Wissenschaftliche Integrität

Der SNF versteht wissenschaftliche Integrität als Selbstverpflichtung, sich an die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis zu halten. In seinem Reglement zum Umgang mit wissenschaftlichen Fehlverhalten definiert er diesbezügliche Tatbestände, Verfahren und Sanktionen.

​​Die gute wissenschaftliche Praxis ist eine wichtige Richtschnur für alle Personen, die in den verschiedenen Prozessen des SNF involviert sind: Mitglieder des Nationalen Forschungsrats, Gesuchstellende, Projektmitarbeitende oder Expertinnen und Experten. Das Vertrauen in das korrekte Funktionieren des Forschungsbetriebs ist eine zentrale Voraussetzung für die Forschungsförderung. Der SNF ruft daher alle Personen, die mit ihm zusammenarbeiten, zu einer selbstkritischen Haltung bezüglich der Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis auf.

  • Kommission für wissenschaftliche Integrität

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    Wenn es in Fördergesuchen beim SNF einen Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten gibt, ist die Kommission für wissenschaftliche Integrität für die Verfahren zuständig. Die Plagiatskontrollgruppe führt bei den Gesuchen zudem Stichproben durch. Der SNF ahndet Plagiate und anderes wissenschaftliches Fehlverhalten in eingereichten Gesuchen. Er veröffentlicht regelmässig Berichte zur Anzahl solcher Fälle.

  • Reglement definiert Tatbestände und Sanktionen

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    Der Forschungsrat des SNF hat in einem Reglement Tatbestände wissenschaftlichen Fehlverhaltens definiert. Es legt die Organisation und die Zuständigkeiten der vom Nationalen Forschungsrat eingesetzten Kommission für wissenschaftliche Integrität fest. Es legt zudem das Verfahren fest, das bei einem entsprechenden Verdacht zur Anwendung kommt, die möglichen Sanktionen (z.B. Verwarnung oder zeitlich befristeter Ausschluss von der Gesuchstellung) sowie die Verfahrensrechte der Betroffenen. Die Sanktionen des SNF haben unter Art. 12 des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation die gesetzliche Grundlage.

  • Guidelines für Gesuchstellung

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    Forschungsplan: Der Forschungsplan muss aus Originaltext bestehen, der von den Gesuchstellenden selbst verfasst worden ist. Einzig in den Kapiteln zum Stand der Forschung im Fachgebiet (2.1) und zum Stand der eigenen Forschung (2.2) sowie bei der Beschreibung von Standardmethoden sind in geringem Masse Texte (oder andere Materialien, Grafiken usw.) Dritter bzw. eigene veröffentlichte Texte zugelassen. Die zitierten Texte müssen eindeutig als Zitate gekennzeichnet sein (Anführungs- und Schlusszeichen oder entsprechende Formulierung), und eine verifizierbare Quelle muss in der Nähe der übernommenen Stellen sowie im Literaturverzeichnis angegeben sein. Der SNF verwendet eine textvergleichende Software für die Analyse von Verdachtsfällen im Zusammenhang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten. Mehrere Universitäten stellen ihren Studierenden und Mitarbeitenden solche Programme zur Verfügung. Für weitere Informationen dazu ist die jeweilige Institution zuständig.

    Literaturverzeichnis: Die Quellen aller im Forschungsplan referenzierten abgeschlossenen oder laufenden Arbeiten sind aufzuführen. Die vollständige Referenz ist anzugeben, insbesondere Titel, Quelle und vollständige Autorenliste. Die Verwendung von "et al." zum Abkürzen der Autorenliste ist nicht zulässig. (Ausnahme: Die Abkürzung der Autorenliste ist bei Publikationen im Rahmen von grossen internationalen Konsortien mit mehr als 50 Autoren zulässig. In diesem Fall muss ein Link zur vollständigen Referenz beigefügt werden.)

    Liste des Forschungsoutputs (nur eigene Beiträge): Abhängig vom Forschungsgebiet kann aus der Position der/des Gesuchstellenden in der Autorenliste auf ihren/seinen Beitrag zu einer wissenschaftlichen Arbeit geschlossen werden (siehe auch: Akademien der Wissenschaften Schweiz: Wissenschaftliche Integrität. Grundsätze und Verfahrensregeln). Die Anzahl von Publikationen einer/eines Gesuchstellenden als verantwortliche Autorin oder Autor ohne Beitrag ihres/seines PhD- oder Postdoc-Betreuers/Betreuerin wird, neben anderen Aspekten, als Indikator für ihre/seine wissenschaftliche Unabhängigkeit beigezogen. Die Gesamtzahl von Publikationen oder die Zahl der Publikationen pro Jahr wird nicht als einziger Leistungsindikator betrachtet.

    Artikel und übrige Forschungsergebnisse, die direkt für das Forschungsprojekt relevant sind, müssen klar bezeichnet werden. Der Name der/des Gesuchstellenden in der Autorenliste und das Jahr der Publikation müssen hervorgehoben sein (z.B. fett gedruckt oder unterstrichen). Die Abkürzung der Autorenliste durch "et al." ist nicht zulässig, ausser bei Forschungsprojekten im Rahmen grosser internationaler Kollaborationen mit mehr als 50 Autoren. In diesem Fall ist ein direktes Link zu der vollständigen Publikation anzugeben.

  • Internationale Richtlinien

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    Die nachfolgend aufgeführten internationalen Codes of Conduct on Research Integrity enthalten allgemeine Grundsätze und Prinzipien wissenschaftlicher Integrität. Sie haben grundsätzlich keinen normativen Charakter und treten nicht an Stelle von konkreteren nationalen, lokalen oder disziplinenspezifischen Richtlinien oder Bestimmungen der akademischen Selbstregulierung: