19 COST-Projekte stärken europäische Forschungsnetzwerke

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Soft Skills in der Studierendenmobilität, Wechselwirkungen zwischen Wäldern und Bodenmikrobiomen und Fortschritte in der Computerlinguistik: Der SNF unterstützt neue COST-Forschungsprojekte mit 6 Millionen Franken.

Einblicke in die internationale Mobilität von Studierenden: Lamia Ben Hamida (Fachhochschule Westschweiz, HES-SO) untersucht den Zusammenhang zwischen den im Rahmen von internationalen Studienaufenthalten erworbenen Fähigkeiten, den Chancen auf dem Arbeitsmarkt sowie der Zufriedenheit und dem Engagement von Personen, die einen Studienaufenthalt gemacht haben. Mit quantitativen und qualitativen Methoden will sie den längerfristigen Nutzen wissenschaftlicher Mobilität bewerten.

Dies ist eines von 19 Schweizer Projekten, die im Rahmen des europäischen Förderprogramms COST bewilligt wurden. Das Programm zielt darauf ab, die wissenschaftliche und technologische Forschungszusammenarbeit in Europa und weltweit zu stärken. Es soll innovative wissenschaftliche Fortschritte und damit neue Konzepte und Produkte ermöglichen.

Der SNF hat 34 Gesuche evaluiert, die von Forschenden aus der Schweiz im Rahmen seiner COST-Ausschreibung 2023 eingereicht wurden. Bewilligt wurden 19 Projekte, die der SNF mit insgesamt 6 Millionen Franken finanziert.

Breite Themenpalette

Die unterstützten Projekte werden in den kommenden vier Jahren durchgeführt. Sie decken ein breites Spektrum von Disziplinen ab, von Ökologie über Zellbiologie und das Bauwesen bis zu angewandter Linguistik.

An der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) untersucht Barbara Moser, wie die Treiber des Klimawandels, die Bodenbedingungen und das Bodenmikrobiom des Waldes miteinander in Wechselwirkung stehen. Ihr Hauptziel ist es, das Zusammenspiel zwischen einheimischen und nicht-einheimischen Bäumen und ihren ober- und unterirdischen Mikrobiomen unter aktuellen und künftigen Klimabedingungen zu untersuchen. Dies wird wichtige Erkenntnisse über die Faktoren liefern, die das Pflanzenwachstum steuern. Entscheidungsträger erhalten so Informationen darüber, wie sich der Schutz bestimmter Baumarten auf die Widerstandsfähigkeit von Wäldern auswirkt.

Lena A. Jäger (Universität Zürich) befasst sich mit der linguistischen Datenverarbeitung in grossen Sprachmodellen (engl. Large Language Models, LLM) wie ChatGPT. Sie wird untersuchen, inwiefern sich diese Sprachmodelle von menschlichem Sprachverhalten unterscheiden und ob kognitive Signale die Modelle steuern können. Dies wird wichtige Anhaltspunkte für künftige Forschungsarbeiten zur Dezentralisierung des Trainings der Sprachmodelle liefern und die Gesellschaft im Umgang mit solchen Modellen unterstützen.

Internationale Netzwerke

COST steht allen Fachrichtungen offen. Es bringt Forschende aus ganz Europa zusammen, um Ideen in internationalen Netzwerken, sogenannten Aktionen, gemeinsam voranzutreiben. Mit den COST-Aktionen wird nicht die Forschung selber finanziert, sondern die Vernetzung, zum Beispiel in Form von Tagungen, punktuellem wissenschaftlichem Austausch, Weiterbildungen und Aktivitäten zur Verbreitung der Forschungsergebnisse. An einer COST-Aktion beteiligen sich Forschungsgruppen aus durchschnittlich 28 Ländern.

Der SNF lanciert jedes Jahr eine Ausschreibung für COST-Forschungsprojekte in der Schweiz, die im Zusammenhang mit kürzlich bewilligten Aktionen stehen. In der Schweiz tätige Forschende, die an einer COST-Aktion mitwirken, können sich um die Förderung eines Forschungsprojekts mit bis zu vier Jahren Dauer bewerben. Das Projektbudget beträgt maximal 100'000 Franken jährlich.