Der SNF vergibt 214 Postdoc.Mobility-Stipendien

Karrieresprungbrett: Der SNF unterstützt 214 Postdoktorierende bei einem Forschungsprojekt im Ausland oder einer Rückkehr in die Schweiz mit 26,5 Millionen Franken.
Ein Forschungsaufenthalt im Ausland eröffnet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Anfang ihrer Karriere neue Horizonte und wirkt oft als Sprungbrett für persönliche und berufliche Entwicklung. Mit dem Postdoc.Mobility-Programm fördert der SNF gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Drei ausgewählte Projekte
Im Rahmen der letzten Ausschreibung unterstützt er 214 Forschende bei einem Auslandaufenthalt oder einer Rückkehr in die Schweiz mit 26,5 Millionen Franken (siehe Box).
Die Postdoc.Mobility-Stipendien umfassen einen Beitrag an die Lebenshaltungskosten, eine Pauschale für Reisespesen und allfällige Unterstützung für Forschungs- und Kongresskosten. Nach der Rückkehr in die Schweiz können Stipendiatinnen und Stipendiaten zudem Unterstützung für die erste Forschungsperiode beantragen.
Unter anderem fördert der SNF folgende drei Forschungsprojekte:
Alzheimer besser verstehen: Cecilia Boccalini erforscht an der McGill Universität in Kanada die komplexe Pathophysiologie der Alzheimer-Krankheit. Sie legt dabei besonderen Fokus auf verschiedene Schutz- und Risikofaktoren, die die Krankheitslast und den kognitiven Verlauf bei Frauen und Männern unterschiedlich beeinflussen. Mithilfe der sogenannten Positronen Emissions-Tomographie (PET) werden bei rund 200 Testpersonen Proteinablagerungen, Neurodegeneration und Entzündungsprozesse im Gehirn gemessen. Das Projekt soll dazu beitragen, die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen von Therapien besser einschätzen zu können.
Völkerrecht und Klimawandel: Die Gleichheit aller Länder ist eines der Grundprinzipien des Völkerrechts. Angesichts des Klimawandels gerät dieses Prinzip allerdings ins Wanken. Denn einige Länder (z.B. kleine Inselstaaten) sind viel stärker von den Auswirkungen (z.B. Anstieg des Meeresspiegels) betroffen als andere – und tragen punkto Treibhausgasemissionen erst noch weniger dazu bei. Rodolfo Ribeiro Coutinho Marques vom Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung untersucht diese Diskrepanz an der Universität Cambridge (GB). Er stützt sich dabei auf rechtliche Analysen und wertet aus, wie Länder diese Diskrepanz in internationalen Treffen und Abkommen diskutieren und behandeln.
Einsatz von Photovoltaik beschleunigen: Ayca Duran von der ETH Zürich befasst sich an der Stanford Universität (USA) mit dem hohen Energieverbrauch von Gebäuden. Dieser verursacht rund 28% der globalen CO₂-Emissionen. Ayca Duran setzt auf fassadenintegrierte Photovoltaikanlagen (BIPV), um die Dekarbonisierung urbaner Räume voranzutreiben. Die Einführung von BIPV-Fassaden wird jedoch durch komplexe Entscheidungsprozesse gebremst.
Um diese zu beschleunigen, will die Forscherin eine automatisierte Methode zur Analyse und Bewertung von Fassaden für BIPV-Nachrüstungen entwickeln. Sie testet die entwickelte Methode an tausenden Fassaden in Zürich und San Francisco.
26,5 Millionen Franken für 214 Projekte
Bei der Postdoc.Mobility-Ausschreibung des SNF vom 5. August 2025 ging erneut eine Rekordzahl an Gesuchen ein. Insgesamt wurden 513 Gesuche evaluiert, wovon 214 (42%) bewilligt wurden. Drei der bewilligten Gesuche wurden durch Legate finanziert. Der SNF stellt dafür einen Gesamtbetrag von 26,5 Millionen Franken zur Verfügung. So profitieren 74 Forscherinnen und 83 Forscher von einem ein- bis zweijährigen Auslandaufenthalt. Zudem können 25 Postdoktorandinnen und 32 Postdoktoranden mit der Unterstützung des SNF in die Schweiz zurückkehren, um ihre Forschung weiterzuführen. Die Erfolgsquote beläuft sich bei den Mobilitätsstipendien auf 36%, bei den Rückkehrbeiträgen auf 72%.