Neues Nationales Forschungsprogramm für eine bessere Chemikaliensicherheit

Keyvisual NFP
© gettyimages
Lesezeit: 2 Min.

Der Bundesrat hat die Lancierung des Nationalen Forschungsprogramms (NFP 88) «Chemikaliensicherheit» beschlossen. Es soll die wissenschaftlichen Grundlagen für den sicheren und nachhaltigen Umgang mit Chemikalien stärken.

Die Zahl der verwendeten chemischen Stoffe wächst weiter. Langlebige und mobile Substanzen wie PFAS stellen grosse Herausforderungen dar. Für viele Stoffe liegen umfangreiche Daten vor. Die Daten sind jedoch auf verschiedene Institutionen verteilt und lassen sich nur eingeschränkt gemeinsam nutzen. Der Bundesrat hat deshalb den Schweizerischen Nationalfonds beauftragt, ein neues Nationales Forschungsprogramm «Chemikaliensicherheit» (NFP 88) auszuschreiben.

Das NFP 88 soll vorhandenes Wissen zusammenführen und die Grundlagen für einen sicheren und nachhaltigen Umgang mit Chemikalien stärken. Es soll wesentlich dazu beitragen, Risiken fundierter zu beurteilen und wirksamer zu begrenzen. Im Zentrum der Forschung stehen drei Schwerpunkte:

  • Vorhandene Daten besser nutzen und verknüpfen.
  • Neue Methoden zur Erkennung und Bewertung von Risiken entwickeln.
  • Regulatorische und institutionelle Rahmenbedingungen analysieren.

Ausserdem untersucht das Programm, wie die Bevölkerung chemische Risiken wahrnimmt.

Forschung gemeinsam mit der Praxis

Das NFP 88 verbindet Natur-, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften. In enger Zusammenarbeit entwickeln Forschende und nicht-akademische Akteurinnen und Akteure die Forschungsprojekte und setzen sie um.

Wegen der hohen gesellschaftlichen und politischen Relevanz hat der Bundesrat das NFP 88 ausserhalb des regulären NFP-Zyklus lanciert. Das Programm verfügt über ein Budget von fünf Millionen Franken. Der SNF wird die Ausschreibung voraussichtlich im Frühjahr 2027 lancieren.

Was sind Nationale Forschungsprogramme?

Nationale Forschungsprogramme bearbeiten gesellschaftlich und strategisch wichtige Fragen der Schweiz. Ihre Themen bestimmt der Bundesrat; der SNF setzt die Programme um.

Die NFP verbinden verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und beziehen Akteure aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft ein. Die Forschungsergebnisse sollen konkrete Beiträge für politische Entscheidungen und die Praxis liefern.