SNSF Swiss Postdoctoral Fellowships 2021: 74 Projekte bewilligt

Prof. Dr. Sabine R. Huebner (r., Universität Basel) und Prof. Dr. des. Matthias Stern (LMU München) betrachten die Pergamentfragmente P.Bas. II 62 in der Basler Papyrussammlung, Universitätsbibliothek Basel.
© Universität Basel / Christian Frierl

Der SNF bewilligt im Rahmen der Übergangsmassnahme SNSF Swiss Postdoctoral Fellowships 2021 Beiträge in der Höhe von 18 Millionen Franken.

Insgesamt wurden 750 Gesuche für ein SNSF Swiss Postdoctoral Fellowship evaluiert. Davon werden nun 74 gefördert. Sie werden im Lauf von durchschnittlich zwei Jahren mit insgesamt 18 Millionen Franken unterstützt.

Weil die Schweiz im Forschungsprogramm Horizon Europe nur ein nicht-assoziiertes Drittland ist, lancierte der SNF im Auftrag des Bundes die Übergangsmassnahme SNSF Swiss Postdoctoral Fellowships 2021. Sie richtete sich an junge Forschende, die sich für ein Marie Skłodowska-Curie Postdoctoral Fellowship (MSCA PF) bewerben wollten und eine 12- bis 24-monatige Anstellung in einer nicht-gewinnorientierten Forschungseinrichtung in der Schweiz anstrebten.

Leicht höhere Erfolgsquote von Frauen

Mit 10,5% ist die Erfolgsquote der Frauen leicht höher als diejenige der Männer (9,4%). Forscherinnen leiten 31 oder rund 42% der 74 bewilligten Projekte. Unter den Beitragsempfangenden sind 27 Nationalitäten vertreten, wobei Deutschland, China, Frankreich und die Schweiz an der Spitze stehen.

In jedem Forschungsbereich haben Expertinnen und Experten, die grösstenteils im Ausland tätig sind, die Gesuche evaluiert. Im Bereich Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften werden 32 Projekte unterstützt, in den Lebenswissenschaften 30 Projekte. In den Geistes- und Sozialwissenschaften, wo weniger Gesuche eingereicht wurden, erhalten 12 Projekte eine Förderung.

Fast 52,7% der Mittel gehen an Forschende einer Universität, 44,6% entfallen auf den ETH-Bereich und 2,7% auf andere Institutionen.

Beispiele geförderter Projekte

Lebenswissenschaften

Wie entstehen Organisation und Struktur der photosynthetischen Membran? Dieser Frage will Annemarie Perez Boerema (Universität Basel) in ihrem Projekt nachgehen. Die Resultate haben das Potenzial, zur Forschung über die Verbesserung und Nutzung der Photosynthese für wichtige Anwendungen beizutragen. Zum Beispiel, um die Produktion von erneuerbaren Brennstoffen zu verbessern oder die Photosynthese bei Nutzpflanzen effizienter zu machen.

Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften

Lichtemittierende Dioden (LED) sind heute eine der vielversprechendsten Technologien zur Energieeinsparung. In jüngster Zeit haben Bleihalogenid-Perowskit-LED aufgrund ihrer geringen Kosten, hohen Effizienz und einfachen Herstellung Interesse geweckt. Leider ist Blei giftig und instabil. Fuxiang Ji (ZHAW) wird bleifreie Halogenid-Perowskit-LED entwickeln, um diese Probleme zu lösen.

Geistes- und Sozialwissenschaften

Merve Erdem Burger (Universität Neuenburg) will vergleichen, wie etablierte Raumfahrtnationen die Verpflichtungen des internationalen Weltraumrechts in nationales Recht übertragen haben. Daraus wird sie Richtlinien ableiten, die aufstrebende Raumfahrtnationen dabei unterstützen, diese rechtlichen Verpflichtungen national zu verankern.