Ambizione: Schub für die Forschungskarriere

Auch 2026 vergibt der SNF Beiträge im Rahmen seines Förderinstruments Ambizione. Damit können 93 Nachwuchsforschende aus der Schweiz und dem Ausland ihre Karriere entscheidend vorantreiben.
Mit Ambizione fördert der SNF seit 2008 vielversprechende Forschende in frühen Karrierenphasen aus der Schweiz und dem Ausland. Wissenschaftliche Mitarbeitende aller Hochschulen können sich ebenfalls bewerben. Forschende, deren gesamter Lohn von einer Hochschule gedeckt wird, können nur Projektmittel beantragen.
Evaluation
Im November 2025 reichten 803 Forschende Ambizione-Gesuche ein. Davon wurden 230 für die zweite Phase der Evaluation ausgewählt. Nach Abschluss des zweistufigen Auswahlverfahrens hat der SNF 93 Gesuche bewilligt. Der SNF unterstützt 91 Forschende in frühen Karrierenphasen mit insgesamt 64,2 Millionen Franken. Zwei weitere Projekte werden aus Legate finanziert, die der SNF zur Förderung der Robotik- und Krebsforschung erhalten hat.
Der angestrebte Anteil von 35 Prozent Frauen wurde mit 41 Beiträgen (44.1 Prozent) deutlich übertroffen. Von den 41 geförderten Forscherinnen erhalten zehn ihre Beiträge aus dem Zusatzbudget von 7,2 Millionen Franken, das für qualitativ hervorragende Gesuche von Frauen zur Verfügung steht.
Dank der Ambizione-Beiträge können die 93 geförderten Nachwuchsforschenden zum ersten Mal eigenständig ein Projekt an einer Hochschule oder einer anderen Institution in der Schweiz durchführen, verwalten und leiten. Im Schnitt erhalten sie 705'000 Franken. Der SNF gibt ihnen dadurch die Möglichkeit, ihre Karriere entscheidend voranzutreiben und leistet einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.
Breites Themenspektrum
Aus Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften stammen 39% der ausgewählten Projekte, aus den Geistes- und Sozialwissenschaften 32% und aus Biologie und Medizin 29%. Entsprechend vielfältig sind die geförderten Themen. Hier ein paar Beispiele:
Robert Nissler (Universität Zürich) wird eine schnelle, KI-gestützte Nanosensorplattform entwickeln. Diese erkennt Sepsis und die verursachenden Erreger direkt im Blut anhand krankheitsspezifischer metabolischer Fingerabdrücke. Dadurch wird eine schnellere sowie gezieltere Behandlung ermöglicht.
Sabrina Stallone (Universität Zürich) wird am Beispiel der geplanten, aber unvollendeten oder nie realisierten Infrastrukturen die sozialen, politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Realitäten Siziliens beleuchten. Dabei nutzt sie die geplante Brücke über die Strasse von Messina als Fallbeispiel, um die Wirkung von Erwartungen, Widerstand und alternativen Zukunftsentwürfen zu analysieren.
Ellen Martin (Universität Neuenburg) wird ein globales Rahmenkonzept zur Bewertung entwickeln, ob Schutzgebiete wandernde Arten wirksam erhalten. Das Projekt sieht vor, die für das langfristige Überleben der Populationen entscheidenden demografischen Prozesse und Lebensphasen zu schützen.
Die meisten Projekte beginnen bereits im Herbst 2026 und dauern in der Regel vier Jahre.
Die letzte Ausschreibung von Ambizione läuft bereits: Eingabefrist für neue Gesuche ist der 3. November 2026.