219 Stipendien: mit Postdoc.Mobility ins Ausland starten

Schlaf oder Erdrutsche besser verstehen: Mit den Postdoc.Mobility-Stipendien unterstützt der SNF 219 Projekte mit 26,7 Millionen Franken. Forschende in frühen Karrierephasen erhalten die Chance auf wertvolle Auslandsaufenthalte.
Mit dem Postdoc.Mobility-Instrument fördert der SNF den wissenschaftlichen Nachwuchs: Postdoktorierende werden bei einem Forschungsprojekt im Ausland oder bei ihrer Rückkehr in die Schweiz unterstützt. Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in frühen Karrierephasen sind solche Weiterbildungsaufenthalte im Ausland oft entscheidend für ihre berufliche und persönliche Entwicklung.
Für alle Forschungsdisziplinen
Im Rahmen der letzten Ausschreibung unterstützt der SNF 219 Forschungsprojekte mit 26,7 Millionen Franken (siehe Kasten). Die Postdoc.Mobility-Stipendien umfassen einen Beitrag an die Lebenshaltungskosten, eine Pauschale für Reisekosten und gegebenenfalls Unterstützung für Forschungs- und Kongresskosten. Nach der Rückkehr in die Schweiz können Stipendiatinnen und Stipendiaten zudem Unterstützung für die erste Forschungsperiode beantragen. Die Postdoc.Mobility-Ausschreibungen stehen allen Forschungsdisziplinen offen.
Zu den geförderten Projekten gehören folgende:
Schlaf und psychische Gesundheit: Rund ein Drittel der Erwachsenen leidet unter Schlafmangel oder Schlafstörungen. Diese stehen in engem Zusammenhang mit erhöhtem Körpergewicht, verändertem Essverhalten und Stoffwechselstörungen. Unregelmässigkeiten im REM-Schlaf (Traumschlaf) sind zudem ein mögliches Kennzeichen einer schweren Depression. Seher Kosar untersucht an der New York University (USA), wie neuronale Mechanismen im Gehirn während der REM-Schlafphase ernährungsbezogene Erinnerungen festigen und somit das Essverhalten beeinflussen. Ziel ist ein besseres Verständnis, wie Schlaf, Ernährung und psychische Gesundheit zusammenhängen.
Erdrutsche besser verstehen: Erdrutsche fordern jährlich Tausende Todesopfer und verursachen weltweit Schäden in Höhe von rund 15 Milliarden Franken. Steigende Temperaturen verändern die Schneebildung und das Schmelzverhalten. Dadurch nehmen die Häufigkeit und die Schwere von schneebedingten Erdrutschen zu. Océane Hames untersucht an der Université Grenoble Alpes (Frankreich) die Zusammenhänge zwischen Schnee, Bodenfeuchte und Hangstabilität. Ziel ist es, aktuelle und zukünftige Risiken von Erdrutschen unter verschiedenen Klimaszenarien besser einzuschätzen. Damit schafft sie die Grundlage für zuverlässigere Frühwarnsysteme.
Mit Nostalgie Krisen verarbeiten: Nostalgie bezeichnet das emotionale Zurückblicken auf die Vergangenheit – verbunden mit positiven Erinnerungen, Sehnsucht oder dem Wunsch nach Vertrautheit. Seit Beginn der COVID-19-Pandemie sind in Nordamerika deutlich mehr Filme, Serien oder Bücher erschienen, die auf die 80er- und 90er-Jahre zurückgreifen. Helfen solche nostalgischen Bezüge den Menschen, die Erfahrungen der Pandemie zu verarbeiten? Dieser Frage geht Malaika Sutter an der York University (Kanada) nach. Sie möchte aufzeigen, wie eine solche «reparative Nostalgie» Menschen dabei helfen kann, Orientierung, Kontrolle, Freude und Zugehörigkeit in Krisenzeiten wiederzuerlangen.
26,7 Millionen für 219 Projekte
Bei der Postdoc.Mobility-Ausschreibung des SNF vom 3. Februar 2026 ging wieder eine Rekordzahl an Gesuchen ein. Insgesamt wurden 532 Gesuche evaluiert. Der SNF unterstützt 219 Forschungsprojekte mit 26,7 Millionen Franken. Die Erfolgsquote beträgt 41%. 77 Forscherinnen und 88 Forscher profitieren von einem ein- bis zweijährigen Auslandsaufenthalt. Zudem können 25 Postdoktorandinnen und 29 Postdoktoranden mit der Unterstützung des SNF in die Schweiz zurückkehren, um ihre Forschung weiterzuführen. Bei den Mobilitätsstipendien beläuft sich die Erfolgsquote auf 36%, bei den Rückkehrbeiträgen auf 72%. Fünf zusätzliche Projekte werden durch Legate und andere Spenden unterstützt.