Neue Ausschreibung: NFP 86 «Digitale Resilienz kritischer Infrastrukturen»

Das Nationale Forschungsprogramm will interdisziplinäre Forschung fördern, die auch transdisziplinäre Aspekte einbindet, um kritische Infrastrukturen gegen Cyberangriffe und digitale Störungen zu schützen.
Im Auftrag des Bundesrats lanciert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) die Ausschreibung für das Nationale Forschungsprogramm «Digitale Resilienz kritischer Infrastrukturen» (NFP 86).
Ziele und Merkmale
Das NFP 86 soll die Resilienz der kritischen Infrastrukturen der Schweiz gegenüber Cyberangriffen und anderen digitalen Störungen stärken. Gefördert wird Forschung, die die Wissensgrundlagen zu Schwachstellen und Risiken erweitert, technisch umsetzbare und gesellschaftlich akzeptable Lösungen entwickelt sowie Governance- und Koordinationsmechanismen für eine agile kollektive Cyberabwehr erarbeitet.
Das Programm umfasst vier Forschungsschwerpunkte:
Der Forschungsschwerpunkt «Daten» untersucht, welche Daten für die Cybersicherheit relevant sind und wie der Zugang zu diesen Daten sowie deren Aufbereitung, Schutz und Austausch zwischen Wissenschaft, Behörden und Betreibern kritischer Infrastrukturen verbessert werden kann.
Der Forschungsschwerpunkt «Bewährte Verfahren» analysiert, welche organisatorischen, technischen und operativen Verfahren als bewährte Praxis gelten können und wie sie in den verschiedenen Sektoren kritischer Infrastrukturen der Schweiz übernommen, getestet, angepasst und übertragen werden können.
Der Forschungsschwerpunkt «Anreize» befasst sich mit den wirtschaftlichen, regulatorischen, verhaltensbezogenen und institutionellen Rahmenbedingungen, die Investitionen in die Cybersicherheit beeinflussen. Es sollen Wege aufgezeigt werden, wie organisatorische Entscheidungen mit der Resilienz auf Systemebene in Einklang gebracht werden können.
Der Forschungsschwerpunkt «Kollektive Verteidigung» untersucht, wie Betreiber, Zulieferer, Behörden, Regulierungsstellen, Forschende und Nutzende Zuständigkeiten, Informationsaustausch, Risikobewertungen und gemeinsame Reaktionen vor, während und nach Cybervorfällen koordinieren können.
Das NFP 86 fördert interdisziplinäre Forschung mit transdisziplinären Aspekten und praktischer Relevanz für Eigentümer und Betreiber von kritischen Infrastrukturen, Sicherheitsfachleute, Behörden, Regulierungsstellen, Versicherungen, Forschende sowie Nutzende von kritischen Dienstleistungen. Die Projekte sollen nicht-akademische Partner einbeziehen, zum Wissensaustausch auf Programmebene beitragen und Ergebnisse erarbeiten, die in Politik, Governance, organisatorischer Praxis, technischer Umsetzung, Aus- und Weiterbildung sowie öffentlichen Entscheidungsprozessen genutzt werden können.
Für das Programm steht ein Gesamtbudget von 5 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung. Das Programm soll in den vier Forschungsschwerpunkten ungefähr fünf bis zehn Projekte fördern. Das Budget der einzelnen Projekte muss zwischen 300'000 und 800'000 Franken liegen. Die Forschungsprojekte können 18 bis 36 Monate dauern. Eine Mitfinanzierung aus anderen Quellen wird ausdrücklich begrüsst.
Eingabeverfahren und Fristen
Forschende können eine Interessenbekundung bis am 24. November 2026, 17 Uhr Schweizer Zeit, über das SNF-Portal einreichen. Danach kann der SNF das anschliessende Bewertungsverfahren organisieren. Zu diesem Zeitpunkt bewertet der SNF die Interessenbekundungen noch nicht und trifft auch keine Vorauswahl.
Achtung: Die Forschenden müssen ihre Interessenbekundung rechtzeitig eingeben, sonst können sie kein vollständiges Gesuch einreichen. Die Eingabefrist für vollständige Gesuche ist der 19. Januar 2027, 17 Uhr Schweizer Zeit. Das Ausschreibungsdokument enthält alle weiteren Informationen zu den Teilnahmebedingungen und zum Eingabe- und Bewertungsverfahren.