COST: Von Verbrennungsmedizin bis Pflanzenproteine

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© Huber & Starke

Von der Behandlung schwerer Verbrennungen bis zum Anbau pflanzlicher Proteine: Im Rahmen des europäischen Förderprogramms COST unterstützt der SNF 16 Schweizer Projekte mit gut sieben Millionen Franken.

Die Brandkatastrophe von Crans-Montana zu Beginn dieses Jahres hat auch eine medizinische Disziplin ins grelle Scheinwerferlicht gerückt: die Behandlung von schweren Verbrennungen. Ein Schweizer Forschungsprojekt will in diesem Bereich Fortschritte erzielen (siehe Kasten). Der SNF unterstützt es im Rahmen des europäischen Förderprogramms COST (European Cooperation in Science and Technology).

Bei der letzten COST-Ausschreibung wurden 66 Gesuche eingereicht. Der SNF hat diese evaluiert und schliesslich 16 Projekte bewilligt. Nun fördert er diese in den nächsten Jahren mit 7,2 Millionen Franken.

Letzte COST-Ausschreibung

Das COST-Programm will die wissenschaftliche und technologische Forschungszusammenarbeit in Europa und weltweit stärken. Es bringt Forschende aus ganz Europa zusammen, um Ideen in internationalen Netzwerken, sogenannten Aktionen, gemeinsam voranzutreiben.

Der Bundesrat will die Mittel für den SNF ab 2027 kürzen. Momentan berät das Parlament über die Sparmassnahmen. Als Folge davon wird der SNF keine neuen Ausschreibungen für das Förderinstrument COST durchführen. Der SNF bedauert dies sehr, da gerade die Grundlagenforschung für die Innovation und den gesellschaftlichen Fortschritt in der Schweiz von zentraler Bedeutung ist. An den internationalen COST-Aktionen beteiligt sich die Schweiz aber weiterhin.

Medizin, Landwirtschaft, Weltraumforschung: drei Schweizer Projekte

Bessere Behandlung von Verbrennungen: Bei schweren und tief gehenden Verbrennungen sind Keratinozyten-Transplantate, sogenannte «Cultured Epidermal Autografts» (CEAs), seit Jahrzehnten eine wichtige Behandlungsoption. Dabei werden den Patientinnen und Patienten kleine, gesunde Hautstücke entnommen. Daraus werden Zellen (Keratinozyten) isoliert und kultiviert, was schliesslich eine grosse Fläche von Transplantaten ergibt. Die langfristigen Auswirkungen von CEAs auf die Hautqualität oder die Narbenbildung sind jedoch noch weitgehend unerforscht. Sophie Böttcher-Haberzeth (Universitäts-Kinderspital Zürich), Philippe Abdel Sayed (Centre hospitalier universitaire vaudois) und Bong-Sung Kim (Universitätsspital Zürich) bewerten in einer Studie die Ergebnisse bei Patientinnen und Patienten, die in den letzten 40 Jahren in der Schweiz mit CEAs behandelt wurden. Das Ziel sind validierte Daten für zukünftige Behandlungsstrategien.

Anbau von pflanzlichen Proteinen fördern: Die Tierhaltung belastet unsere Umwelt stark. Trotz steigender Nachfrage nach pflanzlichen Proteinen ist die lokale Produktion von Hülsenfrüchten in Europa vernachlässigbar. Joël F. Pothier von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) untersucht mit Claire Prigent‑Combaret von der Université Lyon 1, wie standorttypische pflanzliche Mikrobiome (Gesamtheit aller Mikroorganismen) zur nachhaltigen Produktion von Sojabohnen, Ackerbohnen und Gartenbohnen in der Schweiz beitragen können. Ziel ist es, lokal angepasste mikrobielle Gemeinschaften zu identifizieren, die die Pflanzen bei der Nährstoffversorgung, bei Wassermangel und bei Hitzestress unterstützen. In Zusammenarbeit mit zwei COST‑Aktionen wird lokal angepasster Biodünger unter unterschiedlichen agroklimatischen Bedingungen getestet.

Ausserirdisches Leben erkennen: Untersuchungen haben gezeigt, dass Planeten von der Grösse der Erde mit gemässigtem Klima ausserhalb unseres Sonnensystems zwar häufig vorkommen können. Die Erde ist aber nach wie vor der einzige bekannte Planet, auf dem Leben existiert. Caroline Dorn vom Institut für Theoretische Physik der ETH Zürich will deshalb mit ihrem Projekt das Verständnis für die Bewohnbarkeit von Planeten verbessern. Dazu entwickelt ihr Team ein universelles Modell. In dessen Zentrum steht die Rolle planetarer biogeochemischer Kreisläufe, insbesondere von Kohlenstoff und Schwefel. Denn sie können das langfristige Klima der Erde regulieren und in ähnlicher Weise auch die Bedingungen auf Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems beeinflussen.