bezug zur Praxis auf? Dann können Sie es als anwendungsorientiert kennzeichnen. Wir berücksichtigen dies bei der Evaluation.

Der SNF fördert in erster Linie Grundlagenforschung. Darüber hinaus unterstützt er auch anwendungsorientierte Forschung, um die Brücke zwischen grundlegenden Erkenntnissen und ihrer praktischen Umsetzung in konkrete Lösungen zu schlagen. Diese anwendungsorientierte Forschung macht etwa 20 Prozent unserer Förderung aus.

Ausserwissenschaftliche Bedeutsamkeit

Prinzipiell können Sie Ihr Forschungsprojekt in jedem Förderangebot des SNF als anwendungsorientiert kennzeichnen. Was heisst das für die Evaluation? Wir berücksichtigen in solchen Fällen neben der wissenschaftlichen Qualität die ausserwissenschaftliche Bedeutsamkeit des Projekts. Damit ist der potenzielle Beitrag zur Lösung praktischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Fragestellungen gemeint. Falls angezeigt, bezieht der SNF bei der Evaluation zudem Expertinnen und Experten aus der Praxis ein.

Im Rahmen des Programms BRIDGE fördern der SNF und Innosuisse gemeinsam Projekte an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und wissenschaftsbasierter Innovation. Für Projekte, die direkt auf eine Anwendung oder Markteinführung abzielen, ist in der Regel Innosuisse zuständig. Der SNF unterstützt keine Forschung mit unmittelbarer kommerzieller Verwertung.

Ist Ihr Projekt anwendungsorientiert?

Was als anwendungsorientiert gilt, lässt sich nicht abschliessend festlegen. Die Ausprägung variiert je nach Disziplin und Projekt.

Merkmale, die darauf hindeuten, dass Ihr Projekt anwendungsorientiert ist:

  • Absicht: Das Projekt verfolgt wissenschaftliche Ziele und adressiert gleichzeitig ein praktisches Problem.

  • Konzept: Es basiert auf Grundlagenforschung, kann aber praxisbezogene Lösungen hervorbringen.

  • Herkunft der Forschungsfrage: Die Fragestellung ist durch den Einbezug von Nutzerinnen und Nutzern entstanden.

  • Umsetzungsperspektive: Die Ergebnisse lassen sich zeitnah praktisch nutzen, etwa über einen Technologietransfer mit Innosuisse.

  • Output: Im Projekt sind sowohl wissenschaftliche als auch nicht-wissenschaftliche Outputs geplant.

  • Zielpublikum: Die Resultate werden auch ausserhalb der Wissenschaft verbreitet.

  • Beteiligte Personen: Die Forschungsgruppe besteht aus Forschenden sowie Akteurinnen und Akteuren aus der Praxis.

Wenn mehrere dieser Merkmale zutreffen, weist Ihr Projekt einen klaren Bezug zur Praxis auf. Dann könnten Sie es im Gesuch als anwendungsorientiert kennzeichnen.