Agora - wo Wissenschaft und Gesellschaft sich begegnen

Das Instrument Agora fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Das Instrument Agora fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft: Es unterstützt Forschende, die sich darum bemühen, die Resultate ihrer aktuellen Forschung einem Laienpublikum zu vermitteln. Agora-Projekte ermöglichen Begegnungen und gegenseitiges Zuhören und regen dadurch den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft an.

Für Projekte mit einem Budget von bis zu CHF 200'000 (Agora-Projekte) gilt der Eingabetermin vom 15. Oktober, 17:00 Uhr, oder der nächste darauffolgende Arbeitstag, wenn der Termin auf einen Samstag oder Sonntag fällt. Die Förderungsentscheide werden im Februar des darauffolgenden Jahres kommuniziert.

Projekte mit einem Budget von bis zu CHF 50'000 (Agora-Rolling-Call-Projekte) können jederzeit eingereicht werden. Förderungsentscheide werden innerhalb von vier Monaten gefällt.

Eine internationale Kommission, die aus Forschenden sowie Expertinnen und Experten der Wissenschaftskommunikation zusammengesetzt ist, evaluiert die Gesuche in einem kompetitiven Verfahren.

Mit Ausnahme des Budgets und des Eingabetermins gelten alle Angaben zur Gesuchseinreichung für Agora-Projekte und Agora-Rolling-Call-Projekte.​

Agora-Reglement

​Das Agora-Reglement bildet die rechtliche Grundlage für Agora-Gesuche und -Beiträge und beschreibt die Bedingungen, gemäss denen ein Agora-Beitrag gewährt werden kann.

Es stützt sich auf das Beitrags- und Ausführungsreglement des SNF zur Gewährung von Beiträgen.

Die komplette Liste aller Agora-Projekte findet sich in der Datenbank P3 .

  • Beitragsbedingungen im Überblick

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    ​​Beiträge

    Projekte dauern maximal 3 Jahre und haben ein Budget von CHF 5'000 bis CHF 200'000.​​

    Gesuchstellende

    In der Schweiz arbeitende Forschende sowie Forschende, die mit einem SNF-Stipendium im Ausland arbeiten, können alljährlich ein Gesuch für die Finanzierung eines Agora-Projekts einreichen; Karrierestufe und Erfahrungen im Bereich Wissenschaftskommunikation sind dabei nicht entscheidend. Der Beschäftigungsgrad für Agora-Gesuchstellende ist auf 20% begrenzt. Wichtig ist, dass alle Gesuchstellenden einen substanziellen Beitrag an das Projekt leisten und persönliche Verantwortung übernehmen.

    AGORA-Projekte stellen wissenschaftlichen Output im Sinne der DORA-Grundsätze dar und werden durch den SNF in der Evaluation der wissenschaftlichen Vorleistungen berücksichtigt.

    Kommuniziertes Thema

    Die Thematik des Agora-Projekts muss eindeutig auf der wissenschaftlichen Forschung der Gesuchstellenden basieren.

    Der kommunizierte Inhalt des Projekts muss für das Zielpublikum relevant sein und auf einer Forschungsarbeit basieren, die im "peer review"-Verfahren evaluiert wurde. Das bedeutet, dass die Forschungsresultate in mindestens einer Fachzeitschrift mit "peer review" veröffentlicht worden sind und/oder dass die Finanzierung in einem kompetitiven Auswahlverfahren sichergestellt wurde, z.B. durch den SNF oder eine andere Institution in der Schweiz oder im Ausland.

    Projekt-Team

    Die Gesuchstellenden können weitere Personen hinzuziehen, wenn sie zusätzliche Kompetenzen für die Umsetzung des Projekts brauchen. So können Projektpartner hinzugezogen werden, die einen Beitrag an das Forschungsvorhaben leisten, ohne individuelle Projektverantwortung zu übernehmen. Neben Forschenden können auch andere Personen im Projekt mitarbeiten, zum Beispiel Personen mit guten Kenntnissen der Zielgruppe oder Fachleute in den Bereichen Kommunikation und Kunst.

    Teile des Projekts, die weder von den Forschenden noch von den Projektpartnern übernommen werden können, dürfen als externes Mandat vergeben werden (subcontracting).

    Den Gesuchstellenden wird empfohlen, eng mit der Kommunikationsabteilung der Gastinstitution zusammenzuarbeiten. In diesem Sinne ist eine Kontaktaufnahme mit dem Leiter der Kommunikation des Instituts vor der Beitragsfreigabe erforderlich (Art. 10.3). Eine Liste aller Kommunikationsabteilungen der Schweizer Hochschulen finden Sie auf:

    Wir empfehlen den Gesuchstellenden zudem, die Stiftung Science et Cité zu kontaktieren, die als Kompetenzzentrum für den Bereich Dialog mit den Akademien der Wissenschaften Schweiz verbunden ist. Science et Cité ist spezialisiert auf niederschwellige und innovative Dialogformate und ein möglicher Kommunikations- und Umsetzungspartner.​

    Zielpublikum und Kommunikationsmittel

    Agora fördert Projekte deren Zielpublikum im kommunizierten Bereich nicht spezialisiert ist. Das können Erwachsene, Jugendliche oder Schulen sein sowie zum Beispiel die Bevölkerung abseits der kulturellen Zentren. Kleinere Zielgruppen, die eine gesellschaftliche Schlüsselrolle spielen, wie zum Beispiel Fachpersonen aus den Bereichen Politik, Sozialarbeit und Bildung, können ebenfalls Zielpublikum eines Agora-Projekts sein.​

    Die Kommunikationsmittel können von den Gesuchstellenden frei gewählt werden. Die Mittel müssen aber eine starke Dialogfunktion zwischen Forschenden und Zielpublikum haben. ​

    Zielpublikum und Kommunikationsmittel müssen klar im Projektplan beschrieben sein.

    Einschränkungen

    Nicht gefördert werden:

    • Projekte im Bereich Kommunikation mit anderen Forschenden
    • Projekte im Bereich universitäre Lehre, Technologietransfer
    • Projekte zur Förderung des Ansehens oder des Rufs einer Institution (z.B. Marketing-Aktionen)
    • Projekte zur Erhöhung der Akzeptanz einer wissenschaftlichen oder technologischen Neuerung im Zielpublikum
    • Forschungsprojekte im Bereich Wissenschaftskommunikation (Projekte dieser Art werden in der Forschungsförderung des SNF unterstützt)
    • Projekte in engem Zusammenhang mit laufenden Nationalen Forschungsprogrammen (NFP) und Nationalen Forschungsschwerpunkten (NFS), da diese Programme ein eigenes Kommunikationsbudget haben​

    Kosten

    Anrechenbar sind Kosten für die Entwicklung und Umsetzung des Projekts (Löhne, Honorare, Material, Produktion, Leitung des Projekts, usw.). Auch Werbe- und Verbreitungskosten in der Schweiz und im Ausland werden übernommen. Nicht eingeschlossen ist der Lohn der Gesuchstellenden. Kosten für Materialien und Leistungen, welche CHF 20'000 übersteigen, müssen mit mehreren Kostenvoranschlägen von entsprechenden Firmen, Personen oder Institutionen belegt werden.​

    Drittmittel

    Der SNF begrüsst die Mitfinanzierung durch Dritte. Es ist wichtig, den exakten Betrag, die Quelle und den Status (bewilligt, eingereicht) anzugeben, damit der SNF die Machbarkeit des Projekts beurteilen kann. Die Kommunikationsprojekte müssen aber wissenschaftlich unabhängig von Sponsoren sein und dürfen nicht mit Marketingaktionen verwechselt werden.

  • Gesuchsvorbereitung und -eingabe (mySNF, Forschungsplan)

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    ​​mySNF

    Gesuche müssen online über die Plattform mySNF eingereicht werden: ​

    Es wird empfohlen, so früh wie möglich nach der Ausschreibung Anfang Juni mit der Eingabe des Gesuchs in mySNF zu beginnen. Das Einrichten eines neuen mySNF-Kontos kann bis zu einer Woche dauern. ​

    Detaillierte Informationen zur Vorbereitung und Verfassung eines Gesuchs sind auf mySNF verfügbar.

    Projektplan

    Der Projektplan muss auf mySNF als PDF-Dokument eingereicht werden. Er wird an die internationalen Experten weitergeleitet und muss deshalb auf Englisch verfasst sein. Ausnahmen für Deutsch, Französisch und Italienisch können in begründeten Fällen und vor der Projekteingabe bewilligt werden.​

    Die Vorgaben, die auf mySNF und im folgenden Dokument festgehalten sind, müssen genau eingehalten werden:

    CV und Liste der Forschungsergebnisse

    Alle Gesuchstellende müssen auf mySNF den CV und die Liste der Forschungsergebnisse als zwei separate PDF-Dokumente hochladen. Diese werden an die internationalen Experten weitergeleitet. Aus diesem Grund müssen sie auf Englisch verfasst sein.

    Die Vorgaben, die auf mySNF und im folgenden Dokument festgehalten sind, müssen genau eingehalten werden:​

  • Auswahlverfahren und Entscheid

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    ​​Evaluationskriterien

    Das Reglement Agora sieht die folgenden Beurteilungskriterien vor (Artikel 9):

    • Kompetenz des Projektteams (Gesuchstellende, Projektpartner und Mitarbeitende)
    • Qualität der zu vermittelnden Inhalte
    • Eignung der Methoden bzw. des Kommunikationsdesigns im Hinblick auf das definierte Zielpublikum
    • Machbarkeit des Vorhabens
    • Erwartete Auswirkungen in qualitativer und quantitativer Hinsicht

    Evaluation

    Die Begutachtung wird in drei Etappen durchgeführt:

    1) Formale Prüfung: Die Geschäftsstelle des SNF prüft, ob die formalen und persönlichen Voraussetzungen zur Gesuchstellung erfüllt sind. Sie kann ausserdem prüfen, ob das Gesuch den Regeln der wissenschaftlichen Integrität entspricht:

    2) Internationales Peer-Review-Verfahren: Das Gesuch wird in der Regel an mindestens zwei externe Gutachtende verschickt und mit Hilfe eines Fragenkatalogs bezüglich der Agora-Beurteilungskriterien evaluiert. Am Ende des Evaluationsverfahrens können die Gesuchstellenden auf mySNF die Gutachten in anonymisierter Form einsehen.​

    3) Prüfung durch die Agora-Kommission: Das Gesuch wird gestützt auf die eingeholten externen Gutachten durch zwei Mitglieder der Agora-Kommission geprüft und gemäss den Agora-Beurteilungskriterien eingestuft. Anschliessend berät die gesamte Agora-Kommission vergleichend über alle Gesuche und fällt zu jedem Gesuch einen vorläufigen Entscheid. Zuletzt überprüft das Präsidium des Forschungsrats die Korrektheit des Verfahrens, die Einhaltung des Budgets sowie der gegebenen Rahmenbedingungen und genehmigt gegebenenfalls die Entscheide der Agora-Kommission.​

    Kommunikation des Entscheids

    Die abschliessenden Entscheide werden in der Regel fünfeinhalb bis sechs Monate nach Gesuchseingang gefällt. Die Geschäftsstelle des SNF kommuniziert den Gesuchstellenden so rasch als möglich den abschliessenden Entscheid (gemäss Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren).​

  • Agora Evaluationskommission

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    Die Liste umfasst die Mitglieder des Evaluationsgremiums von Agora Evaluationskommission. Der SNF versteht es als Teil der guten wissenschaftlichen Praxis, dass Gesuchstellende und Mitglieder von Evaluationsgremien nicht wegen eines beim SNF eingereichten Gesuchs miteinander in Verbindung treten.

  • Preis Optimus Agora

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    ​Der SNF arbeitet mit swissnex San Francisco zusammen, um den Preisträgerinnen und Preisträgern eine Fortbildung in der wissenschaftlichen Kommunikation zu ermöglichen. Der Optimus Agora wird in Bezug auf das kommunikative Potenzial des Projekts vergeben und aus den eingereichten Projekten ausgewählt.

    Nur Projekte mit einem Budget von über CHF 50'000 und einer Dauer von mehr als einem Jahr werden für den Preis Optimus Agora berücksichtigt.​​

    Preisträgerinnen und Preisträger seit 2018

    Jahr​Preisträger/inForschungsgebiet​
    2021 Christophe Dessimoz, Marie-Claude Blatter und Monique Zahn Genetik
    2020 Dominique de Quervain und Carmen Sandi Neurowissenschaften
    2019 Antonio RodriguezLiteratur
    2018 Luca Maria Gambardella​Informatik​
  • News

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