Forschende erhalten mehr Einblick in die Beurteilung ihrer Gesuche

Seit Anfang Oktober 2026 macht der SNF den Gesuchstellenden die anonymisierten Empfehlungen der Referent:innen zugänglich. Dadurch wird die Evaluation transparenter und der Förderentscheid nachvollziehbarer.
Jedes Gesuch um einen Förderbeitrag durchläuft beim SNF ein mehrstufiges Evaluationsverfahren. Mindestens zwei externe Gutachtende beurteilen das Gesuch aus wissenschaftlicher Sicht. Anschliessend analysieren zwei Referent:innen des zuständigen SNF-Evaluationsgremiums die Gutachten und formulieren Empfehlungen für die Diskussion im Gremium. Diese Empfehlungen bilden eine wichtige Grundlage für den Entscheid, ob der SNF das Projekt finanziert oder nicht.
Bisher erhielten die Gesuchstellenden nach dem Förderentscheid Zugang zu den anonymisierten Gutachten. Seit Anfang Oktober 2026 stellt der SNF ihnen auch die anonymisierten Empfehlungen der Referent:innen zur Verfügung.
Empfehlungen ergänzen die Gutachten
Die Empfehlungen gehen über eine reine Zusammenfassung der Gutachten hinaus. Sie machen deutlich, welche Stärken und Schwächen eines Gesuchs besonders ins Gewicht fallen und wie die verschiedenen Einschätzungen der Gutachtenden eingeordnet werden.
«Egal, ob das Gesuch erfolgreich war oder nicht: Wir möchten den Forschenden möglichst klar aufzeigen, wie es beurteilt wurde und welche Überlegungen in den Entscheid eingeflossen sind», sagt Katharina Valta, beim SNF zuständig für die Umsetzung der neuen Praxis. «So können sie den Förderentscheid besser nachvollziehen.»
Anliegen der Forschenden aufgenommen
Eine grössere Transparenz in der Forschungsförderung ist ein wichtiges Ziel des SNF. Auch in Feedbackrunden haben Forschende wiederholt den Wunsch geäussert, mehr Informationen zur Evaluation zu erhalten. Mit der neuen Praxis greift der SNF dieses Anliegen auf.
Katharina Valta betont ausserdem den künftigen Nutzen: «Die Empfehlungen bieten den Forschenden konkrete Anhaltspunkte für spätere Gesuche und helfen ihnen, ihre Ideen weiterzuentwickeln.»